Clevershuttle: Erster Mobilitätsdienst gibt in Hamburg wieder auf

Der Sammeltaxi-Fahrdienst Clevershuttle gibt in Hamburg auf. Das Ende kam gestern überraschend. Scheinbar hat die Bahn-Tochter nicht genügend Kunden gehabt.
Christian Hinkelmann
Ein Wagen von Clevershuttle in Hamburg
Ein Wagen von Clevershuttle in Hamburg

Der harte Kampf um Fahrgäste hat in Hamburg sein erstes Opfer gefordert: Der Fahrdienst Clevershuttle hat seinen Betrieb in der Hansestadt gestern ohne Vorwarnung eingestellt.

Die rund 250 Fahrer des Unternehmens, das zur Deutschen Bahn gehört, sollen gestern am frühen Morgen per Mail von dem plötzlichen Ende überrascht worden sein, am Vormittag wurden dann die Kunden per Mail informiert.

Seitdem können die weiß-grünen Sammeltaxis von Clevershuttle weder in Hamburg, noch in Frankfurt und Stuttgart gebucht werden. In fünf weiteren Städten soll der Betrieb dagegen weiterlaufen.

„Wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich“

Als Grund für das plötzliche Aus nannte das Unternehmen in seiner Mail an die Kunden, dass „ein wirtschaftlicher Betrieb unter den derzeitigen Umständen nicht möglich“ gewesen sei.

Nach Informationen des NDR soll die Zahl der Buchungen in Hamburg zurückgegangen sein. Experten vermuten demnach einen Zusammenhang mit den neuen Moia-Sammeltaxis. Der Mobilitätsdienst von Volkswagen ist derzeit mit rund 200 Kleinbussen in der Stadt unterwegs und will seine Flotte bis 2021 auf 500 Fahrzeuge aufstocken. Clevershuttle war dagegen nur mit 50 Wagen in der Hansestadt unterwegs.

In Hamburg buhlten bislang fünf Ridesharing-Dienste um Fahrgäste

Außerdem gibt es in Hamburg noch die Fahrdienste Uber, Ioki und Free Now, die alle nach einem äh…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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9 Antworten auf „Clevershuttle: Erster Mobilitätsdienst gibt in Hamburg wieder auf“

Nicht nur eine Frage der Technik und des Preises, sondern auch des Outfits. Potthässlich lackierte Fahrzeuge und überwiegend ungepflegt wirkende Fahrer – obwohl ich Neuheiten gegenüber sehr aufgeschlossen bin, war für mich sehr schnell klar, dass ich mich niemals in so einen CleverShuttle setzen würde. Wäre außerdem auch peinlich, darin gesehen zu werden. MOIA dagegen verfolgt den richtigen Weg und ist auch noch günstiger.

Die Fahrzeuge scheinen doch wohl die gleichen wie die von Ioki zu sein. Also: Fahrer und Fahrzeuge von Ioki übernehmen, Fahrzeuge umspritzen und weitere sinnvolle Bediengebiete einrichten. Ich wüsste da schon einige Bereiche in HH, die einen miesen ÖPNV haben.
Ioki ist für mich der einzige dieser Dienste, der eine sinnvolle Funktion hat und nicht in ÖPNV- (und E-Scooter-) überversorgten Gebieten herumkurvt.

(Nach der Melodie von ’10 Green bottles‘:)

Five ride sharers driving round Hamburg,
Five ride sharers driving round Hamburg,
And if one ride sharer should accidentally fail,
There’ll be four ride sharers driving round Hamburg.

Four ride sharers driving round Hamburg,
Four ride sharers driving round Hamburg,
And if one ride sharer should accidentally fail,
There’ll be …

PS Guter Artikel in ‚The Atlantic‘: „As WeWork crashes and Uber bleeds cash, the consumer-tech gold rush may be coming to an end“

Fünf Fahrdienste in Hamburg? Es werden genannt: Moia, Uber, Loki und Drive Now. Das sind vier. Drive Now ist kein Fahrdienst, sondern ein Mietwagensystem ohne Fahrer. Bleiben drei. Ioki gibt es nur in Osdorf und ist deshalb in dieser Liste nicht relevant. Es sind also nur zwei Fahrdienste, die beide unterschiedliche Konzepte betreiben.

Hallo Peter,
die Zahl Fünf bezieht sich auf die genannten Anbieter plus Clevershuttle. Bei Drive Now ist uns tatsächlich ein Fehler unterlaufen. Wir meinten „Free Now“. Wir haben den Fehler im Artikel korrigiert. Danke.

„Außerdem gibt es in Hamburg noch die Fahrdienste Uber, Ioki und Drive Now, die alle nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten“: Vermutlich ist nicht Drive Now, sondern Free Now gemeint?

Na das zeigt die soziale und gesellschaftspolitisch positive Einstellung der ´Bahn-Tochter´. Zuerst werden die Mitarbeiter ´plötzlich´ in die Realität entlassen und dann erst die Kunden. Nicht einmal Briefe und Porto oder gar eine möglicherweise noch Kosten verursachene Öffentlichkeitsarbeit war es den ´Planwagenquaksalbern´wert. Über Nacht haben sie lautlos die Stadt verlassen, früher verarxxxten sie die Leute mit Haarwuchsmitteln. Heute mit ´Dienstleistungen´. Mittelalter wohin man nur schaut.

Bitte den Artikel unbedingt aufbewahren. Mittels C&P ist er eben in sehr absehbarer Zeit auch für Uber, Ioki und Drive Now ohne viel Änderungen zu gebrauchen. Aber auch bei MOIA, Lime, car2go, Tier, Circ, Voi, etc, etc wird er passen.

Ich zitiere einmal Morpheus aus der Matrix Trilogie. Nicht mit ´Willkommen in der Wüste der Wirklichkeit´ sondern mit ´Hattest du jemals einen Traum Neo, der dir komplett real erschien? Was wäre wenn du unfähig wärst von diesem Traum wieder aufzuwachen, Neo? Wie würdest du den Unterschied zwischen Traumwelt und realer Welt erkennen?´der passt eigentlich viel besser.

(Zur melodie von ’10 green bottles‘:)

Five ride sharers driving round Hamburg,
Five ride sharers driving round Hamburg,
And if one ride sharer should accidentally fail,
There’ll be four ride sharers driving round Hamburg…

Wie!?
Das ist doch Bestandteil des großen Wurfs der Mobilität in Hamburg gewesen?

Und ioki und MOIA und switcHH und die ganzen nach-30h-Schrott-E-Roller und vor allem die Metrobusse!?

Ey, kommt schon.
Wollte doch wirklich jetzt mal auf mein Auto verzichten, wie zehntausende andere Hamburger auch, weil die o.g. Sachen so geil und modern und großstädtisch sind. Da kann man das nicht zurückfahren.

——-

„Hamburg gilt als Stadt mit den meisten Fahrdiensten dieser Art in Deutschland und hat in den vergangenen Jahren sehr freizügig Lizenzen vergeben.“

Die Stadt hat seit Jahrzehnten nunmal nichts anderes außer ein paar vestreute U- und S-Bahnlinien, die kein Netz bilden und auch keine Sau* anbinden…

*) sind 62% der Einwohner

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