Hamburg rüstet ab sofort alle größeren städtischen Lastwagen mit Abbiegeassistenten aus

Hamburg führt als erste deutsche Stadt flächendeckend Abbiegeassistenten in allen größeren städtischen Lastwagen ein. Auch Privatunternehmen sollen zur Nachrüstung animiert werden.
Christian Hinkelmann
Dabei mischten sich zahlreiche Radfahrer immer wieder in den fließenden Schwerlastverkehr. Die Sperrung einer Auto-Fahrspur für den Radverkehr ist laut Polizei nicht möglich - zu große Staugefahr
Dabei mischten sich zahlreiche Radfahrer immer wieder in den fließenden Schwerlastverkehr. Die Sperrung einer Auto-Fahrspur für den Radverkehr ist laut Polizei nicht möglich - zu große Staugefahr

Die Stadt Hamburg rüstet ab sofort sämtliche städtischen Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht mit Abbiegeassistenten aus, die Abbiegeunfälle vermeiden sollen. Das hat der rot-grüne Senat gestern mitgeteilt (NahverkehrHAMBURG hatte in der vergangenen Woche zuerst darüber berichtet).

Demnach will die Stadt noch in diesem Monat mit der Nachrüstung der Bestandsfahrzeuge, z. B. bei Polizei und Feuerwehr, beginnen. In einigen städtischen Unternehmen, beispielsweise bei der Stadtreinigung, seien bereits Neufahrzeuge mit Abbiegeassistenzsystemen angeschafft worden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit mehreren Herstellern von Abbiegeassistenzsystemen abgeschlossen. Diese ermögliche es städtischen Behörden und Unternehmen, sich ab sofort und ohne Ausschreibung mit Abbiegeassistenzsystemen zu bedienen, heißt es.

Hamburg hat rund 2.000 städtische Lastwagen über 3,5 Tonnen

Insgesamt verfügen Stadt und öffentliche Unternehmen derzeit über rund 2.000 Lkw mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen, die jetzt sukzessive mit Abbiegeassistenzsystemen ausgerüstet werden sollen. Bei Lkw-Neuanschaffungen sollen künftig verpflichtend nur noch Fahrzeuge mit Abbiegeassistent bestellt werden.

Hamburg hatte im vergangenen Jahr einen erfolgreichen Pilotversuch mit Abbiegeassistenten durchgeführt. Dazu wurden 18 städtische Lastwagen mit Geräten drei verschiedener Hersteller ausgerüstet (siehe hier).

Alle Rechte vorbehalten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie gern den Link.

Ihr Zugang ist persönlich und darf nicht geteilt werden. Sie dürfen Artikel oder wesentliche Teile davon nicht vervielfältigen, veröffentlichen oder weiterleiten (z. B. in Pressespiegeln, per E-Mail, Messenger oder als PDF). Für diese Nutzungen ist eine gesonderte Lizenz nötig.

Lizenzinformationen: info@nahverkehrhamburg.de

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Dunkel, dreckig, siffig: Der Zugang zum U-Bahnhof Steinstraße mitten in Hamburg ist ein Angsttunnel. (Foto: Thomas Röbke)

Sicherheit im HVV: Warum dieser Tunnel Fahrgäste kostet

Schlecht beleuchtet, ungepflegt, gemieden: Der Zugang zum U-Bahnhof Steinstraße ist für viele ein Angstraum. Die Stadt Hamburg nimmt dem HVV damit Fahrgäste – und schadet der Verkehrswende. Das sind die Gründe.

Hamburger Zweisystem-S-Bahn im Winter in Stade. (Foto: Christian Hinkelmann)

Winter hat Hamburgs Verkehr fest im Griff

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-News der Woche für Hamburg und Umland: Das Winterwetter hat in dieser Woche Hamburgs Verkehr kräftig aus dem Takt gebracht, die Hochbahn informiert über die U5-Verlängerung und immer weniger Hamburger zahlen für ihr Deutschlandticket den vollen Preis.

Eine Hamburger U-Bahn vom Typ DT5 fährt auf einem Viadukt im Hafen, während sich unten der Autoverkehr staut

Wie die Auto-Zwickmühle die Hamburger Verkehrswende torpediert

Verkehrssenator Tjarks freut sich zu früh über den 2025 gesunkenen Autobesitz. Weite Teile der Hamburger haben zu wenig Vertrauen in Bus, Bahn und Carsharing als Alternative zum eigenen Auto. Der Senat müsste dringend nachsteuern, wenn die Verkehrswende gelingen soll.

Eine Antwort auf „Hamburg rüstet ab sofort alle größeren städtischen Lastwagen mit Abbiegeassistenten aus“

Sehr gut! Leider stimmt der Spruch „Es muss erstmal was passieren, dass etwas passiert.“ mal wieder sehr. Ich wünsche mir für die Hamburger Politik mehr Zukunftsdenken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner