Hamburger Senat rudert zurück und will P+R-Gebühren senken

Viereinhalb Jahre nach Einführung der Park-and-Ride-Gebühren rudert der Hamburger Senat zurück. Für HVV-Abonnenten sollen die Preise teils deutlich fallen.
Christian Hinkelmann
Park and Ride-Anlage in Hamburg
Park and Ride-Anlage am Bahnhof Rahlstedt in Hamburg

Seit viereinhalb Jahren kassiert Hamburg für die Benutzung der Park-and-Ride Anlagen Gebühren. Seitdem gab es immer wieder Kritik und teilweise verwaiste Parkhäuser.

Jetzt hat der Hamburger Senat reagiert und rudert zurück – zumindest teilweise. Heute Nachmittag soll die Hamburgische Bürgerschaft über einen Antrag der rot-grünen Regierungsparteien entscheiden, der ab Januar 2019 teils deutliche Preissenkungen für HVV-Abokunden vorsieht.

Demnach sollen die Besitzer eines HVV-Abos für eine P+R-Jahreskarte künftig nur noch 100 statt bisher 200 Euro zahlen. Weitere Gebührensenkungen soll es nicht geben.

Senat soll bis Herbst evaluieren, ob P+R-Gebühr zielführend ist

„Der Umstieg auf den umweltschonenden HVV ist damit nicht nur bequemer und sicherer, sondern auch finanziell attraktiver als bisher. Das ist ein weiterer Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität in der Metropole Hamburg”, so Grünen-Verkehrsexperte Martin Bill.

Außerdem soll der rot-grüne Senat laut Antrag dazu aufgefordert werden, bis Herbst 2019 zu evaluieren, ob die Einführung der Park-and-Ride-Gebühren auch tatsächlich die gesetzten Ziele erreicht wurden – nämlic…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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13 Antworten auf „Hamburger Senat rudert zurück und will P+R-Gebühren senken“

Bitte bedenken Sie, dass diese Gebühren noch on Top auf die Jahreskarte im Abo aufaddiert werden müssen. Heißt bei einer Vollzeitkarte Hamburg AB (derzeit 1046.4€ im Jahr) kommen dann nochmal 200€ dazu. Das macht für viele Pendler schon einen Unterschied bei der Abwägung ob Auto oder ÖPNV, da die Karten auch jährlich teurer werden. Da ist eine Entlastung von 100€ schonmal ein Anfang für attraktiveren ÖPNV.

Öhm, ja, und? Für jemanden, der von Neugraben nach Neu Wulmstorf oder vice versa pendelt, dürfte das eh egal sein. Schau doch mal, was man in der City für einen Pkw-Parkplatz bezahlt. Das sind gerne 150 bis 180 Euro im Abo. Pro Monat. Eine AB-Profikarte für 54 Euro im Monat klingt da schon anders.

“0,55 Euro am Tag”: Das gilt aber nur, wenn Sie den Parkplatz wirklich jeden Tag nutzen.
Bei angenommen 220 Arbeitstagen pro Jahr liegen Sie schon bei 0,91 Euro (was immer noch günstig ist).
Wer das Auto bzw. den Parkplatz z.B. nur bei Schlechtwetter nutzt, der hätte dieses Jahr mit der Jahreskarte wohl mehr bezahlt, als mit Einzeltickets…

Ich finde das Bsp Elbgaustraße eher unpassend, da das obere Parkdeck monatelang gesperrt war. In den unteren Ebenen sah es sicherlich anders aus. Zudem war dieser Sommer schon sehr extrem, wer stellt sein Auto tagsüber schon bei 40-60 Grad in der puren Sonne ab?

Park & Ride ist eine sinnvolle und feine Sache und entschärft die Parksituation in der Innenstadt. Das kostenslose P&R Parkplätze auch von Fremdparkern genutzt werden, ist unumstritten. Dieser Situation aber nur mit Gebühren entgegenzutreten ist kontraproduktiv.

Ein Vorschlag: Die Einführung eines Bonussystem. Nutzer könnten bei regelmäßiger Nutzung von P&R Plätzen einen nachträglichen Rabatt auf ihre Fahrkarten erhalten. Das kann z.B über die HVV-Card erfasst und abgerechnet werden. Der Bonus könnte als Anreiz auch gestaffelt werden, so dass Stammnutzer profitieren.

@Patrick: Ist vielleicht nicht immer so extrem, aber an der Elbgaustraße ist seit der Einführung der Gebühren oft jede Menge Platz.
Dafür wird aber, obwohl da eigentlich gar kein Platz ist, davor und/oder daneben geparkt.
Eine Empfehlung: Wenn die elektronische HVV-Karte eingeführt ist – Schranke installieren und Zutritt nur für diejenigen, die eine gültige Karte haben (Abokarte oder per App bezahlt).

Oder wenn beim Schrankensystem ein Prüfgerät installiert, der die neuen HVV-Cards, Wochen-, Flexi-, Monats-, oder Jobtickets, wenn die letzten auch digital werden und eine Chip haben werden prüft und reinlässt, wäre das Problem erledigt. Wenn keiner eine Abo Karte hat, kann dann, dort vor der Schranke eine Karte für die Bahn oder Bus kaufen. Eventuell müsste es dann eine zweite Schranke geben.

“CDU-Verkehrspolitiker Dennis Thering nannte die Park-and-Ride-Gebühren in Hamburg ein „mobilitätsfeindliches Millionengrab“ und forderte ihre komplette Abschaffung.”

Dass ein Schwerpunkt der Diskussion um bessere Mobilität in Abstellanlagen für den Flächenfresser privates Kfz gesehen wird, finde ich einigermaßen befremdlich. Andernorts (365-Euro-Ticket) waren sich doch alle (Politiker, außer Die Linke) einig, dass Angebotsausweitung vor Kostensenkung geht.

Das mobilitätsfeindliche Millionengrab besteht in den zahllosen kostenlosen Stellplätzen auf Hamburgs Straßen. Anstatt attraktiver Radverkehrsanlagen hunderttausende (23h)Stehzeuge, deren Abstellen den Eigentümer nichts kostet. Sogar monatelang abgestellte Wohnmobile, Wohnwagen, LKW usw. blockieren vernünftige Wege auf Velorouten.

Das kostenlose Parken gehört abgeschafft. Zumindest in weiten Teilen Hamburgs (Gegenden mit mehr als 1000 Einwohner pro qkm).

HVV Fahrradstellplatz / 24 € pro Quartal bisher
Bei entsprechender Baulicher einrichting können mindestens 6 Fahrräder auf ein KFZ stellplatz.
Damit könnten dann sowohl die Einnamenseite als auch das Proplem der Mangelden Fahrradställplätze gelöst werden.

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