Großer Budenzauber für zwei Elektrobus-Prototypen für Hamburg

Volkswagen-Tochter MAN, Hochbahn, VHH und die Stadt Hamburg inszenieren kurz vor Bürgerschaftswahl riesiges Elektrobus-Presse-Event  - für lediglich zwei Prototypen.
Feuerwerk fürs Klima: Pompöse Übergabe von zwei E-Bus-Prototypen an Hochbahn und VHH
Feuerwerk fürs Klima: Pompöse Übergabe von zwei E-Bus-Prototypen an Hochbahn und VHH
Foto: Florian Büh

So viel Budenzauber um ein neues Busmodell gab es in Hamburg wohl noch nie: Mit Feuerwerk, Probefahrten und einem mehrstündigen Presse-Event in der Speicherstadt sowie in Bergedorf haben die Hochbahn, die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gestern einen neuen Elektrobus gefeiert – der allerdings noch gar nicht richtig existiert.

Konkret ging es bei dem Event um die öffentlichkeitswirksame Übergabe von zwei Prototypen des Fahrzeugherstellers MAN an Hochbahn und VHH für Testfahrten. Die VHH hatte bereits vorab 17 Fahrzeuge verbindlich bestellt, die allerdings erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 ausgeliefert werden sollen, da die Serienfertigung noch gar nicht begonnen hat (siehe hier).

Mit der aufwendigen Inszenierung – genau zwei Monate vor der nächsten Bürgerschaftswahl – haben Verkehrsbetriebe und Politik noch einmal ihren Willen unterstrichen, ab dem 1. Januar nur noch lokal emissionsfreie Linienbusse zu beschaffen – und gleichzeitig wurde aufgrund der Größe des Events unfreiwillig deutlich, wie unüblich Elektromobilität in der Hansestadt noch ist.

MAN gehört mehrheitlich dem Volkswagen-Konzern, der in Mobilitätsfragen eng mit dem rot-grünen Senat zusammenarbeitet, den Fahrdienst MOIA betreibt und Premiumpartner beim geplanten Mobilitätskonkress ITS ist, der 2021 in Hamburg stattfinden soll.

Florian Büh
Elektrobus

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15 Antworten auf „Großer Budenzauber für zwei Elektrobus-Prototypen für Hamburg“

Ausgerechnet bei der Präsentation eines emissionsfreien Fahrzeugs ein Feuerwerk abzubrennen, zeigt, wie wenig das Thema Klimawandel wirklich im Denken der Verantwortlichen angekommen ist.

Schön ist es trotzdem!

Und gehen Sie mal nach Brasilien, Kongo und Indonesien,
was die für ein “Feuerwerk” mit ihren Urwäldern anstellen.
Dagegen ist das hier aber so was von bescheiden!

Nahverkehr ! Tolle Überschrift !!!!!!!!

Wenn dann die bestellten 20 Busse in der VHH Zentrale in Bergedorf geladen werden, gibt es da Stromzwangsabschaltungen in Bergedorf, weil das Netz überlastet wird?
So wie früher auf dem Lande. Da wurden Starkstromverbraucher aus dem Netz genommen, wenn die Bauern ihre Melkmaschinen angeworfen haben.
Und was ist denn mit den ehemaligen E-Bussen des VHH, die aus den Benelux kamen und versagten?
Und wieso behauptet der 1.Bürgermeister, wer E-Bus fährt, fährt vollständig klimaneutral?
Und wieder ein Bürgermeister, der da Schleichwerbung für VW macht,
War das bei MOJA nicht aus so?
Ich würde MOJA sofort abschaffen: Da fahren bald 1000 Kleinbusse so gut wie leer durch 770 km2 Stadt
und verbrauchen sinnlos teuren Strom.
Auch wieder ein Großkonzern, der Hamburg eingewickelt hat.
Die Hamburger SPD ist eben etwas besonderes, sagte der Bürgermeister gerade gestern in seinem NDR Regionalmagazin.
Gut das Nahverkehr aufpasst.

was diese Straßenfetischisten nicht kapieren, daß die Lösung nicht darin liegen kann, auf emissionsfreie Fahrzeuge umzusatteln, sondern den Straßenverkehr zu reduzieren. Dazu gehören ganzheitliche Ansatzpunkte, daß Arbeitsleben betreffend und auch viele andere Lebensgewohnheiten.

Mindestens zwei Jahre zu spät! Deutsche Bushersteller sind viel zu träge!

Die chinesischen Busse halten vielleicht nicht so lange, aber sie fahren schon in Massen. Die Niederländer haben deutlich weniger Hemmungen mal eben 259 Stück dort zu bestellen.

https://www.lok-report.de/news/europa/item/15223-niederlande-byd-erhaelt-europas-groessten-auftrag-fuer-elektrobusse.html

Nicht nur Hamburg wurde von der Busindustrie hängen gelassen, sie verspielen gerade unsere technologische Zukunft.

Ein großer Teil des CO2 entsteht bereits bei der Herstellung. Wenn chinesische Busse nicht lang halten, dann ist die Produktion im Endeffekt umweltschädlicher als alles, was nachher während der Fahrt eingespart wird. So ist das eben mit Batteriefahrzeugen. Dann lieber beim Diesel bleiben.

Ich frage mich, ob der Hochbahnchef wirklich das glaubt, was er sagt. Er hat doch auch Kontakt zu anderen Verkehrsbetrieben oder seinen ehemaligen Kollegen bei der BVG.
Tatsache ist doch, dass gigantische Mehrkosten auf die Betriebe zukommen werden. Und aktuell ist es so, dass die Busse sogar eher noch teurer werden. Abgesehen davon ist ja selbst die Umweltbilanz der tollen neuen Akkus gar nicht so toll.
Da lassen sich die Manager für Wahlkampfveranstaltungen missbrauchen.

Budenzauber wäre auch die richtige Überschrift für die ganze Verkehrspolitik der SPD HH.
Rumpelbus bleibt Rumpelbus, auch wenn er elektrisch fährt. Busbuchten werden auch immer noch gebaut, obwohl bei Onkel Olafs Ankündigung des modernsten Bussystems Europas die Abschaffung versprochen wurde. Da sind wir wieder beim Thema, die SPD verspricht viel…..

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