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Sommer-Baustellen im HVV: Sperrungen und Ausfälle auf 24 Bahnlinien

So viele Bauarbeiten gleichzeitig gab es lange nicht im HVV. Auf 24 Bahnlinien in Hamburg und Umland fahren in den kommenden Wochen weniger oder gar keine Züge. Lesen Sie hier, was wann wo bis Anfang September gesperrt ist und was Sie bei Ihrer Routenplanung im HVV beachten sollten.
Christian Hinkelmann
Symbolbild: Bauarbeiten im Hamburger U-Bahn-Netz.
Symbolbild: Bauarbeiten im Hamburger U-Bahn-Netz.
Foto: Christian Hinkelmann

Es ist wieder so weit: Die Sommerferien im Norden beginnen in diesen Tagen und das bedeutet für alle Bahn-Pendlerinnen und -Pendler, dass es Zeit ist, sich auf Ausfälle, Umwege und Zeitverlust einzustellen. Schließlich nutzen die Verkehrsunternehmen die Ferienzeit gerne für längere Baustellen, da insgesamt weniger Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind.

In diesem Sommer brauchen HVV-Fahrgäste besonders starke Nerven: Nicht weniger als 24 Bahnlinien sind von Bauarbeiten betroffen und fahren entweder gar nicht, seltener oder auf verkürzten Strecken. Darunter sind fast alle U- und S-Bahnlinien und viele Regionalstrecken. Besonders ärgerlich: Zwei S-Bahnlinien fallen fast sechs Wochen lang komplett aus und zwei wichtige Bahnstrecken in der Hamburger Innenstadt werden wochenlang dicht gemacht.

Lesen Sie hier die komplette Übersicht, welche Strecken in Hamburg und Umland in den nächsten Wochen bis Anfang September gesperrt sein werden, wo weniger Züge als üblich unterwegs sind und welche Linien verkürzt werden – inklusive einer Übersichtskarte für die sichere Fahrt durch den Sperr-Dschungel.

S1 gesperrt, S11 fällt sechs Wochen lang aus

Die ersten Ferien-Vollsperrungen starten bereits am Donnerstag, dem 13. Juli. Zwei Wochen lang, bis zum 27. Juli, wird die S-Bahn-Strecke zwischen Hauptbahnhof (S1) und Ohlsdorf komplett dicht gemacht. Die S1 wird durch Busse ersetzt, die S11 fällt komplett aus – und zwar nicht nur in diesen zwei Wochen, sondern insgesamt fast sechs Wochen lang (mehr dazu weiter unten).

Der Hintergrund für die Vollsperrung ist der Bau der neuen Linie S4. Im Bereich Hasselbrook soll dafür eine neue Hilfsbrücke eingebaut werden. Außerdem erneuert die Deutsche Bahn auch mehrere Gleise dort. Gleichzeitig soll es Vorarbeiten für ein neues S4-Stellwerk geben, das eigentlich schon längst in Betrieb sein sollte, doch es gab immer wieder Verzögerungen. Im vergangenen Frühjahr…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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8 Antworten auf „Sommer-Baustellen im HVV: Sperrungen und Ausfälle auf 24 Bahnlinien“

Man sollte nicht immer Asien mit Deutschland vergleichen.
In Asien gibt es Arbeitskräfte, in Deutschland wird es immer mehr Mode nicht zu arbeiten.
Also können die immer weniger werdenden Menschen die noch (hart) arbeiten leider immer weniger schaffen.

Gehört nur am Rande zum Thema, aber bei einer Fahrt nach Köln und Bonn habe ich wortwörtlich „erfahren“ dürfen, wie schlecht bis nicht vorhanden dort die Informationen der KVB und der SWB über Bauarbeiten, Ersatzhaltestellen und welche Linien an welcher Ersatzhaltestelle in welche Richtung fahren, sind.

Dagegen ist die Informationspolitik der Hochbahn äußerst vorbildlich, und selbst die spärlichen Informationen, die die Hamburger S-Bahn in der Regel rausrückt, sind noch besser als das, was man im Rheinland erleben kann.

was die Sperrung des City Tunnels für fast 3 Wochen angeht: Es ist wohl technologisch möglich, den Austausch von Schienen schneller zu bewerkstelligen, aber so funktioniert die Deutsche Bahn nicht. Es ist offensichtlich, daß vor allem nach dem (niedrigsten“ Preis Aufträge vergeben werden und da sind dann eben Firmen priorisiert, die billiger sind. Wenn man sich vor Augen hält, daß in Japan auf der Shinkansenstrecke Tokyo-Osaka jedes Jahr fast 500 Mio ausgegeben werden, nur um die Strecke in Stand zu halten, dann weiß auch, wo in Deutschland angesetzt werden muß. Die Deutsche Bahn ist in einem derart desolaten Zustand, das die Ausgliederung des Streckennetzes und die Überführung in eine Bundesbehörde unvermeidlich ist. Die Volkswirtschaft kann sich den Irrsinn, den die Deutsche Bahn ja nicht nur bei Ihren Bauarbeiten anstellt, nicht mehr länger leisten.

Wie immer zeigt der Beitrag die geballte Kompetenz von Herrn Jung. Was ist wohl der Grund, warum man nicht einfach schnell einen Schienenbauzug durch den Citytunnel fahren kann, der sonst auf Deutschland Strecken unterwegs ist? Ich gebe mal einen Tipp: Stromschiene!

Und ich gebe gleich noch einen weiteren Tipp: Lichtraumprofil.
😉
Ach ja, wenn wir unseren Prellbock nicht hätten, wir müssten den glatt erfinden. 🤣

ok zwischen einer Sperrung von 48 Stunden und 3 Wochen gibt es aber auch noch einen Mittelweg. In Japan werden jede Nacht 2-3km erneuert, daher kann man schon erwarten, daß man auch in Deutschland im Tunnel ohne Maschinenhilfe wengisten in 10 Tagen durch ist

Da gebe ich dir natürlich vollkommen recht.
Ich fand nur das Bild vor meinem geistigen Auge so lustig, wenn sich eine SUM im Citytunnel so festrammelt, wie die TBM von Rastatt.

Verdienstvolle Zusammenstellung! So etwas hätte man vom HVV und der DB erwartet. Es ist unglaublich, wie wenig diese Bauarbeiten sinnvoll koordiniert sind. Der Schienenaustausch im City-Tunnel hätte ja auch schon im vorigen Jahr bei der langfristigen Sperrung des Tunnel wegen des Stationsumbaus stattfinden können. Die Ausrede, dass nicht zwei Arbeiten gleichzeitig stattfinden könenn bei einer Totalsperrung klingt ziemlich abwegig, oder zeigt, wie sich die DB immer mehr in ihren internen Vorschriftenwust verheddert. Was die DB Oberen nicht auf der Platte haben, ist, dass Hamburg gerade in den Sommermonaten eine von Touristen gut bevölkerte Stadt ist, und für die sind die Sperrungen mindestens genauso hinderlich, weil die Reiseführer alle das Standardbild des SPNV zeigen, das jetzt nicht mehr gilt. Ebenso ist das Abklemmen des Flughafens in der Hauptreisezeit unverantwortlich. HVV und DB geben in diesen Tagen ein jämmerliches Bild des SPNV ab. So gelingt die Verkehrswende nie und nimmer. Wer kann flüchtet als Pendler sich ins Auto! Zudem braucht die DB für die Schienenerneuerung unverständlich viel Zeit. eine moderner Schienenumbauzug schafft 500 Meter Schienen neu zu verlegen incl. Schotterreinigung in einer Stunde. Dann sollte das Auswechseln der Schienen im Citytunnel nicht mehr als ein Wochenende dauern, wenn 24/7 gearbeitet würde, was möglich wäre, da es im Tunnel keine Lärmbelästigung für Anwohner gibt.
Die Sperrung der Wendlandbahn ist ein ebensolches Ärgernis. An die Mär von den angeblich falschen Schwellen (Typ Burgrain), die angeblich dort verbaut und jetzt ausgetauscht werden müssen, mag kaum einer glauben. Denn die Strecke, die nur gerade aus läuft, wird nur von leichten Dieseltriebzügen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h befahren, da dürfte die eine oder andere defekte Schwelle kein Sicherheitsrisiko darstellen. Vielmehr drängt sich auf, dass der Betreiber Errixx, der in Schleswig-Hostein Schwierigkeiten hat, wegen Personalmangel die seit dem letzten Fahrplanwechsel neu zugeteilte Strecke Lüneburg-Lübeck-Kiel fahrplanmäßig zu bedienen, die Wendlandstrecke bewusst nicht bedient, weil hier die Pönalen für Zugausfälle geringer sind als auf der langen Strecke nach Kiel. Die lange Streckensperrung kommt sicher auch der LNVG zu Pass, die die einzige Bahnstrecke in Niedersachsen ohne eine stabilen 2-Stundentakt, schon seit Jahren stillegen will, dies aber nicht darf, weil dies die Zufahrtstrecke zum Atommüllendlager Gorleben ist, und durch den SPNV ein Teil der Kosten für die Streckenunterhaltung auf diesen abgewälzt werden kann. Zu fragen ist auch, ob die schadhaften Betonschwellen nicht auch durch die überschweren Castortransportzüge verursacht wurden.

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