We Share: Hamburg bekommt einen weiteren Carsharing-Dienst

Volkswagen bringt im kommenden Frühjahr seinen Carsharing-Dienst We Share nach Hamburg. Es ist der inzwischen zehnte Carsharing-Anbieter in der Hansestadt.
Von Christian Hinkelmann
Dichter Auto-Verkehr zur Rush-Hour in Hamburg
Dichter Auto-Verkehr zur Rush-Hour in Hamburg

Die Stadt Hamburg will die Zukunft des Verkehrs weiterhin in enger Zusammenarbeit mit Volkswagen gestalten. Gestern haben beide Seiten ihre seit 2016 bestehende Mobilitätspartnerschaft um drei weitere Jahre verlängert. Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) und VW-Konzernstratege Jürgen Rittersberger haben dazu im Rathaus eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben.

Im Gegenzug gab es für die Hansestadt Geschenke: VW will bei seinem Fahrdienst die Fahrzeugflotte im kommenden Jahr – wie bereits geplant – von derzeit 200 auf 500 Fahrzeuge aufstocken.

Außerdem will der Wolfsburger Autobauer ab dem kommenden Frühjahr seinen Carsharing-Dienst We Share mit rund 1.000 elektrisch betriebenen PKW nach Hamburg bringen. Derzeit gibt es diesen Dienst nur in Berlin.

We Share soll in Hamburg im Free-floating-System betrieben werden – das heißt, ohne feste Vermietstationen. „Das soll den Kunden ein Höchstmaß an Flexibilität und Verfügbarkeit bieten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verkehrsbehörde.

Carsharing in Hamburg ist ein Nischengeschäft

Mit dem Start von We Share dürfte Hamburg die Stadt mit den meisten Carsharing-Anbietern in Deutschland werden. Derzeit bieten in der Hansestadt bereits Share Now (ehemals Car2go und DriveNow), Miles, Oply, Cambio, Ubeeqo, Greenwheels, Flinkster, Sixt Share und Share a Starcar ihre Dienste an.

Die Hoffnung des Verkehrssenators ist, mit solchen neuen Mobilitätsformen die Emissionen des Autoverkehrs zu senken. Die Realität sieht allerdings etwas weniger hoffnungsvoll aus: Carsharing in Hamburg ist…

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3 Antworten auf „We Share: Hamburg bekommt einen weiteren Carsharing-Dienst“

So, so, zehn Car-Shering Anbieter demnächst in Hamburg. Aber alle bedienen nur den Innenstadtbereich, (das wird mit “we Share” wohl auch nicht anders (siehe Berlin). Die Autos gibt es also nur dort wo sich an jeder Ecke eine Bushaltestelle oder Schnellbahnstation befindet. Dort wo – wenn überhaupt – mal alle 20 oder gar 40 Minuten ein Bus vorbei kommt, wo die nächste U oder S Bahnstation mehrere Kilometer weit weg sind, da gibt es weiterhin nichts. Statt den Konzernen wie VW und Daimler als Auflage zu machen, dort auch Car Shering Angebote bereitzustellen, wo sie wirklich gebraucht werden, überlässt man alles dem Markt und dann lohnt sich kein Car Shering Angebot in Nord Niendorf, Schnelsen oder Ohlstedt. So gibt es keine Verkehrswende

Wie Sie einfach ignorieren, dass Car2Go und Drive Now lange Zeit auch in den Randebereichen der Stadt aktiv war, die Fahrzeuge dort aber praktisch nicht genutzt wurden, sondern der „Bedarf“ hauptsächlich in Szenebezirken wie Altona besteht. Aber das würde wohl nicht in ihr Weltbild passen.
Und wie das ganze finanziert werden soll, wenn sie den Anbietern die „Auflage“ machen würden, tausende Fahrzeuge praktisch ungenutzt in den Randbereichen zu parken, interessiert so wohl auch nicht. Sie würden sich vermutlich über diese ganzen „Stehzeuge“ und „Panzer“ am Straßenrand aufregen.
Vielleicht erreicht Sie ja aber doch eines Tages die Erkenntnis, dass in nichtverdichteten Gebieten einzig das Privatauto ein wirtschaftliches Fortbewegungsmittel ist…

Lieber Herr Hinkelmann,
warum deuten Sie es negativ, wenn “nur eine Minderheit von 10 Prozent aller Hamburger Carsharing-Mitglieder ein geteiltes Auto zumindest wöchentlich” nutzt? Wenn 90 Prozent der Carsharing-Mitglieder seltener als wöchentlich ein geteiltes Auto fahren, ist das doch positiv bzgl. der Emissionen (sie könnten sich in der übrigen Zeit ja zu Fuß, per Rad oder ÖPNV fortbewegen – ich bin genau solch ein Carsharing-Mitglied).

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