Vorbild für Hamburg? U-Bahn-Live-Anzeiger in Einkaufszentrum

In einem Stuttgarter Einkaufszentrum informiert ein Echtzeit-Anzeiger über die nächsten Abfahrten der benachbarten U-Bahn. Ein feiner Service – und eine Idee für Hamburg?
Christian Hinkelmann
Vorzeige-Service für den Nahverkehr: Echtzeit-Anzeigetafel in einem Einkaufszentrum in Stuttgart
Vorzeige-Service für den Nahverkehr: Echtzeit-Anzeigetafel in einem Einkaufszentrum in Stuttgart
Foto: Christian Hinkelmann

Habe ich auf dem Weg zur U-Bahn oder zum Bus noch etwas Zeit oder muss ich rennen?

Diese Frage müssen sich Kunden in einem Stuttgarter Einkaufszentrum nicht mehr stellen.

Dort hängt an einem Ausgang, der zu einer benachbarten U- und Bushaltestelle führt, ein großes Anzeigedisplay, auf dem die nächsten Abfahrten in Echtzeit angezeigt werden.

Ein einfacher aber nützlicher Service für Fahrgäste und Werbung für den Öffentlichen Nahverkehr.

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Ein S-Bahn-Zug der Baureihe 490 am Bahnhof Elbbrücken in Hamburg

In vier Jahren fahren die ersten S-Bahn-Züge nach Bad Oldesloe

In diesen vier Phasen soll die Transformation der heutigen Regionalbahnlinie RB81 zur neuen S-Bahnlinie S4 genau ablaufen und diese Änderungen und Einschränkungen kommen schon ab Dezember auf die Fahrgäste zwischen Hamburg und Bad Oldesloe zu.

Großes Vorhaben: Hamburgs S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke will das Netz in den nächsten Jahren digitalisieren.

Diese Vorteile soll die digitale S-Bahn den Fahrgästen in Hamburg bringen

Hamburgs S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke im Interview über den bevorstehenden Fahrgasteinsatz der ersten automatisch fahrenden Züge, welche Verbesserungen die Technik im Alltag bringen soll und wie weit die Planungen an der Strecke nach Harburg sind, damit dort künftig mehr Bahnen fahren können.

Menschen steigen in eine S-Bahn in Hamburg

9-Euro-Ticket gestartet: So verlief der erste Tag in Hamburg

Das befürchtete Chaos ist ausgeblieben. Das 9-Euro-Ticket startete gestern in Hamburg weitgehend entspannt. Das hat unser Redaktionsteam gestern in Bahn und Bus erlebt und so zufrieden waren die Verkehrsunternehmen mit dem ersten Tag.

15 Antworten auf „Vorbild für Hamburg? U-Bahn-Live-Anzeiger in Einkaufszentrum“

Etwas vergleichbares wünsche ich mir auch an mehr Ausgängen der Schnellbahnen zur Information wann Busanschlüsse fahren. An größeren Umsteigeanlagen in Gruppen: (a) Nach Abfahrtsbereich (b) nach Zeit.

Was soll daran neu sein? Abfahrtanzeigen gab es z.B. im Ruhrgebiet schon vor über 30 Jahren. Dass sie hilfreich sind ist auch logisch. Mit Echtzeitdaten sind sie noch hilfreicher, auch das ist logisch.

Eine sinnvolle Idee, vielleicht könnte sie einige Autofahrer dazu animieren, es auch einmal mit den Öffis zu versuchen. Allerdings würde ich die oberen Zeilen (“fährt sofort” bzw. “1 min”) zugunsten weiter in der Zukunft liegenden Abfahrten opfern. Nicht jeder Mensch ist ein Weltklasse-Sprinter …

Den Hinweis auf fehlende Sprinterqualitäten dr meisten Fahrgäste kann ich nur unterstützen.
Als weitere wenig hilfreiche Information empfinde ich die Anzeige “Stau … fährt unregelmäßig” Muss ich mich nun beeilen oder habe ich noch Zeit?

Was soll solch ein Unsinn?
Das braucht niemand. Die Leute laufen heute schon völlig ferngelenkt durch das Smartphone und reizüberflutet durch die Gegend. Außerdem fahren in Hamburg die U-Bahnen fast immer im 5-Minuten-Takt oder kürzer. Solch eine Anzeige ist völlig überflüssig.

“Das braucht niemand.” –> schließe nicht von dir auf andere.
“Die Leute laufen heute schon völlig ferngelenkt durch das Smartphone und reizüberflutet durch die Gegend.” –> Leider teilweise richtig, aber immer noch eine Überpauschalisierung deinerseits.
“Außerdem fahren in Hamburg die U-Bahnen fast immer im 5-Minuten-Takt oder kürzer. ” –> Auf der Tafel werden auch Busse angezeigt, die andere Taktfolgen haben. Der übliche U-Bahn-Takt in Stuttgart ist 10 bzw. 15min. Es geht auch darum, alternative Verbindungen aufzuzeigen.
“Solch eine Anzeige ist völlig überflüssig.” –> https://www.youtube.com/watch?v=uKtTdvXO_40

Solche Echtzeitanzeigen gibt es dort sogar in den Bahnen, und das ist noch viel besser. So weiß man gleich, wieviel Zeit man zum Umsteigen hat!

Auch in Kaltenkirchen gibt es zwei Monitore, die die Abfahrtszeit der AKN an der Station Dodenhof in Kaltenkirchen anzeigt. Sogar Verspätungsinformation der AKN Anzeige wird auch zu den Monitoren übertragen. Z. B beim Herold-Center in Norderstedt/Garstedt könnte eine Abfahrtsanzeige sehr sinnvoll sein. Also stimmt es leut dem Artikel nicht so ganz, dass im HVV sowas nicht geben sollte.

Oh, ist schon 2005 im Hamburger ÖPNV?!
Und ich dachte, wir haben noch das Jahr 1981…

Woanders sind DFIs, Zuganzeiger, Infomonitore schon dermaßen gang und gäbe, daß sie bald gegen neue Geräte ausgetauscht werden müssen.
In Hamburg bekommt man nichtmal vernünftig skalierte analoge(!) Haltestellenumgebungspläne hin.

Aber schön, dass wir uns über sowas freuen dürfen hier 🙂

Die woanders ausgetauschten Geräte kommen dann an die Elbe und können dort als topmodern gepriesen werden. “Recycling” heißt der Fachbegriff dafür.

Im HVV-Gebiet ist mir sogar ein Einkaufszentrum bekannt, in dem auf solchen Monitoren schon die nächsten Abfahrten minutengenau angezeigt werden:

Im Stadtzentrum Schenefeld kann man auf der zentralen Marktfläche sowie am Ausgang, der in Richtung der Bushaltestellen führt, erkennen, wann die nächsten Busse fahren. Zwar ist auf den Monitoren noch das alte Logo der VHHPVG-Gruppe zu sehen und auch das Stadtzentrum schreibt auf seiner Internetseite noch von der PVG (https://www.stadtzentrum-schenefeld.de/service/), aber die Anzeige der Busse läuft zuverlässig.

Wenn es diese Anzeige auch woanders verstärkt geben würde, wäre das ein wirklicher Gewinn. Auch Nicht-ÖPNV-Nutzer würde so vor Augen geführt, mit welchen Linien sie das jeweiligen Einkaufszentren etc. erreichen könnten.

Es wäre schön, wenn man den Anzeigen auch vertrauen könnte. Wenn an einer Anzeige “3 Min” steht und am Gegengleis “7 Min”, ist es nicht vertrauensbildend, wenn der Zug am Gegengleis zuerst einfährt. Oder wenn auf einer Busanzeigetafel steht, dass in “2 Min” die Linie 4 kommen soll, aber dann 10 Minuten lang gar kein Bus vorbeikommt und die erwartete Fahrt nach fünf Minuten einfach verschwindet.

In Hamburg ist soetwas aber tatsächlich möglich.

Diese Idee ist sehr gut, gerade z.B. in der Europa Passage wo der Fußweg von der Passage bis runter zur U2/U4 3-4 minuten in Anspruch nimmt.
Was die Hochbahn jedoch auch einführen könnte, sind modernere, flachere Abfahrtsanzeigen der U-Bahn, an denen nicht nur die nächste, sondern auch die übernächste Fahrt angezeigt wird. Z.B. wie in Berlin oder Paris. Man kann die Anzeigen ja so einteilen dass die oberen 2 Drittel die nächste Abfahrt inkl. Zwischenhalte und Infos anzeigt, und das untere Drittel eine schmale Anzeige ist, in der Liniennummer, Ziel und Countdown steht.
Die S-Bahn kann übrigens ihre grünen Anzeigen auch lagsam mal gegen neue ersetzen.

Das wäre wirklich Sinnvoll. Vor einiger Zeit hat der HVV dazu auch einen Service bereitgestellt. Unter http://abfahrten.hvv.de können sich EKZ, Hotels, Firmen (und auch Privatpersonen) kostenfrei und ohne Registrierung eben solche Abfahrtsmonitore erzeugen. Das ganze sogar mit Echtzeitinformationen! HVV goes Digital 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.