Hitzewelle in Hamburg hat Auswirkungen auf den HVV

Die Sommerhitze in Hamburg hat Auswirkungen auf den Öffentlichen Nahverkehr. Die Hochbahn verteilt ab sofort Wasser an Fahrgäste, die Klimaanlagen arbeiten am Limit.
Von Christian Hinkelmann
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 auf der Linie U3 vor der Elbphilharmonie in Hamburg
Ein U-Bahnzug vom Typ DT5 auf der Linie U3 vor der Elbphilharmonie in Hamburg
Foto: Christian Hinkelmann

Die Hitzewelle hat Hamburg fest im Griff: Seit Tagen liegen die Temperaturen über 30 Grad. Diese ungewöhnliche Sommerhitze hat inzwischen auch Auswirkungen auf den Öffentlichen Nahverkehr in der Hansestadt.
Die Hochbahn verteilt ab sofort Wasser an ihre Fahrgäste. An den Stützpunkten der Hochbahn-Wache am Hauptbahnhof Süd (Ausgang ZOB), Hauptbahnhof Nord (Ausgang Halle Schauspielhaus) sowie am Jungfernstieg (Ausgang Alsteranleger) werden Wasserflaschen ausgegeben.

Hochbahn entriegelt verschlossene Fenster in U-Bahnen

Außerdem können ab sofort in den neuen U-Bahnzügen der Baureihe DT5 die Fenster geöffnet werden. Normalerweise sind die Fenster verriegelt, weil die Fahrzeuge mit Klimaanlagen ausgestattet sind, aber durch die langen Fahrten an der Oberfläche und dem laufenden Fahrgastwechsel bei diesen extremen Temperaturen kämen diese an ihre Grenzen, teilte die Hochbahn heute mit.

Nur die modernsten U-Bahnen haben eine Klimaanlage

Die neuen U-Bahnen der Baureihe DT5 werden hauptsäc…

Auch interessant

13 Antworten auf „Hitzewelle in Hamburg hat Auswirkungen auf den HVV“

Eigentlich sollte jetzt keiner für eine Fahrt mit dem Hvv zahlen müssen, denn niemand fährt freiwillig und gerne in diesen Sauna-Bahnen.
Und auch die neuen Bahnen scheinen wieder an der “definitiv kommenden” Realität vorbei geplant worden zu sein.
Da frage ich mich wirklich warum hier alles so teuer ist……

Schöne Übersicht! Leider fehlen noch ein paar Angaben.
Im Regionalverkehr der Deutschen Bahn sind vielleicht nur die moderneren Fahrzeuge mit Klimaanlagen ausgestattet. Obwohl die Formulierung “nur die moderneren Fahrzeuge” im Artikel leider den Eindruck erwecken könnte, dass dort kaum Klimaanlagen zu finden sind, ist das Gegenteil der Fall. Abgesehen von ein paar älteren Doppelstockwagen aus ehemaligen Reichsbahn-Beständen fahren planmäßig keine unklimatisierten älteren Fahrzeuge im HVV-Bereich:

-nach Westerland verkehren planmäßig die klimatisierten “Married-Pair”-Wagen (ex NOB), als Reserve- und Ersatzfahrzeuge sind aber immer mal wieder ältere unklimatisierte Fahrzeuge zu beobachten (immerhin kann man da auf dem Hindenburgdamm gut Seeluft schnappen 😉 )
-nach Kiel und Flensburg fährt man mit den neuesten klimatisierten Doppelstock-Triebzügen; wenn die ersetzt werden, habe ich bisher nur Ersatzzüge mit 112ern und modernen klimatisierte Doppelstockwagen gesehen
-nach Lübeck werden nur moderne klimatisierte Doppelstockwagen eingesetzt
-die RB nach Ahrensburg, Bargteheide, Bad Oldesloe sollten auch aus modernen klimatisierten Doppelstockwagen bestehen (vereinzelt ergänzt durch die genannten unklimatisierten Doppelstockwagen)
-nach Schwerin und Rostock verkehren ebenfalls morderne klimatisiere Doppelstockwagen
-zwischen Lüneburg und Lübeck ( – Kiel) verkehren LINT-Triebwagen, die wie die AKN-Fahrzeuge klimatisiert sind.

Die Züge der Nordbahn (Lint zwischen Neumünster und Bad Oldesloe; FLIRT zwischen Wrist/Itzehoe und Hamburg) werden auch nicht aufgeführt, sind aber auch alle modern und klimatisiert.

Auf den Strecken der ebenfalls im HVV liegenden EVB (Buxtehude – Bremerhaven) und erixx (Buchholz – Hannover) werden auch klimatisierte LINT-Triebwagen eingesetzt.

Vielleicht ist diese Information ja für den einen oder anderen ganz interessant, der vorher Angst vorm Schwitzen in den Regionalzügen hatte. Diese Angst ist im Normalfall unbegründet.

Hallo Claus,

“die RB nach Ahrensburg, Bargteheide, Bad Oldesloe sollten auch aus modernen klimatisierten Doppelstockwagen bestehen (vereinzelt ergänzt durch die genannten unklimatisierten Doppelstockwagen)”

“sollten” schreiben Sie vollkommen korrekt, nämlich die Realität ist oft ganz anders.
Erst gestern nachmittags mit der RB81 17:53 ab Hbf erlebt: Zug besteht ausnahmsweise aus 5 Wagen, davon ist der mittlere gleich von allen Seiten innen und außen abgeschlossen, also noch 4 Wagen verfügbar und ich habe Glück, dass im zweiten Wagen oben die Klimaanlage recht gut funktioniert. Und dann kommt die Durchsage der Zugbegleiterin: “Leider haben im ersten und im letzten Wagen unseres Zugs die Klimaanlagen einen Defekt.” Also sind von fünf nur mein und der Wagen mit der 1.Klasse für die Fahrgäste (ohne Schaden zu nehmen) nutzbar.

Na, und die DR-Dostos waren aber keine Ergänzung, sondern haben manchmal gerade notgedrungen den letzten Wagen eines 4-Wagenzuges gebildet, obwohl es eigentlich 5 sein sollten. Jetzt scheint es wohl nur noch einen sporadisch zu geben. Die anderen werden beim “Stillstandsmanagement” herumstehen.

Noch dazu: Die RB zwischen Rotenburg und Verden sind ebenso Sauna-Bahn ohne Klimaanlage und dazu voll eingeschaltete Innenbeleuchtung selbst bei prallen Sonne! Diese Beleuchtung fungiert als zusätzliche Decken-Heizung. Vor 40 Jahren waren bei der S-Bahn tagsüber immer die Beleuchtung ausgeschaltet. Ich frage mich, wer die Dauerbeleuchtung selbst bei großer Hitze angeordnet hat?

Bei der S-Bahn sagt ja auch schon der Artikel.

Auszug: Bei der Hamburger S-Bahn, der AKN und dem Metronom hat die aktuelle Hitze in Hamburg derzeit keine Auswirkungen und es werden auch keine besonderen Maßnahmen ergriffen, wie die einzelnen Unternehmen auf NahverkehrHAMBURG-Nachfrage bestätigten.

Dabei sind die Fahrzeuge der S-Bahn doch auch zu 99% ohne Klimaanlage und fahren auch hauptsächlich überirdisch. Aber vielleicht ist die Außenluft über den S-Bahngleisen deutlich kühler als die restliche Umgebungsluft.

Was ist denn da eigentlich los? Bei meinem letzten Besuch an der Elbe fand ich die S21 für einen langen Zeitraum unterbrochen. Über diese Baustelle aber wurde auf dieser sonst ja sehr informativen Seite bislang überhaupt nichts berichtet. Wie kommt das? Spiegelt sich hier die standardmäßig rudimentäre Informationspolitik der S-Bahn Hamburg wider?

Jedenfalls stand ich unfassbar dicht gedrängt im RE1 nach Bergedorf und war froh, dass die dortigen DoStos eine funktionierende Kimaanlage hatten. Trotz der Masse an Passagieren und der Hitze war der Zug sogar einigermaßen pünktlich.

Die Hochbahn zeigt sich auf Kritik ziemlich gesprächresistent. Das nervt mich! Die getönten Scheiben stellen in Tunnelhaltestellen eine Sichtbehinderung dar. Außerdem hängt die Reklame an den Fenstern zu tief, größere Fahrgäste haben die Werbung genau vor den Augen und können kaum noch aus dem Fenster schauen. Beim Bremsen an den Haltestellen quitschen die neuen DT5, offenbar sind die Fahrzeuge technisch nicht ausgereift. Und die Klimaanlage funktioniert bei Temperaturen über 30 Grad auch nicht, zum Lüften sind seit Mittwoch die Fensterklappen geöffnet. Das ist ein Offenbarungseid und einfach nur noch peinlich für das Verkehrsunternehmen.

Die alten AKN-Züge ohne Klimaanlage sind wohl das Schlimmste, was der HVV zu bieten hat. Wenn ich schätzen müsste, kommt man da easy auf 40°C oder höher. Dass man da lebend rauskommt, ist ein Wunder. Anscheinend machen die einfach nicht ihre Heizung aus.

Die neuen AKN-Züge, die HHA-DT5, die 490er-Reihe… Das sind entgegen einiger meiner Vorredner, wie ich finde, passable Züge, in denen ich gerne fahre. Auch bei dieser Hitze. Ansonsten sehe ich hier nämlich Jammern auf hohem Niveau… (Auch wenn ich nicht verstehen kann, wie der S-Bahn erst vor kurzem auffiel, dass ne Klimaanlage ja mal ganz cool wäre… Gab’s das vorher noch nicht!??)

Hallo Oliver

Als Akn Lokführer sitzt man teilweise bis zu 8 Stunden in den alten Zügen. Was meinst du was mich das ankotzt, im Führerstand ist es noch heißer. Und ja, die Heizung ist aus…

Alex

So warm ist es doch nun wirklich nicht. Interessant, dass die Klimaanlagen, bei denen damals lange diskutiert hat, ob sie überhaupt gebraucht werden, nun bei einer kleinen Hitzewelle gleich “an Grenzen stoßen”. Alle reden von der angeblichen Klimaerwärmung, aber Klimaanlagen werden dennoch falsch dimensioniert.

Ein Wort “quitschen” gibt es nicht. Gemeint ist wohl “quietschen”. Duden ist des Journalisten Freund.

Ich kann mich noch an die Kommentare von “Eisenbahnfreunden” erinnern, als die technischen Daten zu den DT5-Triebwagen damals vorgestellt wurden. Da hieß es dann: “Haha, wozu brauchen Hamburger U-Bahnzüge überhaupt eine Klimaanlage? So warm wird das doch bei uns nie”. Nach dem Motto: Klimaanlage in Hamburger U-Bahn braucht man nicht.

Tja. Jetzt haben wir trotzdem DT5-Triebwagen mit Klimaanlage bekommen.
Und siehe da: Sie ist sogar zu schwach für das Klima …..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.