Was steckt hinter der Massen-Fahrradtour durch Hamburg?

Autofahrer staunten am vergangenen Freitagabend nicht schlecht: Mehr als 1.100 Radfahrer rollten in einem langen Korso durch die Hamburger Innenstadt. Was steckt dahinter?
Von Christian Hinkelmann
Die Critical Mass am Neuen Pferdemarkt
Die Critical Mass am Neuen Pferdemarkt

Am vergangenen Freitagabend war es wieder soweit: Mehr als 1.100 Fahrradfahrer rollten in einem mehrere hundert Meter langen Korso kreuz und quer durch die Hamburger Innenstadt und bremsten den Autoverkehr aus. Darunter zahlreiche geschmückte Räder, teilweise mit lauten Musikanlagen ausgerüstet.

Von der Universität ging es bei frühlingshaftem Wetter zunächst über Dammtor, Jungfernstieg und Deichtorplatz in die Hafencity und von dort dann über Altona und die Reeperbahn Richtung Eimsbüttel. Begleitet wurde der Korso von der Hamburger Polizei.

Aktion nennt sich “Critical Mass” und findet weltweit statt

Doch was steckt eigentlich hinter dieser Veranstaltung, die an jedem letzten Freitag eines Monats in Hamburg stattfindet?

Die Aktion nennt sich “Critical Mass” (“kritische Masse”). Dabei treffen sich Radfahrer scheinbar zufällig und unorganisiert und radeln mehrere Stunden lang durch Innenstädte. Sie wollen damit auf den Radverkehr aufmerksam machen und forder…

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24 Antworten auf „Was steckt hinter der Massen-Fahrradtour durch Hamburg?“

Ich sehe nicht, dass Radfahrer in Hamburg Grund für Demonstrationen hätten. Im Gegensatz zu Autofahrern und Fußgängern. Wie oft stehe ich im Stau, weil die lieben Radfahrer statt dem Radweg lieber mitten auf der Straße fahren und den Verkehr behindern? Rote Ampeln gelten nicht, dann wird ohne Licht auf der falschen Seite gefahren und Fußgänger zur Seite geklingelt. Der größte Schildbürgerstreich die Fahrradstraße am Harvestehuder Weg, wo auf Druck der Fahrradlobby der schönste Radweg Hamburgs mitsamt aller Parkplätze vernichtet wurde. Solange Radfahrer im rotgrünen Hamburg keine Regeln beachten müssen, lieber leise treten!

Das ist rein rechtlich ja keine Demonstration, sondern Verkehr. Und es ist in Ordnung als Radfahrer auf der Straße zu fahren, solange per Schild keine Nutzungspflicht angegeben ist, da es bekanntlich dafür sorgt, das Pkw- und Lkw-Fahrer beim Abbiegen seltener schwächere Verkehrsteilnehmer über den Haufen fahren. Viele Autofahrer haben ja noch nicht mitgekriegt, dass die Existenz eines Radweges nicht bedeutet, dass man ihn auch nutzen muss. Da wird auch kein “Merkel muss weg” helfen, weil das unter Schwarz-Gelb in den 90ern abgeschafft wurde. Kohl und so. Und welcher “Stau” soll es sein, wenn vor einem ein Radfahrer “fährt”? Das ist ja schon ein Widerspruch in sich und man kann darüber nachdenke, wie es aussehen würde, wenn jeder dieser Radfahrer mit einer Dreckschleuder durch die Straße fährt und Parkplätze benötigt. Leider merken viele ADAC-Ideologen nicht, dass sie nicht im Stau stehen, sondern Stau sind. Davon abgesehen: gerade auf der Straße — ob auf der Autofahrbahn oder mit Schutzstreifen — werden Sie kaum Radfahrer finden, die in die Gegenrichtung ohne Licht fahren und an Kreuzungen über rote Ampeln huschen. Und so verantwortlungslos und leichtsinnig diese Radfahrer auch sind: sie bringen in erster Linie sich selbst in Gefahr, während es bei Autofahrern, die Regeln missachten, genau andersrum im Stadtverkehr ist. Eine menschengerechte Stadt ist erstrebenswerter als eine autogerechte. Zivilisatorisch ist letzteres eh ein Rückschritt: https://www.zeit.de/2007/38/Interv_-Knoflacher/komplettansicht

Oh, Knoflacher ist aber ein deutlicher Straßenbahnvertreter unter den Verkehrsplaner – das ich das noch erlebe ;-): “Professor Hermann Knoflacher lehrt (2007) seit mehr als 30 Jahren am Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Technischen Universität Wien. Der 67-Jährige wurde durch seine Konzepte für Wien bekannt. Er entwickelte Fußgängerzonen, legte die Straßenbahn auf Trassen und schlug ein Radwegenetz vor.”

Der werte Herr, der ein sehr angenehmer Zeitgenosse ist, ist nun einmal auch nicht fehlerfrei. Zudem ist Wien ganz anders strukturiert und baut fleißig sein U-Bahnnetz aus. (davon abgesehen halte ich auf einigen Relationen in Hamburg eine Stadtbahn noch immer für sinnvoll, aber nicht für eine eierlegende Wollmilchsau wie jene, die jedes ÖPNV-Verkehrssystem verteufeln, solange es nicht eine Rumpelbahn ist. Aber pssst.)

Auf welchen Relationen ist eine Stadtbahn in Hamburg sinnvoll? Ich persönlich halte die Stadtbahn nicht für eine eierlegende Wollmilchsau.

Lieber Lokstedter, das hätte ich jetzt aber auch gerne gewusst. Also los, Butter bei die Fische! Auf welchen Relationen?

Sinnvoll könnte ich mir eine Tangentialverbindung um den Ring 2 als Zu- und Abbringer für U- und S-Bahnen vorstellen; mit ein paar Anpassungen, um viele Stationen zu verknüpfen. Da muss man aber natürlich schauen, ob das baulich hinhaut. Vielleicht auch etwas enger zugeschnürt wie die einstigen Überlegungen zum Alsterhalbring. Daran dürften andere Strecken vermutlich scheitern, so interessant ich bspw. eine Straßenbahn als Ersatz für die M13 fände; gerne bis zu den Elbbrücken oder gar zum Hbf. statt nur zur Veddel. Vorstellen kann ich mir so ein Monster in den engen Straßen nicht — außer man drängt den MIV radikal zurück und opfert hunderte Autoparkplätze. Aber daran darf sich die Politik die Finger verbrennen. Aber wahrscheinlich wird da in den 40ern eher eine U4 gebuddelt.

Aber ohne Monster geht’s dann doch nicht, was? Davon ab finde ich diese Vorschläge auch sinnvoll, eigentlich auch einiges mehr.

De schönste Radweg: Wenn ich einen großen Adrenalinkick benötige, fahre ich an der Alster,insbesondere am Ostufer, mit dem Rad: Wo auf einem unübersichtlichen, maximal 2m breiten Radweg, der Radverkehr in beiden Richtungen rauscht. Die Westseite war nicht besser. Ich kenne wenige Gebiete, die so risikoreich sind, wie die Alster ohne die Fahrradstraße.
Und ist es verboten, mitten auf der Straße zu fahren ? Es ist einfach oft notwendig, Dooring bspw. Sie können ja jederzeit über die Gegenfahrbahn ausweichen. Wie machen Sie es bei Treckern? Quetschen Sie sich da auch 20 cm neben mannshohen Reifen vorbei – sicher nicht, denn der Trecker ist wohl stärker.
Ein Fahrrad ist grundsätzlich nun einmal langsamer als ein Auto. Aber an Engstellen in Wohngebieten nerven Auto aufgrund der Physik umgekehrt genauso: Denn nur weil ein anderes Auto am Straßenrand parkt und das andere Auto aufgrund des Gegenverkehrs nicht vorbei kommt, muss dann auch der Radfahrer dahinter warten….
Also 1:1
Warum fahren viele Radfahrer auf Fußwegen: Meist, weil diese Angst auf der Fahrbahn haben!

2 Punkte:
(1) “Rote Ampeln gelten nicht,”
Stimmt, ich habe sehe auch manchmal Radfahrer bei rot fahren sehen. Einmal hat sogar einer sich selbst gefährdet. Die Gefährdung eines KFZ-Insassen habe ich dabei allerdings noch nie gesehen. Das bedeutet nicht, dass regelbrechende Radfahrer gut sind. Das KFZ ist ein Fahrzeug mit erhöhter Betriebsgefahr, für das aufgrund dieser Gefährdung eine Haftplichtversicherungspflicht besteht.

Ich sehe buchstäblich täglich KFZ-Fahrer, die diese Versicherung ausreizen und mit der Gesundheit und dem Leben ihrer Mitmenschen Roulette spielen. Sie fahren trotz Haltesignal und trotz zur Querung bereitstehender Fußgänger oder Radfahrer, darunter auch Kindern, schnell noch mit deutlich über 50 km/h über die Haltelinie huschen. Die bei 2.000 kg und 50 km/h wirkende Energie sind fast 250 000 Joule, bei 80 km/h (was ich sicher einmal die Woche erlebe) schon fast 500.000 Joule.

Ein 30 km/h schneller Radfahrer (100 kg) weist 3400 Joule auf. Das sind knapp über 1 % der Energie des KFZ mit 50 km/h.

Als Radfahrer und Fußgänger, schaue ich mehrmals, bevor ich bei Grün/Vorfahrt etc. die Straße überquere. Teilweise laufe ich dabei Gefahr, meine – zum Vorteil der KFZ – sehr knapp bemessene Grünphase zu verpassen. Das sehe ich auch bei Leidensgenossen. Bei KFZ-Fahrern sehe ich diesen Selbstschutz so nicht. Das Kräfteverhältnis und das zu gelten scheinende Recht des Stärkeren scheint also Gefährdern wie Gefährdeten sehr deutlich bewusst zu sein.

(2) “Wie oft stehe ich im Stau, weil die lieben Radfahrer statt dem Radweg lieber mitten auf der Straße fahren und den Verkehr behindern?”
Als Radfahrer bin ich im selben Sinne Verkehrsteilnehmer wie ein KFZ-Fahrer. Ich fahre auf der Straße, wenn dies erlaubt & sicherer & schneller ist. Was spricht dagegen?

Ein häufiger Weg führt mich an einer Stelle verkehrsberuhigten (Tempo 30) Engstelle vorbei. Wenn ich als Radfahrer dort fahre, erlebe ich sehr, sehr oft, dass mir entgegenkommende KFZ, die Vorfahrt nehmen, indem sie nicht anhalten und mich zum bremsen, an den Bordstein etc. zwingen. Heute hat mir ein recht verständig wirkender älterer Herr erklärt, dass es ja gar nicht möglich sei, einen entsprechenden Sicherheitsabstand zu halten. (Er sprach mich an, ich erlebe das ja regelmäßig.) Auf die Idee, dass er halten muss, wenn ein Radfahrer Vorfahrt hat, dass ein Radfahrer Vorfahrt haben kann, kam er gar nicht. Von den Verkehrsteilnehmern in AMG-Modellen spreche ich noch gar nicht.

Leider haben viele Verkehrsteilnehmer zu wenig Kenntnis von den Regeln und der Physik – und für sie selbst gelten diese bei Kenntnis schon gar, anscheinend auch nicht die Physik.

Ich plädiere dafür, die Toleranzgrenzen für Geschwindigkeitsübertretungen abzuschaffen und die an die Bußgelder eine 0 dranzuhängen. Dann könnten diese Regeln überwacht werden und sie würden wohl zu 90 % eingehalten, statt wie jetzt, ohne nennenswerte Überwachung, zu vielleicht 9 %.

Oh je, so viele alternative Fakten, dass es einem schwindelt. Fahrradfahrer verursachen Auto-Stau? Ist klar. Ich fahre jeden Tag kilometerlang am Stau vorbei, ein Auto hinter dem anderen. Mit Fahrrädern hat das nix zu tun. Und die böse Fahrradlobby wieder, die 3 Leutchen vom ADFC, die mit ihren finanziellen Mitteln von 4,50€ die Autobosse von Daimler, BMW und VW glatt an die Wand spielen 🙂

Versteh mich nich falsch, ich bin für mehr Autos, viel mehr. Jedes Auto mehr, dass morgends im Stau steht macht meine Fahrt sicherer.

Oh Mann, solchen Quatsch lese ich sonst immer bei den Leserbriefen im Abendblatt und die meisten Redakteure dort sind auch nicht besser. Nun aber auch im Nahverkehr Hamburg. Echt bedauerlich. Was noch fehlt ist die Forderung nach Nummernschildern für RadlerInnen. Helfen aber auch nicht, was man ja bei Autofahrern sieht. Falschparken auf Fuß-und Radwegen, überhöhte Geschwindigkeit, Rotlichtnichbeachtung, Trunkenheitsfahrten, Handybenutzung, Abbiegen ohne auf RadlerInnen und FußgängerInnen zu achten, zu wenig Abstand usw, usw. halten sie trotz Nummernschildern nicht davon ab.HH macht seit Jahrzehnten eine sehr autofreundliche und autogerechte Politik und vernächlässigt den ÖPNV. Da kommt es dann mal zu einem Stau, wenn fast alle mit dem Auto fahren. Auf der Fahrbahn darf gefahren werden, sofern keine Radwegebenutzungspflicht angeordnet wurde und es gibt einige Gründe für RadlerInnen auf der Fahrbahn zu fahren.
P.S. Verfehlungen von RadlerInnen finde ich übrigens auch nicht toll.

“Wie oft stehe ich im Stau, weil die lieben Radfahrer […] den Verkehr behindern?”

Die Radfahrer SIND der Verkehr!

Der Startpunkt wird nicht spontan bekanntgegeben, sondern ist in Hamburg immer der Endpunkt der letzten Critical Mass. Letzter Freitag im Monat und 19 Uhr stehen auch fest. Man braucht also nicht sehr spontan zu sein. ?
Fahrt gerne mit, es ist eine schöne Atmosphäre und macht viel Spaß.

1.) Wie erfahre ich denn von diesem Endpunkt, wenn ich nun nicht dabei gewesen bin?

2.) Wie definiert sich denn ein “Endpunkt”, wenn es sich doch um freie Fahrten Einzelner ohne Verabredung handelt?

Super Aktion, die deutlich machen kann, wie lebenswert eine Innenstadt ohne Autos nur mit Rad und OEPNV sein kann

Dass diese Aktionen, die einen Paragrafen der Straßenverkehrsordnung missbräuchlich nutzen, den ÖPNV gleich mit ausbremsen, ist Ihnen aber schon klar? Bekanntlich ruht der Nahverkehr in Hamburg ganz erheblich auf Bussen, weil das Schnellbahnnetz aus historischen Gründen und aufgrund der Sparzwänge seit den 1970er Jahren erhebliche Löcher hat.

Der ideologisch verbohrte Kampf gegen die bösen Autofahrer in der Stadt ist ja schön gut und gut, aber wenn damit die Alternativen gleich mit getroffen werden, kontraproduktiv. Und nein, nicht jeder ist körperlich in der Verfassung oder mit mehreren kleinen Kindern oder seinem Wochenendeinkauf in der Hand mit dem Fahrrad zu fahren.

Ich wusste gar nicht, dass die Bahn durch Radfahrer ausgebremst wird. Schon sehr komisch. Der Flugverkehr wird wohl auch durch Radfahrer ausgebremst sowie der Wasserverkehr unter den Brücken.

Man muss mal zu Fuß gehen oder nimmt sich ein Leihrad an der Ecke und fährt mit. Welch ein Graus, sich mal bewegen zu müssen. Das ist ja Skandalös. mimimi

ja das ist total lustig und auch die Wahrnehmung der Stadt ist eine komplett andere, wenn man sich auf dem Fahrrad ohne Autos (weitestgehend) durch die Stadt bewegen kann. Das ollte unbedingt jeder/jede einmal mitgemacht haben.

Auch wenn sich die Aktion offiziell damit legitimiert, man dürfe all das auf Grund von §27 StVO (was gerne passiert wenn Aktivisten wieder irgendwo eine Rechtsnorm gefunden haben) so muss klargestellt werden, dass die Aktion politisch geduldet (z.T. auch befürwortet wird) und nur deshalb so durchgeführt werden kann. In einem gerichtlichen Verfahren würde das bloße abstellen auf §27 StVO niemals Erfolg haben. Wie auch das VG Augsburg entschieden hat, bedarf ein Verband aus Fahrradfahren, der die Straßen mehr als Verkehrsüblich beansprucht, der Genehmigung. Auf so eine besteht kein Anspruch und liegt im Ermessen der Behörde. Diese kann Auflagen erteilen oder gegebenenfalls die Aktion vollständig verbieten. Zusätzlich darf in einem Fahrrad Verband gemäß §27 I S. 3 StVO grundsätzlich nur in zweier Reihe (was bereits ein Sonderrecht des Verbandes darstellt) gefahren werden. Anders als offiziell behauptet ist die Veranstaltung also in keinster Weise von §27 StVO gedeckt. Die Veranstaltung sollte zwar problemlos von Art. 8 GG gedeckt sein, solange man sich jedoch ausdrücklich nicht darauf beruft, ist die Veranstaltung grundsätzlich rechtswidrig. Man beruft sich ausdrücklich nicht auf Art. 8 GG, um so sich vermeintlichen Einschränkungen des VersG zu entziehen. Dabei ist der Ermessensspielraum der Behörde die Veranstaltung einzuschränken durch das VersG auf Grund des Grundrechts von Art. 8 GG deutlich kleiner als bei §29 StVO (hier sollte ein bloßes Verbot mit dem Verweis auf die öffentliche Ordnung bereits rechtlich zulässig sein) . Solange die Veranstaltung aber politisch geduldet wird, ist das alles zweitrangig. Jedoch könnte jederzeit ein betroffener Bürger die Behörde zum einschreiten auffordern und diese auch im Zweifel durch das VG gerichtlich dazu verpflichten, solange man die Veranstaltung rechtswidrig durchführt, weil man sich unbedingt nicht auf Art. 8 GG berufen will. Da die Veranstaltung wie hier auch nochmal ausdrücklich betont, ja eben nicht spontan ist, müßte diese nach dem VersG eben angemeldet werden.

Auch wenn es auf den ersten Blick fehl am Platze zu sein scheint…. Auch motorisierte Zweiradfahrer werden von PKW-Lenkern nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen und akzeptiert. Eigentlich müßten sich daher Moped-, Roller- und Motorradfahrer den Critical-Mass-Touren anschließen und ebenfalls im Schrittempo durch die City zuckeln.

“Die Critical Mass in Hamburg zählt inzwischen zu den größten Veranstaltungen ihrer Art.” — Wenn soviel Protest nötig ist, ist das eigentlich ein Armutszeugnis für die Bürgerbeteiligung in Hamburg. In dieser Stadt wird z.B. so ein Blödsinn wie die “Fahrradstraße” Harvestehuder Weg als fortschrittlich gefeiert. Direkt daneben ist das bis zu 300 m breite Alstervorland, in dem man einen hervorragenden breiten Radweg durchs Grüne hätte bauen können. Aber nein, nun müssen sich Radfahrer mit Durchgangsverkehr und Bussen die gefährlich enge Straße teilen. Der ADFC hat diesen Schildbürgerstreich mitgetragen. Ich bin selbst schon mal auf der Critical Mass mitgefahren, und mir kommt es so vor, als ob die 6000 Radfahrer, die dort immer brav mitfahren, entweder zu faul, zu feige oder zu untertänig sind, um den Unsinn zu verhindern, den die Hamburger Verkehrspolitik immer wieder verzapft. Bürgerbeteiligung scheint in anderen Städten besser zu funktionieren.

Durchgangsverkehr am Harvestehuder Weg ist m.W. gar nicht erlaubt. Das Problem sind also die KFZ-Fahrer, denen Verkehrsregeln egal sind und ggf. die Polizei, Verwaltung bzw. Politik, die die Regeln nicht durchsetzen kann oder will.

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