Flughafen-S-Bahn: Neuer Fahrgastrekord zum 10-jährigen Bestehen

Immer mehr Menschen fahren mit der S-Bahn zum Hamburger Flughafen. Zehn Jahre nach Eröffnung der Strecke sind die Zahlen doppelt so hoch, wie ursprünglich prognostiziert.
Von Christian Hinkelmann
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Ein Hamburger S-Bahn-Zug steht am Flughafenbahnhof (Airport)

Die S-Bahn-Verbindung zum Hamburger Flughafen hat einen neuen Fahrgastrekord aufgestellt. Im vergangenen Jahr sind 7,4 Millionen Menschen damit zum Airport oder zurück gefahren – 200.000 mehr als noch im Jahr zuvor.

Das geht aus einer Senatsantwort auf eine gemeinsame Anfrage der SPD-Verkehrspolitiker Ole Thorben Buschhüter und Dorothee Martin sowie dem Grünen-Abgeordneten Martin Bill hervor (Drucksache 21/15125).

Damit sind die tatsächlichen Zahlen inzwischen doppelt so hoch, wie die ursprünglich geplanten 3,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Feier zum 10-jährigen Jubiläum fällt heute wegen Warnstreik aus

Eigentlich wollte die Deutsche Bahn heute das zehnjährige Bestehen der Flughafen-S-Bahn feiern, doch wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft EVG wurde der Termin kurzfristig abgesagt.

“Die Flughafen-S-Bahn ist zehn Jahre nach ihrer Eröffnung weiterhin auf Erfolgskurs und aus Hamburg nicht mehr wegzudenken”, so Ole Thorben Buschhüter, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter und Vorsitzender des Verkehrsausschusses. “Eine solche positive Entwicklung erwarten wir auch auf den U- und S-Bahn-Strecken, die aktuell geplant werden: die U4 zur Horner Geest, die S4 nach Bad Oldesloe, die S21 nach Kaltenkirchen und natürlich die komplett neue U5.”

Grünen-Verkehrspolitiker Martin Bill sieht in den kontinuierlich steigenden Fahrgastzahlen einen Beleg dafür, wie richtig es war, den Flughafen an die S…

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12 Antworten auf „Flughafen-S-Bahn: Neuer Fahrgastrekord zum 10-jährigen Bestehen“

“Damit sind die tatsächlichen Zahlen inzwischen doppelt so hoch, wie die ursprünglich geplanten 3,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr.”

Galten die 3,5 Mio. als Prognose für 2018 oder für die Eröffnung? Wie dem auch sei, schön zu lesen, dass das Angebot so gut angenommen wird von Hamburgern, Wandsbekern und Gästen. Bei so einer steigenden Nachfrage ist die Ausweitung der Kapazität mehr als nachvollziehbar, weshalb die erwähnte Überlegung einer eigenen Linie mal näher untersucht werden sollte.

Das mag für die Taximafia nicht schön sein, aber es geht ja nicht nur um Partikularinteressen. Die haben ja — wie andere Randgruppen — schon vor dem Bau gezetert und Horrorszenariern an die Wand gemalt. So wie man es heute bei den anderen von Buschhüter genannten Projekten, die derzeit angegangen werden. Das legt sich erfahrungsgemäß spätestens mit der Inbetriebnahme. Sprich, man muss auch mal etwas konsequent durchziehen statt es nur miesepetrig zu zerreden.

Ach, ganz vergessen: davon abgesehen wünsche ich allen Streikenden ntaürlich einen erfolgreichen Arbeitskampf. Lasst Euch nicht unterkriegen! Wenn es gelingen soll, muss es auch mal schmerzen. Mit geworfenen Wattebäuschen ist kein Krieg zu gewinnen. Einen Finger kann man brechen, aber fünf sind eine Faust. In diesem Sinne gilt die weiterhin die Parole: Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will.

Ich habe mich schon immer gefragt, wieso man aus Flughafen und Poppenbüttel nicht zwei eigenständige Linien macht. Finde das jetzige System einigermaßen umständlich.
Sollte die Strecke nicht ursprünglich bis zur AKN verlängert werden? ? Ist das noch aktuell?

Ein Gedankenspiel als Laie: Teuer, aber mit hohem Nutzen, wäre doch ein Tunnel vom Airport bis kurz vor Norderstedt Mitte. Eine neue Regionalexpresslinie wäre dann: Kiel – Neumünster – Kaltenkirchen – Henstedt-Ulzburg – Norderstedt Mitte – Airport . Elektrifiziert, erleichtert den Menschen aus großen Teilen Schleswig Holsteins den Weg zum HH-Airport und entlastet den Hamburger Hauptbahnhof. Weiß nur nicht, inwiefern so etwas realistisch ist.

Das würde sicher Sinn machen und für viele aus Schleswig-Holstein den Weg zum Flughafen massiv verkürzen, verlangt aber einen zweigleisigen Ausbau der AKN-Strecke von Neumünster über Kaltenkirchen, und Elektrifizierung der Gesamtstrecke über Henstedt Ulzburg, Norderstedt. Inklusive eines Tunnelbaus vom Flughafen bis nach Norderstedt wird daraus ein Milliardenprojekt, für das keine Finanzierung in Sicht ist, zumal Hamburg lieber das Geld in unrealistische und unwirtschaftliche Zickzack-U-Bahnprojekte wie die U 5 versenkt.

oh ja und dann stehen die “begeisterten” Fluggäste aus aller Welt (naja ausser Dubai und Tehran gibt es da ja in Hamburg praktisch nichts mehr) dann an den Fahrkartenautomaten (Baujahr 1990) und “dürfen” bis zu einer Stunde warten, bis sie ein Ticket haben.
Nicht jeder benutzt eine Handy apps, um sich HVV Fahrkarten zu kaufen.

Diese Strecke ist eine Linie fast ohne Busanbindung.
Z.b. fährt man von AKN Burgwedel mit einem Pkw in ca. 20 Min zum Flughafen.
Mit Öffentlichen geht es entweder mit Bus oder per Bahn mit mehrfachem Umsteigen in 55 Minuten u.a. über Hamburgs geliebten Hauptbahnhof. Auf dem Ring 3 und im Krohnstiegtunnel stauen sich gleichzeitig die Pkw. Das Busnetz zielt aber wie zu Urzeiten auf Langenhorn U1.
Von Burgwedel , Schnelsen Niendorf etc. zum Ostarm der S1 könnte man viel Verkehr generieren.

Und warum muss ein Bahnhof in Deutschland eigentlich Airport heissen ?

“Und warum muss ein Bahnhof in Deutschland eigentlich Airport heissen ?”

Der muss nicht Airport heissen. Aber am Flughafen ist es nunmal so, dass der Anteil der nicht-deutsch sprechenden Nutzer ziemlich hoch ist. Weil dort nämlich viele internationale Flüge gehen. Und dann ist es ein guter und einfacher Service, dort mal ein englisches Wort zu nehmen. Das wird nämlich international (inkl. Deutschland und anderer deutschsprachiger Länder) verstanden.

Man muss nicht die AKN nehmen, sondern kann auch mit der bezaubernden Linie 5 nach Niendorf Markt fahren und dort den 23er nehmen. Das dauert knapp 30 Minuten bis zur Lufthansa-Basis (Haupteingang). Dort kommt man mit einem Shuttle in den Flughafen. Alternativ fährt man sieben weitere Minuten bis zur Haltestelle “S Hamburg Airport”. Durch den proppevollen Krohnstiegtunnel, der eine Fahrzeit von 20 Minuten höchstens nachts ermöglicht, muss man daher nicht und auch nicht über den Hbf fahren. Dass Leute aus Niendorf usw. noch häufiger fliegen, wenn die Busanbindung noch besser wird (als sie eh schon ist), bezweifle ich persönlich jedoch.

Diese Auskunft ist kostenfrei.

PS: Airport versteht jeder Hamburger sowie die Gäste. “Flughafen” wäre für letztere etwas kompliziert. Abgesehen davon steht ein eingeklammertes (“Flughafen”) an den Stationsschildern. Da werden wir es wohl überleben, dass man nicht “Flughafen Hamburg (Airport)”, sondern “Hamburg Airport (Flughafen)” dort stehen hat. Ist halt international gängige Praxis. Die Hafenverwaltung heißt ja auch Hamburg Port Authority und nicht mehr Amt für Strom- und Hafenbau.

“langsamste Bahnanbindung eines Airports”

Vermutlich noch nie oft den Bezirk verlassen, oder? Ziemlich weltfremd jedenfalls.

In München sind’s 40 Minuten. Berlin-Tegel hat keine Bahnanbindung (vom Hbf. 25 Minuten mit Schnellbus, der gerne in Moabit festhängt), Berlin-Schönefeld sind 32 Minuten mit der schnellsten Regionalbahn, mit der S-Bahn über 40 Minuten. In Rom 32 Minuten mit einem teuren Zug oder eine Stunde mit Reisebussen, die auch nicht im ÖPNV eingebunden sind. Ähnlich (33 Minuten) mit zwei Bussen (A1 und 109) in Barcelona. In Wien braucht man 31 Minuten mit Umstieg am Bahnhof Rennweg. In Kopenhagen ist man mit der Regionalbahn auch mit 30 Minuten dabei. Von den abgelegenen Großflughäfen in London und Paris ganz zu schweigen.

Kennt man aber verwöhnt nur Hamburg, kann man natürlich notorisch meckern und sich einreden, hier dauere es irgendwie besonders lange und überall ist es besser. Sagt aber mehr über einen selbst als über die Stadt. Bei solchen Anwohnern würde ich als HVV zur Strafe auch das Angebot ausdünnen, so als pädagogische Maßnahme und Denkanstoß. Vielleicht begreift man dann, dass eine Linie im Nahverkehrsnetz nicht als reine Direktverbindung (“Luftlinie” :-D) zweier Destinationen vorgesehen ist, sondern auf der Relation noch weitere Funktionen abdeckt. Aber vermutlich hat man dort so viel Verständnis wie bei der U5, deren Aussehen (isoliert betrachtet ohne Anschlüsse an U- und S-Bahnen) manch einen Hutbürger irritiert, weil er annahm, Osdorfer würden alle bis nach Steilshoop fahren wollen (und vice versa) und einen anderen Zweck hätte die neue Linie nicht. 😛

Bitte keine antiwissenschaftlichen Strohmanntrugschlüsse. Nur weil man das extremistische Märchen der blühenden Landschaft in allen Regionen außer Hamburg nicht mitträgt, ist man nicht automatisch jemand, der alles als fortschrittlich und unverbesserlich ansieht. Da muss man die eigene schwarz-weiße, postfaktische Radikalität nicht um 180° drehen.

Zudem ist weder das Umfeld des Hamburger Flughafens dicht bebaut, noch liegen die genannten Beispiele ausschließlich in der Peripherie. Der Verweis auf einen Bus als Direktverbindung im Vergleich zu einer Bahn im integrierten Netz hilft dann auch wenig, genau wie das Relativieren der Aussage, man brauche lange. Das widerspricht sich mit dem Geklage, es ginge nur um Luftlinien, was keinen Fahr- bzw. Fluggast interessiert, sondern die Reisezeit, der Preis, die Taktung und der Komfort.

Dass die Bahn keine Alternative zum MIV, ist angesichts der im Artikel erwähnten Zahlen auch ein schönes Trump’sches Märchen. Vielleicht vor dem Poltern erst mal lesen?

Kriegt der Flughafen eigentlich irgendwann eine StadtRad-Station? 15.000 arbeitende Menschen am Tag und 17 Millionen Passagiere (die nicht alle mit schwerem Gepäck reisen) sollten für eine Station ja eigentlich reichen.

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