Endgültiges Aus für Stadtregionalbahn Kiel

Kiel und das Umland bekommen doch keine gemeinsame Stadtregionalbahn. Nach mehr als zehn Jahren Planung hat Kiel das Projekt jetzt endgültig für gescheitert erklärt. Ganz vom Tisch ist die Idee aber noch nicht: Oberbürgermeister Kämpfer will jetzt eine Straßenbahn innerhalb Kiels prüfen und Finanzierungsmöglichkeiten ausloten lassen.
Die Stadtbahn von Aarhus befährt eine der wichtigsten Einfallstraßen der Stadt. Rasengleise sollen für ein gutes Klima sorgen
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Mehr als zehn Jahre wurde geplant und diskutiert – jetzt hat Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer die geplante Stadtregionalbahn endgültig beerdigt. “Es ist jetzt Zeit, eine Zäsur herbeizuführen”, so Kämpfer bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche. “Das 380-Millionen-Vorhaben hat in den vergangenen Jahren nie die notwendige kritische Masse der Unterstützung erreicht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt”, so der SPD-Politiker weiter.

Die Stadtregionalbahn, die in der Kieler Innenstadt als normale Straßenbahn und außerhalb der Stadtgrenzen auf bestehenden Eisenbahnstrecken bis nach Neumünster, Plön und Eckernförde fahren sollte, ist seit Jahren im Umland umstritten. Nur der Kreis Plön unterstützte das Projekt – Neumünster und der Kreis Rendsburg-Eckernförde hatten sich aus den Planungen zurückgezogen.

Kiel will sich jetzt auf andere Schienenprojekte konzentrieren – zum Beispiel die Reaktivierung der Personenstrecke von Kiel zum Schönberger Strand, die seit Jahren nicht so recht vorankommt. “Ich werde mich insbesondere dafür einsetzen, dass der Ausbau der Hein-Schönberg-Bahn jetzt möglichst schnell vorangetrieben wird”, so Kämpfer.

Am kommenden Donnerstag wird die Kieler Ratsversammlung offiziell über das Ende der Stadtregionalbahn infomiert. Grundlage ist eine entsprechende Mitteilung des Oberbürgermeisters (

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12 Antworten auf „Endgültiges Aus für Stadtregionalbahn Kiel“

Wenn man sich das mal überlegt. Für 50 Mio weniger hat Hamburg die läppischen 3 km U Bahn in die Hfanecity gebaut……

Ist die Stadtbahn in Kiel notwendig? Soweit ich weiß kommen dort die Busse gut zurecht. In Hamburg hat man sie wegen zu hohen Baukosten eingestampft und verbessert dafür lieber ihre U- und S-Bahn. Vielleicht sollte man sich in Kiel auch lieber Gedanken über eine S-Bahn oder ähnliches machen.

#Stadtbahnfreund

Die Hafencity-U-Bahn ( U4 ) ist ja auch eine U-Bahn und wird auch im östlichen Teil Hamburgs als Verstärkerlinie für die U2 angeboten. Aus diesem Grund hat Hamburg wie ich schon sagte die Stadtbahn eingestellt weil sie zu teuer ist und keiner will sie haben.

Ich war nie ein großer Fan der Stadtregionalbahn, weder in Kiel noch sonst wo. Für weiter entfernt liegende Ziele gibt es Regionalbahnen, die deutlich schneller unterwegs sind, schon allein weil sie an weiniger Stationen halten und eben nicht als Straßenbahn durch die Stadt “eiern”. Man sollte daher darüber nachdenken, einzelne Stationen (z.B. in Neuwittenbek) oder die Strecke zum Schöneberger Strand für Regionalbahnen wiederzueröffnen, ganz ohne Stadtregionalbahn. Innerhalb Kiels hingegen würde ich eine reine Stadtbahn mit 3 Linien favorisieren:
Linie 1: (Schilksee – Friedrichsrort) – Wik – HBF – Gaarden – Neumühlen
Linie 2: Mettenhof – Kronshagen – HBF – Gaarden – Elmschenhagen – (Ostseepark)
Linie 3: Suchsdorf – Universität – HBF – Südfriedhof (Hassee – Russee)

Hat jemand gestern die Diskussion der Kieler Ratsversammlung zu Punkt 7.2 der Tagesordnung verfolgt?
Es ging um das Scheitern der SRB. Allgemein wurde die Entscheidung des Kreistags in Rendsburg bedauert.

Dabei ist die doch nur logisch und vernünftig: von Kiel führen 3 Bahnstrecken für den ÖPNV durch das Kreisgebiet, nach Eckernförde (Flensburg), nach Rendsburg (Husum) und nach Neumünster (Hamburg).

Alle werden im Halbstundentakt bedient. Busse fahren regelmäßig die Bewohner zu den Bahnhöfen, wo man meistens ohne große Wartezeiten in den Zug umsteigen kann, der schnell direkt in das Zentrum der Landeshauptstadt fährt. Die SRB im Kreisgebiet keine neuen Gebiete erschlossen.

Im Grunde kann man sich nur wundern, weshalb der Kreis Plön nicht ebenso reagiert hat. Wenn die Strecke nach Schönberg in Betrieb geht, wird dort sicher auch bald der Halbstundentakt eingerichtet. Mit der Bahn nach Preetz (Lübeck) gibt es dann auch 2 gute Verbindungen in die Landeshauptstadt. Die SRB hätte auch hier keine neuen Gebiete erschlossen. Weshalb also hier überflüssige finanzielle Risiken auf sich nehmen?

In meinen Augen hat das mit den Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, die angeblich das einzige – falsche – Argument der Opposition sein soll, herzlich wenig zu tun.

15 Jahre wurde verkündet, nur mit den 3 Nachbarn (NMS, RD und PLÖ) sei die neue Bahn rentabel zu betreiben und soll plötzlich das Gegenteil wahr sein?
Das verstehe und glaube wer mag.
Tatsächlich ist Kiel zu klein für ein innerstädtisches Schienennetz. Und weshalb hat keine andere der 31 deutschen Großstädte ohne Straßenbahn eine solche wieder eingeführt? Weshalb werden immer nur Beispiele aus Frankreich genannt, wo die Finanzierung des ÖPNV völlig anders verläuft?
Ausgerechnet das hochverschuldete Kiel soll das stemmen? Kaum vorstellbar.

@Biene:
Kiel:
241.000 Einwohner
118 qkm

Dessau-Roßlau
83.000 Einwohner
244 qkm

Cottbus
99.000 Einwohner
165 qkm

Mainz
204.000 Einwohner
97 qkm

Erfurt
204.000 Einwohner
269 qkm

Kassel
194.000 Einwohner
106 qkm

(alles aus Wikipedia)

Warum ist Kiel zu klein für ein innerstädtisches Schienennetz?

Möglich wäre es ja für Kiel eine Stadtbahn die auch REIN innerhalb Kiels verkehren würde. Man sollte die dortigen Busse anschauen die den kompletten Stadtverkehr selbstständig betreibt, mir ist sonst nicht bewusst was sonst noch so in der Schleswig-Holsteinischen Hauptstadt betrieben wird, außer die Züge im Hauptbahnhof.

Kiel ist “zu klein”, um neben dem Bus- und dem Regionalbahn-System ein drittes neu aufzubauen. Zudem hat es eine extrem niedrige PKW-Dichte und die Busse der KVG fahren auch in die größeren Nachbarorte.
All das ist schon vor Jahren in den Forem “drehscheibe-online.de” und bahninfo-forum.de” diskutiert worden

Die Städte haben die Straßenbahn ja nicht neu eingeführt, sondern betreiben sie seit Kaisers Zeiten. Zudem in der Regel stark defizitär (vor allem im Osten, wo die Kostendeckung häufig nur 25% entspricht) und unflexibel, z.B. Erschließung neuer Gebiete. Die Stadt-Regional-Bahn in Kiel hatte da auch andere Dimensionen. Da muss man sich eben fragen, ob sich so viel Geld (Bau plus Betrieb) dafür lohnt; oder ob man nicht mit den Mitteln auch eine bessere Lösung anstreben kann. Will man z.B. die Uni besser anbinden, muss das kein großes Netz sein.

@ Biene

Was heißt “zu klein” ?
Entscheidend ist doch der Kosten-Nutzen-Faktor.

Mir hat gerade jemand in einem Forum von der geplaten Strassenbahn ( “Campusbahn” ) in Aachen (241.000 Einwohner) erzählt. Diese hätte einen Kosten-Nutzen-Faktor von 1,5 gehabt. Trotzdem haben sich dort (in diesem Fall) die Bürger gegen eine solche entschieden. Aber bei einem Faktor von 1,5 ist dieses m.E. eine eindeutig falsche Entscheidung.

Wie hoch wäre denn der Faktor für eine Stadtbahn in Kiel gewesen ?

Gruß
Mr.C

@Mr.C
da Dir hier keiner antwortet, tue ich das mal: Der Kosten-Nutzen-Faktor für die SRB in Kiel liegt (lag) bei 1,9 !!
Der Karlsruher Stadtbahn-Erfinder Dieter Ludwig war bei diesem Wert ganz erstaunt, das Kiel noch nicht baut. Karlsruhe wäre damals froh gewesen einen so hohen Wert. gehabt zu haben…

Keine neue Straßenbahn? Und was ist mit Saarbrücken? Die anderen aufgeführten Stadte hatten schon immer eine Bahn.

Kiel ist eben in vielen Belangen eben viel zu langsam. Zb gegenüber Hamburg was zb das Car Sharing Angebot angeht…
Das Problem bei der SRB Kiel war, das die Grünen plus SPD, das Projekt mit dem Kopf durch die Wand umsetzen wollten. Anders, als es in Karlsruhe passiert ist. In Karlsruhe ist das Projekt, mithilfe der DB AG, über Jahre in das Umland gewachsen. Und nicht von heute auf Morgen realisiert als RegioTram.
In Kiel und dem Umland gibt es ausreichend Potenzial für einen Schienen ÖPNV.
Allerdings muss man sich Fragen, ob das vorhandene Schienennetz in Kiel zusätzlichen Bahnverkehr aufnehmen kann? Da das vorhandene Schienennetz in und um Kiel 1 gleisig aufgebaut ist.
Ein kleiner Streckenabschnitt zwischen der reaktivierten Bahnhaltestelle zum Hbf Kiel ist eingleisig. Der ganze Streckenabschnitt zwischen dem Kieler Hbf und der Bahnhaltestelle Kiel Suchsdorf müsste 2 gleisig durchgehend ausgebaut werden.
Ich würde eher eine Stadtbahn aufbauen die, vorerst, nur in Kiel fährt. Da 2 Nachbarkreise zu kritisch gegenüber einer SRB Kiel sind und einige Gemeinden den Sinn nicht verstehen, wollen. In Kiel verhindert die CDU und womöglich auch die KVG Kiel ein Schienen ÖPNV.
Da der Kreis Plön wenigstens bei einer Stadtbahn mitmachen wollte, könnte eine Stadtbahnlinie bis nach Plön geführt werden und nach Schönberg in Holstein.
Wenn man die bestehenden Regionalbahnstrecken von Kiel nach Eckernförde, neue Bahnstrecke Eckernförde-Schleswig?, und von Kiel nach Rendsburg 2 gleisig ausbauen würde, könnte man den Regionalbahnverkehr verdichten. Zb ein 20min Takt zwischen Kiel und Eckernförde wäre vielleicht machbar.
EIne RegioTram die bis in die genannten Städte fahren würde, würde die langsamen Züge die die neuen Haltestellen anfährt ersetzen. Die Regionalbahn würde dann ohne Halt zwischen Kiel und den genannten Städten verkehren.

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