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Offenbar Grünes Licht für 2. S-Bahn-Tunnel in München

Die seit Jahren offene Finanzierung für den geplanten 2. S-Bahn-Stammstreckentunnel in der Münchner Innenstadt ist offenbar gesichert. Nach den Worten des bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer (CSU) sei der entscheidende Durchbruch gelungen, meldet die Deutsche Presseagentur dpa.
Christian Hinkelmann
Gleise im Hamburger Hauptbahnhof
Gleise im Hamburger Hauptbahnhof

Details zur Finanzierung sollen heute Nachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden. Seehofer sagte laut dpa lediglich, dass die Idee, 500 Millionen Euro Fördergeld vom Flughafen München zurückzufordern, durchschlagend gewesen sei. Außerdem soll der Freistaat bereit sein, seinen Finanzierungsanteil an dem Tunnel aufzustocken.

Die Zweite Münchner S-Bahn-Stammstrecke soll den bisherigen Innenstadttunnel entlasten. Die Kosten liegen nach Schätzungen bei zwei Milliarden Euro. Bisher gab es eine Finanzierungslücke im dreistelligen Millionenbereich.

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „Offenbar Grünes Licht für 2. S-Bahn-Tunnel in München“

In Deutschland krankt es m.E. am ehesten daran, dass immer nur über einzelne Projekte diskutiert wird und diese dann mit mehr oder weniger Verzögerungen/Mehrkosten umgesetzt werden. Es fehlt der Gesamtplan für den Ausbau der Bahninfrastruktur.

Hierzu müsste man sich aber von Wünschen lokaler Fürsten trennen, einen Zielfahrplan bzw. ein Zielangebotskonzept entwickeln und dann die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen umsetzen, die z.B. bestimmte Kapazitäten oder eben notwendige Fahrzeiten zwischen Knotenpunkten ermöglichen. Genau dieses Konzept fehlt für aktuelle Projekte wie S21 oder 2. Stammstrecke München. Es ist doch bezeichnend, dass die Bahn erst im Rahmen der Schlichtung einen Musterfahrplan entwickeln musste, der dann auch noch erhebliche Schwächen aufweist und sich nicht am Fahrgastnutzen sondern an der gegebenen Infrastruktur orientiert.

Die Initiative „Südring München“ hat genau so ein Konzept entwickelt, hat diverse Kleinausbauten im S-Bahnnetz vorgeschlagen und kommt bei weniger Geld zu einer massiven Verbesserung. So muss das laufen. Aber bei solchen Kleckerprojekten wie 1km Doppel- statt Einfachgleis um z.B. eine stabile fliegende Kreuzung zu ermöglichen, lassen sich nicht so medienwirksame Eröffnungsfeiern zelebrieren wie bei einem Riesentunnel.

http://www.stadtkreation.de/munich/suedring.html

Es gibt sicher berechtigte Bedenken gegen den Tunnel, aber es gibt durchaus auch Punkte, die für ihn sprechen.
Der Hauptpunkt ist der, dass der vorhandene S Bahntunnel schlicht voll ist.
Soviel öffentlichen Nahverkehr auf einmal gibt es in Norddeutschland nicht, insofern fehlt das Verständnis.
Außerdem wenn ich mir ansehe, dass nicht einmal eine Eisenbahnstunde von Berlin entfernt ein nicht ausgelasteter Flughafen nördlich Leipzig existiert, Schönefeld oder Tempelhof als „Ciy Airport“ für Berliner Nahverkehrsflüge durchaus ausgereicht hätte, frage ich mich, ob eine, unstrittig sündhaft teure, Investition in elektromobilen Nahverkehr nicht trotz der Kosten sinnvoll sein kann. Und pro Fahrgast ist der Münchner Tunnel wahrscheinlich sogar billiger als die U 4 in Hamburg.

Schon interessant, dass die teuersten Projekte immer in den Süden der Republik gehen. Ich glaube in Bayern ist nächstes Jahr Landtagswahl.

Jeder Ministerpräsident braucht sein Denkmal. FJS hat einen Flughafen, Streibl wohl eher den „Arsch mit Ohren“, Stoiber einen „feuchten Traum von einem Transrapid im Format einer Affenschaukel“ und Seehofer möchte einen mehr nutzlosen als nutzbringenden Tunnel. Hauptsache der Investitionsbetrag sit möglich hoch, Sonst wäre das gesamte Projekt womöglich nicht denkmalwürdig.

Warum traut er sich das so locker: Nun, weil sein derzeit als einzig als ernsthaft wahrgenommener Konkurrent Ude an der Stelle keine Gegenposition einnimmt. Und weil der FDP-Mann Martin Zeil sein politisches Schicksal längst daran geknüpft hat, genau diesen Tunnel zu diesem Zeck zu graben. Und weil schlußendlich auch die GRÜNEN in Bayern den Tunnel mit einem entschiedenen vielleicht bewerten. Hubert Aiwangers Freie Wähler sind in der Sache auch nicht wesentlich entschlossener. Für die Münchner und die Bayern, die diese gewaltigen Investitionen liber in nützlichere und sinnvoller Verkerhsprojekte mit deutlich größerer Wirkung in und um München stecken wollen, bleiben also nur die Piraten als einzige politische Kraft, die eine klare Position zu dem Projekt für die Landtagswahl hat. Deshalb liebe Bayern: Wählt die Piraten, dann bekommt ihr an der Stelle eine Kraft, die Investitionen weder verweigert noch sich grundsätzlich gegen Baumaßnahmen und Entwicklung stellt, die aber auf Prestigeobjekte schmerzfrei verzichten kann. Man kann die ressourcen eben sinnvoll einsetze. Oder von den Bisherigen wie gewohnt verschleudern lassen.

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