CDU fordert schnelle Finanzierung für S-Bahn nach Kaltenkirchen

Die Hamburger CDU sieht die geplante S-Bahn nach Kaltenkirchen wegen der jüngsten Kostensteigerung gefährdet. SPD-Verkehrsexperte hält dagegen: S-Bahn kommt sicher!
S-Bahn und AKN nebeneinander im Umsteigebahnhof Eidelstedt in Hamburg
S-Bahn und AKN nebeneinander im Umsteigebahnhof Eidelstedt in Hamburg

Nachdem bekannt geworden ist, dass die geplante S-Bahn nach Kaltenkirchen voraussichtlich 26 Millionen Euro teurer wird und insgesamt knapp 116 Millionen Euro kosten soll (NahverkehrHAMBURG berichtete), schlägt die Hamburger CDU Alarm. Der verkehrspolitische Fraktionssprecher  Dennis Thering spricht von einer „Kostenexplosion“, die die Förderfähigkeit durch den Bund – und damit das gesamte Projekt – gefährden könnte.

“Ein Scheitern der S-Bahn hätte fatale Konsequenzen“

„Bei der S-Bahn nach Kaltenkirchen herrscht Alarmstufe Gelb. Ein Scheitern des Gesamtprojektes hätte fatale Konsequenzen für den Verkehr im Norden Hamburgs“, so Thering. Der Senat müsse alles in seiner Macht stehende tun, um die Finanzierung und damit die Zukunft der S-Bahn-Linie schnellstmöglich zu sichern. „Dass diese Kostenexplosion nicht einmal eine Woche später bekannt wird, nachdem SPD und GRÜNE in der Bürgerschaft eine ‚Dekade des Schnellbahnausbaus‘ ausgerufen haben, ist geradezu grotesk.“

CDU wirft Hamburger Behörde mangelnde Transparenz vor

Außerdem wirft der CDU-Politiker der Hamburger Verkehrsbehörde vor, Informationen über die Gründe und möglichen Konsequenzen zu verweigern.

Der SPD-Verkehrsexperte und Vorsitzende des Verkehrsausschusses in der Bürgerschaft, Ole Thorben Buschhüter hält dagegen: „Eine Kostenexplosion kann ich nicht erkennen. Das Kostenvolumen liegt im Vergleich zu früher (2013) k…

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17 Antworten auf „CDU fordert schnelle Finanzierung für S-Bahn nach Kaltenkirchen“

Der gesamte Nahverkehr in Hamburg und Region kennt schon Alarmstufe dunkelrot. Mit den Regierungsbeteiligungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist die CDU mit in der Verantwortung für alle Pendler_innen.

Solange KEINE S4 west realisiert wird sollen mir S-Bahnprojekte im Nordwesten Hamburgs egal sein. Ich wohn in Pinneberg und die alle-10-min-S3, nordbahn und einige REs genügen. Nur der Kieler (RE70) könnte wieder stündlich halten.
Aber die 230 Maulbürger sollen sich und zehntausend anderen Pendlern ruhig die S21 verzögern oder vermasseln. Dann haben sie da oben weiterhin ihre Ruhe in der AKN Provinz.

PS: Das gilt auch für alle anderen die sich wegen lächerlichkeiten gegen den Neu/Umbau irgendwelcher Schnellbahnprojekte beschweren.
Grüße aus einer bestens angebundenen “10 Minuten Takt” Stadt ?

Oha was für Geplänkel in der Bürgerschaft um lächerliche 26 Millionen €.
Sehenden Auges und mit Hurrarufen verbrennen SPD und Grüne mit dem Projekt Diebsteich
hunderte Millionen €. Und finden das noch sehr gut.
Schweigen entweder, verweigern sich Diskussionen und Argumenten.
Stuttgart 21 am Bahnhof Altona wird laut Spiegel und laut Prellbock Bürgerini bestimmt 1 Milliarde € kosten.
Diesen verkehrspolitischen totalen Unsinn stoppen und Altona für max. 250 Millionen modernisieren und du kannst 2 S-Bahnen nach Kaltenkirchen bauen und hast noch Geld über.
Die CDU guckt zu, Die FDP duckt sich weg. Die Linke protestiert und wird von Grünen und SPD ausgelacht.
Gerade diese Grünen, die sonst so viel für behinderte Menschen tun, wollen den besten barrierefreien Regio-und Fernbahnhof in Deutschaland plattmachen.

Wie bitte? Die CDU war doch bis 2011 in der Verantwortung!! Die haben sich damals den Grünen gebeugt und das Thema S-Bahn nach Kaltenkirchen ganz nach hinten geschoben, damit die Grünen als die einzige Lösung von Hamburgs Verkehrsproblemen eine Stadtbahn haben konnten. Die CDU hat damals als Korrektiv komplett versagt!! Sie hätte damals durchsetzen können, dass in alle Ausbaumaßnahmen an der AKN-Strecke die Elektrifizierung mit eingeplant wird. Dann wäre es nicht weniger förderfähig gewesen, aber man wäre heute schon fertig.

Wenn die SPD nicht wie immer alles blockiert hätte, würde heute tatsächlich bereits die Stadtbahn nach Bramfeld und Steilshoop fahren, wäre mal voll mit dem Weiterbau Richtung Innenstadt beschäftigt, vielleicht sogar schon Richtung Niendorf. Das ganze hin- und her um die U5 wäre nicht aktuell und man könnte sich tatsächlich ganz und gar um die Kaltenkirchener und die Ahrensburger S-Bahn kümmern.
Aber die SPD hat natürlich, wie sie es seit der Abschaffung der Straßenbahn 1978 immer getan hat, nur auf ihre Busse geschworen. Die sie einsehen mußte, daß sie mit ihrer Busbeschleinigung keine Stimmen gewinnen konnte, hat sie ganz schnell das U5-Projekt hergezaubert. Bin mal gespannt, was von diesen ganzen Versprechungen tatsächlich gebaut wird, wenn überhaupt irgendetwas davon umgesetzt wird.

Offensichtlich hat die CDU auch kein Interesse mehr an ihrem einstigen “Stammland” (Wandsbek), seitdem sie dort “weg vom Fenster” ist. Jedenfalls habe ich bei uns noch kein solches Engagement für die S4 gespürt, wie hier für die S21. In Wandsbek höre ich von ihr immer nur Engagement für’s Autofahren.

Naja, müssen wir uns damit abfinden: Die Nachfolgerin (Titel “Unbeliebteste Bezirksamtsleiterin Hamburgs”) vom beliebten Gerhard Fuchs hat’s versemmelt, zur Strafe gibt’s nun den Thomas. Und auch die anderen SPD-Politiker und -Experten habe ich beim Kämpfen um die S4 noch nicht erlebt. Und dabei ist es ja sogar möglich, dass SPD und Grüne ihren eigenen Senat auffordern können 😉 War hier schon mehrfach Thema. Also dann, liebe S4-Initiative!

Es wird wirklich alles zu Tode geplant. Ganz besonders beim ÖPNV.

Teure Gutachten, jahrelange Vorplanung, ewiger Kostenstreit zwischen den Beteiligten. Dann kommen Bürgerbeteiligung und Gerichtsverfahren und dann -oh Wunder- ist in der Zwischenzeit alles viel, viel teurer geworden…

Das kostet viel Zeit und sehr viel Geld und es ist noch kein einziger Spatenstich getan.
Willkommen in Absurdistan!!

Ich versteh wirklich nicht, wie andere deutsche Großstädte SPNV-Projekte (Tram, Stadtbahn, U-Bahn und S-Bahn) bis heute durchgesetzt haben, und damit entsprechend 60-70% Bevölkerungserschließung im Stadtgebiet erzielt haben, und NUR HAMBURG nichts – aber wirklich über JAHRZEHNTE auch gar nichts – geschi..en bekommt (die U4 Hafencity ist maximal ein Investorenfeigenblatt) und daher heute(!) bei einem völlig indiskutablen Wert von nur 38% landet.

Bei dieser Tatsche kann mir doch keiner mit durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten erzählen, dass es in dieser selbbstverliebten Stadt keine wirtschaftlich oder bevölkerungsnützlich zu betreibenden Trassen gibt?

Was ist das für eine Billo-Stadt?!

Perle war mal in den 1960ern vielleicht – heute sind es nur noch die Aufbauten vorzeigbar, die Decks sind nicht zu gebrauchen (um mal in der Seefahrersprache zu bleiben)

Und ich verstehe nicht, wieso sich alle immer nur über Hamburg beschweren. Wenn in den anderen Städten wirklich alles so toll ist, warum ziehen nicht alle dorthin ?! Natürlich ist hier nicht alles perfekt, aber vielleicht sollte man sich auch mal Gedanken machen, warum es so ist. Erstens die geologische Struktur der Stadt: Hamburg ist kreuz und quer durchzogen von mehr oder weniger großen Gewässern die eine natürliche Barriere darstellen. Zweitens die zersiedelte Struktur der Stadt. In Hamburg leben 1,8 Mio Einwohner auf einer Fläche von 755 Km2, das entspricht 2.380 Einwohner pro Km2. Zum Vergleich, in Groß-Paris leben auf derselben Fläche (762 Km2) 6,8 Mio Einwohne, d.h. 8.900 Einw./Km2. In Berlin teilen sich 3,6 Mio eine Fläche von 892 Km2, d.h. über 4.000 Einw./Km2. Auch die “Kleinstädte” München (1,45 Mio, 311 Km2, 4.650 Einw./Km2), Frankfurt (0,74 Mio, 248 Km2, 3.000 Einw./Km2) und Stuttgart (0,62 Mio, 207 Km2, 3.000 Einw./Km2) haben eine deutliche höhere Bevölkerungsdichte als Hamburg.
Immerhin verlaufen allein auf Hamburger Grundgebiet 199,3 Km Schnellbahnen (U-Bahn 92,8 – S-Bahn 100 – AKN 6,5). Wenn im Dezember die U4-Verlängerung zu den Elbbrücken eröffnet wird ist das innerstädtische Netz knapp über 200 Km lang mit einer guten Taktfolge. Ich bin recht zufrieden mit unseren Schnellbahnen, die Hochbahn ist die zuverläßigste im ganzen Land und auch die S-Bahn ist immerhin noch deutlich pünktlicher als woanders. Und die Stadt möchte ich sicher für keine andere tauschen ! Hamburg bleibt meine Perle.

Von Trassen ins nirgendwo redet auch niemand, z.B. in den Hafen.
Oder anders ausgedrückt:
Allein die vier nördlichen Bezirke Altona, Eimsbüttel, Hamburg-Nord und Wandsbek haben zusammen ca. 1,2 Mio Einwohner mit einer Fläche von 333 qkm.
Das sind ca. 3.600 E / qkm.

Keine Trassen möglich?!

Wäre mir neu, dass Menschen in diesen Bezirken gesegnet mit SPNV sind.
Dafür bescheidene Stau-Rumpel-Busse bis zum Abwinken.

ps. Dein “Hau-doch-ab!” ist ein tolles Argument. Dies ist ein Nahverkehrsforum, falls du es noch nicht bemerkt hast – hier geht es nur um das Thema.

Niemand hat etwas von “Hau-doch-ab” gesagt. Ich sagte nur, daß ich überrascht bin, daß so viele sich über unsere Schnellbahnen beschweren. Ich bin viel unterwegs, und sooo toll finde ich die in den anderen Städten nun auch nicht.
Berlin ? U-Bahnen recht unbequem, fast nur unbequeme Längssitze, S-Bahnen seit vielen Jahren die totale Katastrophe (zur Zeit der Stadtbahner hatten die wenigstens noch etwas Retro-Charme).
Stuttgart ? Stadtbahn wirklich gut, S-Bahn oft verspätet.
Frankfurt ? Stadtbahn recht gewöhnungsbedürftig, S-Bahn auch mal verspätet.
München ? Dichtes Netz, aber U-Bahn A- & B-Wagen recht miefig, S-Bahn immer verspätet.
Düsseldorf ? Langes Warten angesagt bei der Stadtbahn, S-Bahn… kann man das überhaupt als S-Bahn betrachten ?
Köln ? Die schlimmste aller Stadtbahnen, S-Bahn siehe Düsseldorf.
Nürnberg ? Alles in Ordnung, aber in einer Kleinstadt mit einer Mini-Métro kann ja auch nicht viel verkehrt laufen.
Brüssel ? Nirgendwoanders soviele rote Rücklichter gesehen !
Unsere Hamburger U-Bahn dagegen ist mit Abstand die pünktlichste und zuverläßigste. Die Fahrzeuge, auch die alten DT3, sind immer sauber und wirken frisch. Die S-Bahn ist zwar nicht so sauber, aber sie ist ebenfalls relativ pünktlich. AKN hat Hochbahn-Standard. In den meisten Fällen komme ich dorthin wo ich möchte. Mit einen anschließenden 15 bis 20 Minuten-Marsch kommt man in fast jede Ecke Hamburgs. Auch die Hafenfähren benutze ich oft und gerne.
Ich bin jedenfalls froh, wenn ich wieder in Hamburg in unseren Bahnen und Schiffen sitze.
Sehr schade ist natürlich, daß es die Straßenbahn und die Alsterdampfer nicht mehr gibt, die habe ich früher auch gerne benutzt.
Über Busse brauchen wir gar nicht zu reden, das Geschaukel brauch ich mir nicht anzutun, dann fahre ich Auto.
Also, für mich bleibt Hamburg meine Perle.

Sie haben nicht richtig hingelesen, was “OEPNV-NUTZER” geschrieben hat. Ihm geht es um die in Hamburg besonders dünne Ausstattung des Stadtgebiets mit SPNV. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Vor allem in den dicht besiedelten Gebieten hat Hamburg sehr viel Luft nach oben. Erst recht im Vergleich mit anderen deutschen Städten.

@ OEPNV-NUTZER

Das Auto hatte hier offensichtlich immer mehr Vorrang als der öffentliche Nahverkehr.
Außerdem hatte Hamburg in den 70er Jahren eine Schuldenkrise, der zum Rücktritt vom damaligen Bürgermeister Peter Schulz führte. In Folge zogen viele in die Randgemeinden, da es dort günstige, aber dennoch komfortablere Neubauwohnungen gab. Das Pendlerphänomen ist dadurch besonders angeheizt worden. Da Hamburg Einwohner verlor, sah sich die Politik bemüßigt, den Ausbau des Schnellbahnetzes auszubremsen und darüber hinaus den Zeittakt der U- und S-Bahn teils schon ab 22 Uhr auf den 20 Min-Takt herabzusetzen. Und hier begann der Bruch, dass Hamburg nicht mehr die “Perle” war.
Zudem wird in einer Kaufmannsstadt nur allzu gern “auf Sicht” gefahren. Aber das rächt sich jetzt, wo die Einwohnerzahl wieder steigt.

@ OEPNV-NUTZER

… und wie schon in diesem Forum diskutiert, hat Hamburg seinerzeit zu vorschnell sein gesamtes Straßenbahnnetz einfach abgeschafft. Die in den 50er Jahren einst als Ersatz angekündigten 8 U-Bahn-Linien sind bis auf Wandsbek, Billstedt/Mümmelmannsberg und der Durchmesserlinie U2 einschließlich der Verlängerung Richtung Niendorf am Ende nicht gebaut worden. Diese Projekte gingen schlicht und ergreifend bei einer ausschließlichen Selbstfinanzierung wie noch bis 1970 über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt, deren “autogerechter” Ausbau ihr letztendlich zum Verhängnis wurde. Nach dem GVFG ab 1971 galten dann manche dieser Ersatztrassen als nicht U-Bahn-würdig. Die als Enklaven entstandenen Großsiedlungen wären nur angebunden worden, indem einige Strecken durch dünnbesiedeltes Gebiet hätten verlaufen müssen.

Das ist jetzt beim Anschluss des Osdorfer Born schon wieder diese Diskussion. Nur wenn in Bahrenfeld um 10.000 neue Wohnungen entstehen, bekommt die S-Bahn-Trasse vom Diebsteich aus den entsprechenden Zuschlag.

Es scheint, als ob Hamburg erst in der heutigen Zeit die Nachverdichtung bekommt, die eine Erweiterung des U-Bahn-Netzes als wirtschaftlich erscheinen lässt. Die Einwohnerzahlen steigen im Ggs. zu den Tendenzen der 80er Jahre.

In den 1950er Jahren wurden NICHT acht U-Bahnlinien “geplant”. Die Denkschrift über die Neuordnung des Verkehrs sollte damals für alle Verkehrsträger die nächstliegenden Projekte enthalten und außerdem zeigen, dass alle Akteure auch einen ganz langfristigen Planungshorizont haben. Das war wichtig, weil Hamburg all diese Projekte allein bezahlen musste und kein Geld verschwenden sollte (z.B. in dem man künftige Trassen verbaute)! Das Vorgehen sollte aber sein, bei Schiene und Straße immer nur die nächstliegenden Maßnahmen konkret umzusetzen und damit immer an den Brennpunkten so viel Erleichterung zu schaffen, dass man den Verkehr am Laufen hielt. (Wieder das hanseatische Prinzip “Fahren auf Sicht”).

Daher wurde zuerst die Kennedy-Brücke als erste leistungsfähige Innenstadtquerung neu gebaut. Aber der kreuzungsfreie Ausbau des Ring 1 nach dem Tunnel am Hauptbahnhof wurde später NICHT weiter verfolgt. Man stelle sich Stephansplatz mit einer Hochstraße vor….. Auch von den Stadtautobahnen hörte man nichts mehr (z.B. mehrspurig in Hochlage vor dem Dammtorbahnhof oder über der S-Station Wandsbeker Chaussee). DAS wäre eine “autogerechte Stadt” geworden, aber die tatsächlichen Eingriffe sind im Vergleich zu Münchens Mittleren Ring oder Berlins A100 geradezu niedlich…

Die Hochbahn ging 1955 damals mit der von Ihnen erwähnten Maximalplanung ins Rennen. Das hat bei der Stadt aber niemand ernst genommen und weil sich die Hochbahn kurz darauf beim Weiterbau der U1 nach Messberg völlig blamiert hat, wurde ihr gesamte Planungskompetenz entzogen. In den nächsten Jahren saß die Hochbahnspitze daher bei Planungen nur noch am Katzentisch! Konkret war 1955 nur der Weiterbau der KellJung-Linie (U1) nach Wandsbek und ein Abzweig der Wandsbeker Linie ab Jungfernstieg nach Altona. Die konkreten Langfristplanungen der Stadt waren immer deutlich sparsamer.

Bürgermeister Schulz war ein Übergang aber dachte noch in der Tradition der 1960er Jahre. In der Finanzkrise 73/74 war er nicht mehr der richtige Mann und wurde durch Klose abgelöst. Der für ÖPNV zuständige Senator Kern begriff als einer der ersten die Bedeutung des Containers für den Hafen. Kern (und die Spitzen von Hochbahn und HVV) begriffen damals aber leider nicht, dass die Finanzkrise eine Zeitenwende für Hamburg war und alle ihre Pläne dafür jetzt mindestens drei Nummern zu groß waren.

Man hatte finanzpolitisch mindestens fünf Jahre lang die Augen vor der Realität verschlossen und hatte nur ein „Weiter so“ im Kopf. (Ähnlichkeiten mit der evtl. GroKo sind nicht ganz ausgeschlossen.) Unter dem neuen Sparzwang war aber damals auch die historisch bedingte Aufteilung auf so viele verschiedene Bahnsysteme nicht mehr zu halten und die Straßenbahn war nach den Kleinbahnen leider das logische Opfer.

Offenbar sind noch mehr historische Tatsachen nicht bekannt, wie ich aus einer Äußerung von Herrn Wolter an anderer Stelle im Netz entnehme. Für Hamburger jüngerer Baujahre daher noch einige Ergänzungen:

In der o.g. Denkschrift hatten damals auch die S-Bahn und die AKN ihre Maximalplanungen ausgebreitet. Hamburg setzte Prioritäten und machte aus diesen ein erstes Baupaket für Straße und Schiene.

Der Weiterbau der U-Bahn Richtung Messberg wurde sehr schnell beschlossen und die Hochbahn hatte nach 25 Jahren wieder einen Tunnel zu planen und bauen. Die Bauarbeiten kamen nur langsam voran und irgendwann war die Geduld der Stadt aufgebraucht. So wurden Planung und Bauleitung in die Baubehörde verlegt.

Die strategische Planung wurde ab 1965 dann beim HVV angesiedelt, bis dieser in der jüngeren Zeit verschlankt wurde.

Da schon in den 1930er Jahren eine U-Bahn nach Horn und Billstedt geplant war, traf die neue Priorität einer U-Bahn nach Wandsbek (heutige U1) in Horn und Billstedt auf starken Widerstand. Dieser wurde damit befriedet, dass Billstedt in der Prioritätenliste auf Platz 2 rückte. Beide Strecken waren allerdings auch noch aus vielen anderen Gründen eindeutig die höchsten Prioritäten und als dritte Priorität wurde dann ja auch tatsächlich eine Schnellbahn nach Altona gebaut, wenn auch als S-Bahn

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