Wochenrückblick: Hauptbahnhof bekommt gläserne Halle, 3G-Verstöße kosten im HVV extra, Free Now wird teurer

Sieger des Architekturwettbewerbs Hauptbahnhof gekürt, Akkuzüge im Norden ab 2023, HVV-Abos selbst verwalten. Das war diese Woche im Hamburger Nahverkehr los.
Thomas Röbke
So soll der Hamburger Hauptbahnhof in Zukunft aussehen.
So soll der Hamburger Hauptbahnhof in Zukunft aussehen.
Foto: bof architekten & hutterreimann landschaftsarchitektur

Jeden Freitag fassen wir Ihnen hier alle wichtigen Mobilitäts-News der Woche für Hamburg zusammen – kurz, knapp und kompetent.

Wettbewerbssieger gekürt: Gläserne Halle für Hauptbahnhof

… aber wann wird sie fertig sein? 60 Büros und Arbeitsgemeinschaften hatten sich beworben, nun kürte die Jury den Sieger für den Ausbau des Hamburger Hauptbahnhofs.

Der Entwurf von bof Architekten aus Hamburg mit den Landschaftsarchitekten hutterreimann aus Berlin überzeugte mit einer gläsernen Halle auf der Südseite des Bahnhofs. Sie biete eine zeitgemäße Fortsetzung der denkmalgeschützten Bahnhofshalle, so die 23-köpfige Jury. Auf dieser Grundlage soll ein Masterplan für die Erweiterung des Hauptbahnhofs und die Entwicklung seines Umfelds entstehen. 

So soll die gläserne Halle vom Hachmannplatz aus aussehen.bahnhofs einmal aussehen.

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Thomas Röbke ist freier Redakteur in Hamburg und schaut bei der Arbeit direkt auf den ZOB. Nach Aussage seiner Mutter war sein erstes Wort „Bus”. Vorm Einschlafen schaut er gerne bei Youtube Videos mit Hamburger Straßenbahnen. Wenn er wach ist, schreibt er über alles außer Sport.

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7 Antworten auf „Wochenrückblick: Hauptbahnhof bekommt gläserne Halle, 3G-Verstöße kosten im HVV extra, Free Now wird teurer“

Zum Hauptbahnhof: Die neue Halle sieht ja ganz nett aus, aber:
– wie kann die dabei helfen, den Hauptbahnhof zu entlasten. Dazu sind mehr Bahnsteige und Gleise erforderlich. Für mich sieht dieser Entwurf so aus, als ginge es da mehr darum, Bauspekulation voranzutreiben als tatsächlich den Hauptbahnhof zu entlasten.
– und dann ein Baubeginn in 10 Jahren? Was soll das? Die U5 wird bekanntlich im Nordbereich des Hauptbahnhofs gebaut und zwar im Schildvortrieb. Die U5 Baustelle, sofern es denn überhaupt eine ander oberfläche gibt, kann doch die Erweiterung nicht beeinträchtigen bzw. umgekehrt.
Und der Ferlemanntunnel wird doch wohl nördlich der jetztigen S-Bahnröhre beginnen also außerhalb des neuen Bauwerkes.
So langsam wird es wirklich unseriös in Hamburg mit den ganzen Planungen: Weniger Planung und mehr Aktion (=Bau) wäre schön.

Es soll wohl (mein derzeitiger Wissensstand) ein Stumpfgleis 15 an der Südausfahrt gebaut werden, außerdem sollen die Gleise 7 und 8 ausschließlich aus Richtung Harburg angebundenen und von der Richtung Lübeck abgeklemmt werden. Dafür werden alle Hallengleise 3 – 6 dann Lübeck übernehmen. Die vier S-Bahn-Gleise verlaufen ja zukünftig im Tunnel. Dazu kommt dann noch das geplante Bahnsteiggleis 9 oder 10. Harburg/Bergedorf hätten dann max. 8 Bahnsteiggleise und Lübeck/Bergedorf weiterhin 4.
Sinnvoll wäre noch ein Stumpfgleis nördlich der Wandelhalle als Gegenstück zu Gleis 15, dort wo sich dieses vergammelte Stahlprovisorium befindet.

Das ist auch ein bisschen meine Befürchtung. Durch die neuen Gebäude wird der Platz rund um die Haupthalle ja nicht größer. Man kann nur hoffen, dass die Wege für die Passagierströme schön großzügig gestaltet werden und die Erweiterungen, wie S4, U5 und ggf neue Bahnsteige bereits großzügig mitbedacht werden, statt soviel Gewerbefläche wie möglich hinzuklatschen.

Ist die Anschaffung von Akkuzügen eigentlich ein gutes Zeichen? Ich frage mich, ob es nicht sinnvoller ist, die Strecken mit Oberleitungen zu elektrifizieren? Im Endeffekt ist es natürlich praktisch für die Politik, kann man doch mit dieser Investition zwar vergleichsweise schnell “Elektrifizieren”, aber wie lange hält dann eigentlich diese Investition vor? Ist es nicht nachhaltiger, mehr Geld in die Hand zu nehmen und dann für 30-50 Jahre Infrastruktur zu haben, als das Geld in Akkus zu investieren? Voraussetzung wäre natürlich, dass man mal langfristig vorausdenkt.

Als Vorlauf für eine echte Elektrifizierung ist das sicher sinnvoll. Außerdem wird es weiterhin Strecken geben, die sich nicht lohnen zu elektrifizieren.
Das Problem ist immer die Stromeinspeisung. Mit der Oberleitung allein ist es ja nicht getan. Die Hauptstrecke nach Flensburg mit ihren Abzweigen wird zentral über eine Bahnstromleitung versorgt, die nach Lübeck (und später Richtung Fehmarn und Bad Kleinen) zum größten Teil dezentral, aber phasensynchron über ein Umrichterwerk in Lübeck.
Entscheidend wäre eine Elektrifizierung der Marschbahn als dritter Hauptachse, von der aus Stich- und Verbindungstrecken mit versorgt werden könnten. Da würde sich aus Kostengründen eine dezentrale Energieversorgung über Umrichter und Autotransformatorstationen anbieten.

Da sich das Jahr ja nun doch dem Ende zuneigt, ist eigentlich mit dem noch für 2021 angekündigten Planfeststellungsbeschluss für die Elektrifizierung Hamburg – Kaltenkirchen zu rechnen?

Mir fehlt immernoch das Gesamtkonzept. U5, wird man zu einem Ergebnis des S-Bahn Tunnels kommen?. Steht fest ob zunächst in Abschnitt gebaut wird. Es ist das vieles vorab abklärt im Bezug das die Zeit wirklich drängt. Für mich bisher unerklärlich warum man sich so schleppend voran kommt. Der Hamburger Hauptbahnhof ist schon längst überholt. Keine Frage gehört der Hbf zu den kompliziertesten Bauvorhaben, aber ich sehe noch keine klare entschlossenen Zukunftsperspektive ähnlich wie am Diebsteich wurde S4 oder S-Bahn noch nicht integriert wurde. Der S-Bahn -Tunnel gehört zu den besten Lösungen, den Hbf hinreichend zu entlasten.

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