Hochbahn testet E-Scooter zum Leihen als Bahnhofs-Zubringer

Die Hochbahn testet, ob sich E-Roller als Zubringer zum Bahnhof am Stadtrand eignen. Dazu hat sie gestern an zwei Haltestellen einen Versuch gestartet – mit reduzierten Preisen.
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Die neue E-Scooter-Abstellanlage am U-Bahnhof Berne
Foto: Hochbahn

Eignen sich die neuen Elektro-Tretroller, die seit einem Monat überall in der Hamburger Innenstadt stehen, auch als Zubringer zum Bahnhof am Stadtrand? Verzichten dadurch möglicherweise Pendler auf dem Weg zur U- und S-Bahn auf das eigene Auto?

Diese Fragen will die Hochbahn klären und hat dazu gestern einen Versuch an der U-Bahnstation Berne und am S-Bahnhof Poppenbüttel gestartet.

Und das funktioniert so:

Jede Nacht werden in den Wohngebieten zwischen den beiden U- und S-Bahnhöfen insgesamt 60 E-Scooter des schwedischen Verleihers Voi verteilt und stehen ab 6.30 Uhr an ausgewählten ­– aber variablen – Stellplätzen am Straßenrand zur Verfügung.

Wo die einzelnen Roller genau stehen, lässt sich mit der Smartphone-App von Voi herausfinden, teilte die Hochbahn mit.

Haltebügel sollen chaotisch abgestellte Roller an Bahnhöfen verhindern

Die Buchung der E-Roller funktioniert ebenfalls nur per App. Nach der Fahrt zum U-Bahnhof Berne oder zum S-Bahnhof Poppenbüttel können die E-Scooter an den dortigen P+R-Anlagen an extra neu aufgebauten Metallständern abgestellt werden.

Eine Pflicht dazu besteht allerdings nicht: E-Scooter dürfen wie Fahrräder quasi überall geparkt werden, so lange sie den Fuß-, Rad- und Autoverkehr nicht behindern.

Pendler können mit den E-Scootern bis vor die eigene Haustür fahren

Abends auf dem Heimweg kö…

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8 Antworten auf „Hochbahn testet E-Scooter zum Leihen als Bahnhofs-Zubringer“

Hat bei der Hochbahn nun blinder Aktionismus nach dem try-and-error-Prinzip jeglichen Vorrang vor einer fachkompetent(!) geplanten Vorgehensweise erhalten?
Oder möchte man aus industriepolitischen Gründen unter dem Buzzword Elektromobilität einen Scooter-Anbieter peppeln? Oder will man für den ITS-Kongress auf Teufel komm raus einen wahllosen Blumenstrauß an “Mobilitätsmaßnahmen” vorweisen, egal wie welk die Blumen sind?
Geld verpulvern einfach so, nur um sagen zu können “wir tun doch irgendwas”?

Der Versuch wird absehbar nicht den gewünschten Erfolg bringen, insb. bzgl. des erhofften Umstiegs vom Auto auf den ÖPNV. Weil folgende Gründe klar auf der Hand liegen:
1. E-Roller müssen bekanntlich die Fahrradwege oder die Fahrbahn benutzen. Bekanntlich ist hier die Attraktivität der Infrastruktur schlecht. Wer sich das dennoch antut, der tut das bereits jetzt schon lieber auf dem Fahrrad, als auf einem wackeligen Roller.
2. Wer wird denn sein 100% verfügbares Auto stehen lassen, nur um einen vielleicht verfügbaren Roller zu ergattern? Insb. für den Heimweg wird sich kein Autofahrer auf die Ungewisseheit einlassen, dass gar kein Roller am Bahnhof auf ihn wartet. Zumal: Was sind schon 60 Roller für 16.000 Ein- u. Aussteiger an der U-Berne?

Natürlich werden die Roller benutzt werden, aber absehbar:
1. von bereits jetzigen ÖPNV-Nutzern, die sich sponten -sofern Roller verfügbar- einen Fußweg ersparen bzw. aus Interesse/zum Spaß mal Roller anstatt Bus fahren werden.
2. viele werden regelwidrig auf dem Gehweg und/oder auf dem Radweg in falscher Fahrtrichtung fahren.

Auf so eine Verkehrspolitik bzw. Verkehrsplanung kann ich gerne verzichten.
Auch auf den Einwand, es sei nur “ein Versuch”: Versuche mit klar vorhersehbarem Versuchsergebnis sind entbehrlich. Das ist wie Herdplatte anfassen, um zu “versuchen” ob man sich die Finger verbrennt.

Kein Pkw ist zu 100% verfügbar 😉

Eine Vielzahl an Mobilitätsangeboten soll auch dafür sorgen, dass sich jemand erst gar kein Auto anschafft. Ebenso kann der persönliche Test dazu führen, dass sich jemand einen eigenen Roller kauft und ihn als Handgepäck mitnimmt. Praktischer als ein Klapprad allemal. Mit dem Weltkongress in zwei Jahren hat das aber nicht viel zu tun. Da werden schon genug Projekte vorgestellt werden.

Und die Ergebnisse kann man ja erstmal abwarten. Pessimisten wird es immer geben, die zehn Projekten den Untergang prophezeien. Und wenn eins eingestampft wird, schreien sie herum, dass sie es haben kommen sehen. Gibt es keine Meldung über ein eingestelltes Projekt, nehmen sie es gar nicht erst wahr.

War ja bei den Wasserstoffbussen auch so. Die Gründe (Herstellerprobleme) waren egal. Man jubelte nur schadenfroh über das Ende. Blöd war’s dann bloß, dass es missverstanden wurde und die Hochbahn weiterhin an der Technik interessiert ist. Aber für den inneren Reichsparteitag lässt man solche Nichtigkeiten einfach mal weg. 🙂

@Thomas: “Oder will man für den ITS-Kongress auf Teufel komm raus einen wahllosen Blumenstrauß an “Mobilitätsmaßnahmen” vorweisen, egal wie welk die Blumen sind?”

Sie haben es erfasst. Bisher hat Hamburg/Hochbahn/S-bahn/VHH/HVV für diesen Weltkongress mit 10.000 Teilnehmern doch noch nichts wirklich beeindruckendes und/oder neues vorzuweisen. Das ist purer Aktionismus und Geldverbrennen im Akkord. Aber freuen Sie sich, es gibt noch viele weitere Projekte. Es sollen wohl so um die 60 Stück sein: Wärmebildkameras an 400 Ampeln, Check-in/Be-out im HVV, switchh im HVV, das Projekt Heat der Hochbahn, ioki der VHH, 4 Züge als teilautonome der S21 zwischen Berliner Tor und Bergedorf usw.

Wenn man das Geld all dieser Projekte in den Ausbau und der Pflege des bestehenden Systems (Sauberkeit, Anschlussgarantie, Minderung der Störungen, Preise, …) investieren würde, vermutlich hätten die Kunden und Steuerzahler davon deutlich mehr.

Einerseits finde ich es schon richtig dass die Hochbahn so was mal ausprobiert. So viel Geld kostet das auch nicht, und eine fachkompetente Planung ist erstens auch nicht umsonst und zweiten bei vielen Neuheiten schon schwierig.

Andererseits glaube ich persoehnlich nicht dran dass das ein Erfolg wird. Ich denke diese Roller werden nur benutzt wenn sie sofort zur Verfuegung stehen, und dass wird bei Fahrten weg von der Bahnstation wiel eher der Fall sein (weil halt alle Leute an einem Punkt starten, und nur dort Roller aufgestellt werden muessen) als in der anderen Richtung (wo sich die Benutzung des Roller wohl kaum lohnt wenn man erst mal 5-10 zum naechsten laufen muss). Ich denke also die werden alle entweder kaum gebraucht in der Pampa verrosten, oder es muss jeden Tag sehr viel eingesammelt werden und neu verteilt. Und da sowas zu viel Geld kostet werden diese Roller ausser in Innenstadt und Tourismusgegenden wo viel Verkehr in alle Richtungen herrscht ziemliche Subventionen benoetigen.

Warum wird der Test wahrscheinlich nichts bringen:

a) Die Scooter dürfen zwar nur in einem begrenzten Gebiet genutzt werden aber von Jedermann mit VOI Account. Es gibt keine Begrenzung auf die registrierten Teilnehmer.
Damit ist es wahrscheinlich, dass die Scooter von Jugendlichen genutzt werden, weil es cool ist und es keine anderen Scooter dort gibt. Der Pendler wird wohl für seine letzte Meile nie einen Scooter finden.

b) Wollte man die letzte Meile der Pendler erwischen müssten am Nachmitta alle Scooter an den Bahnhöfen stehen und am morgen verteilt im gesamten Gebiet. Dieses ist aber zu groß für die paar eingesetzten Scooter.

c) ein Test bei dem die Tester mit Freiminuten etc belohnt werden ist kein echter Test.

d) Für die Testteilnahme muß mann viele Angaben machen. Wahrscheinlich werden das am Ende nur Schüler mit HVV Monatskarte sein.

e) Wollte man die letzte Meile testen, müssten die Scooter morgens in den Wohngebieten und am Nachmittag an den Bahnhöfen sein. Daraus ergibt sich logischerweise am Ende höchstens zwei Fahrten pro Scooter und Tag für diese Art der Pendler Nutzung. VOI käme auf diesem Wege vielleicht noch auf 10 Euro Umsatz pro Scooter. Oder auf mehr Umsatz dann aber ohne die angestrebte Pendler Nutzung.

usw usw.

Ach, hat der Falk auch eingesehen, dass sowohl Gewaltmärsche als auch ums-verrecken-den-Bus-Benutzen-müssen nicht so geil sind?

Dass es einfach zu lange dauert?
Dass es einfach zu unkomfortabel ist?
Dass Hamburgs ÖPNV einfach nicht so geil ist?

“Fakt ist: […] Mit den E-Scootern von Voi wollen wir die erste Meile zur Bahn, […] so einfach und attraktiv wie möglich gestalten.“

Oh ja. Versucht es mal.

Viel mehr Bahnlinien mit Erschließung und Netzwirkung* braucht Hamburg.
Und weniger weiße Riesenflecken ohne ÖSPNV-Anschluss.

*) letztens wieder das U2-Linienband gesehen – man kann gar nicht soviel essen, wie man sich übergeben könnte

Da weiß man, wo die Preiserhöhungen (auch) versenkt werden. Für Aktionismus ohne Plan. Liest man das aktuelle Fegebank-Interview in der mopo (“Können Sie Bürgermeister?”), dann weiß man auch, dass Grün in Hamburg Teil des Problems und nicht der Lösung ist.

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