HVV: Wird Bahnfahren ins Umland bald günstiger?

Fahren Bahn-Pendler aus Buchholz, Buxtehude und Winsen bald günstiger im HVV? Das fordert die CDU. Die Bürgerschaft hat den Antrag gestern an den Verkehrsausschuss verwiesen.
Christian Hinkelmann
Zweisystem-S-Bahn auf Fernbahnstrecke zwischen Hamburg und Stade
Zweisystem-S-Bahn auf Fernbahnstrecke zwischen Hamburg und Stade

Für Bahn-Pendler aus Buxtehude, Winsen und Buchholz ist es seit vielen Jahren ein Ärgernis: Ihre Wohnorte liegen im relativ teuren HVV-Tarifring D. Eine Einzelfahrkarte in die Hamburger Innenstadt kostet 7,20 Euro.

Das ist deutlich teurer als beispielsweise eine Fahrt nach Elmshorn, Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen. Diese Städte sind zwar deutlich weiter von der Hamburger Innenstadt entfernt als zum Beispiel Winsen und Buxtehude – liegen aber trotzdem im wesentlich günstigeren Tarifring C. Eine Fahrt nach Hamburg kostet von dort nur 5,30 Euro.

CDU will HVV-Tarifring C erweitern

Die Hamburger CDU will diesen Missstand nun ändern und fordert, dass die pendlerstarken Städte Winsen, Buchholz und Buxtehude ebenfalls in den günstigeren Tarifring C mit einbezogen werden.

Die CDU argumentiert, dass viele Pendler aus den drei betroffenen Städten wegen der ungünstigen Tarifstruktur lieber mit dem Auto nach Hamburg einpendeln als den HVV zu nutzen.

Länder und Kommunen sollen Mehrkosten übernehmen

Die Einnahmeausfälle durch eine Ausweitung des Tarifrings C würde laut Christdemokraten bei rund 2,3 Millionen Euro pro Jahr liegen und sollten von der Stadt Hamburg, dem Land Niedersachsen sowie den betroffenen Städten gemeinsam ausgeglichen werden.

Verkehrsausschuss soll nun beraten

Ganz unrealistisch ist dieser Vorstoß offenbar nicht. In der Sitzung der Hamburger Bürgerschaft wurde der CDU-Antrag gestern zumindest nicht abgelehnt, sondern einstimmig an den Verkehrsausschuss zur weiteren Diskussion verwiesen.

Alle Rechte vorbehalten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie gern den Link.

Ihr Zugang ist persönlich und darf nicht geteilt werden. Sie dürfen Artikel oder wesentliche Teile davon nicht vervielfältigen, veröffentlichen oder weiterleiten (z. B. in Pressespiegeln, per E-Mail, Messenger oder als PDF). Für diese Nutzungen ist eine gesonderte Lizenz nötig.

Lizenzinformationen: info@nahverkehrhamburg.de

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Dichtes Gedränge am Hamburger Hauptbahnhof. Gerade der Regionalverkehr Richtung Süden ist für HVV-Fahrgäste oft ein Ärgernis.

Öffentlicher Nahverkehr: „Fahrgäste sind für die Anbieter eher Störfaktoren“

Warum selbst massiver Frust im Nahverkehr folgenlos bleibt, weshalb Beschwerden systematisch verpuffen und Fahrgäste im heutigen System kaum zählen: Mobilitätsforscher Andreas Knie erklärt im Interview, warum Kundenorientierung für Verkehrsunternehmen keinen Anreiz hat – und an welchen Stellen Fahrgäste dennoch Macht entfalten können.

Der U-Bahnhof Rödingsmarkt sollte vor Jahren mitsamt der ikonischen Viaduktstrecke unter die Erde verlegt werden. (Foto: Christian Hinkelmann)

Der vergessene U-Bahnhof am Hamburger Rödingsmarkt

Das berühmte U-Bahn-Viadukt zwischen Baumwall und Rödingsmarkt in Hamburg sollte vor Jahrzehnten unter die Erde verlegt werden. Laut Hochbahn wurde dafür vor 50 Jahren sogar schon ein kurzes Tunnelstück unter einem Geschäftshaus gebaut. So sah es damals auf der Baustelle aus.

Eine Antwort auf „HVV: Wird Bahnfahren ins Umland bald günstiger?“

Was eine Fahrt von Buxtehuder kostet sollte doch bitte Niedersachsen entscheiden! Und dort ist die CDU doch in der Regierung…

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner