Suche
Close this search box.
Suche
Close this search box.

S-Bahn-Projekt: Wie weit ist eigentlich die geplante S4?

Um die seit vielen Jahren geplante neue S-Bahnlinie S4 nach Bad Oldesloe ist es in den vergangenen Monaten ruhig sehr geworden. Wo steht das Projekt aktuell? Wir haben nachgefragt.
Christian Hinkelmann
Visualisierung: Die künftige neue Haltestelle Am Pulverhof an der S4 in Hamburg
Visualisierung: Die künftige neue Haltestelle Am Pulverhof an der S4 in Hamburg
Foto: Deutsche Bahn

Seit acht Jahren planen Hamburg und Schleswig-Holstein den Bau einer neuen S-Bahnlinie zwischen der Hansestadt und Bad Oldesloe (siehe hier).

Seit Herbst 2017 laufen die Planfeststellungsverfahren auf allen drei Streckenabschnitten und im Herbst vergangenen Jahres kündigte der Bund erstmals an, dass er das Projekt finanziell großzügig unterstützen will. Parallel dazu wurde die S4 im Bundesverkehrswegeplan in den „Vordringlichen Bedarf“ hochgestuft und gehört damit ganz offiziell zu den dringendsten Verkehrsprojekten in ganz Deutschland (siehe hier).

Seitdem ist es ruhig um das Verkehrsprojekt geworden, das Bad Oldesloe, Ahrensburg, Bargteheide und mehrere Stadtteile im Hamburger Osten umsteigefrei an die Hamburger Innenstadt anbinden und gleichzeitig den chronisch verstopften Hauptbahnhof entlasten soll.

Das erste Planfeststellungsverfahren ist fast fertig

Wo steht die S4 aktuell? Wir haben bei der Deutschen Bahn nachgefragt ­und von dort gibt es gute Nachrichten: Das Planfeststellungsverfahren für den ersten Streckenabschnitt, der die Ausfädelung der neuen S-Bahnlinie aus dem bestehenden Netz in Hasselbrook umfasst, sei so gut wie fertig, erklärt Peter Mantik, Bahn-Pressesprecher für die S4 in Hamburg. „Der Beschluss wird derzeit vom Eisenbahn-Bundesamt erstellt.“

Gravierende Einwände gegen das Verkehrsprojekt gab es demnach nicht: „Im ersten Planfeststellungsabschnitt wurden einige Hundert Einwendungen eingereicht, weniger als zu erwarten war in einem innerstädtischen Gebiet“, so S4-Sprecher Mantik.

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

So könnte die neue S-Bahn-Haltestelle des Verbindungsbahnentlastungstunnels am Hamburger Hauptbahnhof aussehen.

Hamburg: Neuer Tunnel bringt der S-Bahn keine zusätzlichen Fahrgäste

Zwei Trassen-Favoriten für weiteren S-Bahntunnel in Hamburg stehen fest. Aber keine davon würde der S-Bahn direkt mehr Fahrgäste bringen – im Gegenteil. Das sind die Hintergründe – und acht weitere Fakten über den Tunnel, die Sie bisher nicht kannten.

Die historische Halle des überfüllten Hamburger Hauptbahnhofs soll in den nächsten Jahren durch einen Anbau bis über die Steintorbrücke verlängert werden. Der Pariser Architekt Hans-Michael Földeak sieht darin wenig Nutzen für die Fahrgäste und zeigt im NAHVERKEHR HAMBURG-Interview Grafiken eines Alternativ-Entwurfs, der schneller und günstiger mehr Kapazitäten schaffen soll.

Hauptbahnhof-Ausbau: „Wir brauchen einen schlankeren Planungsansatz“

Der Pariser Architekt Hans-Michael Földeak im NAHVERKEHR HAMBURG-Interview darüber, dass der geplante Ausbau des überlasteten Hauptbahnhofs den Reisenden wohl erst in den 2040er Jahren Vorteile bringen wird und mit welchem Gegenentwurf sich die Probleme aus seiner Sicht deutlich schneller und günstiger lösen ließen.

Der Bahnhof Geesthacht im Sommer 2016 mit einem Sonderzug der AKN. Hier sollen die Züge aus Bergedorf künftig enden.

Bahn-Reaktivierung in Geesthacht: „So weit waren wir noch nie“

Nach jahrelangem Stillstand kommt neue Fahrt in die geplante Reaktivierung einer alten Bahnlinie zwischen Hamburg-Bergedorf und Geesthacht. So sieht der aktuelle Planungsstand aus, diese Schritte stehen jetzt an, deswegen wird aus dem Projekt doch keine Straßenbahn in Bergedorf und dieses Detail könnte noch zu einem großen Problem bei der Wiederaufnahme des Bahnverkehrs werden.

14 Antworten auf „S-Bahn-Projekt: Wie weit ist eigentlich die geplante S4?“

Es steht nicht gut um die S4!
Jetzt versucht lt. Abendblatt und bahninfo-forum.de eine „Bürgerinitiative“ die S4 mit Klagen und Einstweiligen Verfügungen für einen Baustopp auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben. Dazu kommt noch die ständige Präsenz der Marienthaler „Bürgerinitiative“ im Wochenblatt.

Wann will eigentlich die SPD-nahe „S4-Initiative“ Flagge zeigen? Oder muss man wieder wie so oft die Sozialdemokraten zum Jagen tragen? Gegen die aktuellen und hochprofessionellen Webseiten der „Bürgerinitiativen An der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck“ und „Lärmschutz und Umwelt Wandsbek-Marienthal“ kann diejenige der „S4-Initiative“ kaum mithalten. Wann tut sich da mal was? Oder kommt erst wieder kurz vor den Bürgerschaftswahlen etwas an Aktivitäten? Langsam ist es kein Wunder mehr, wenn die SPD irgendwann im Einstelligen landet.
Und die Grünen? Wollen die überhaupt die S4? Das war doch schon immer deren ungeliebtes Kind. Die S4 könnte ja Gelder abziehen, die für eine Bimmelbahn durch die Gassen Ottensens zu ihrem Lieblingsbahnhof gebraucht werden. Da ist den Grünen bestimmt das „Hemd“ ihres Klientels näher als die „Wandsbeker Hose“. Liebe Grüne, fragt euch mal, warum ihr es in Wandsbek nicht geschafft habt, die SPD zu überholen. Es gibt in Wandsbek noch mehr als nur das künftige „Szenequartier“ Eilbek!

Richtig. Ein paar hundert Bürger und einige wenige Einzelaktivisten können heutzutage alles kippen, denn im Netz lässt sich die Stimme der Neinsager ganz schnell bündeln. Die Hochbahn macht es für die U5 richtig. Wie realitätsfern die CDU dem Volk inzwischen ist, merkte man an der Einlassung, das Geld für die U5-Kampagne könne man sparen, gute Politik erkläre sich von selbst!

Unsere Politiker verschlafen gerade, dass es in Zukunft nur noch drauf ankommt, wer am lautesten und geschicktesten manipulieren kann. Die S4 braucht eine echte Kampagne, damit die Bürger endlich begreifen, dass einige wenige ihnen diese S-Bahnanbindung wegnehmen wollen! Wann wird mal der Masse erklärt, was für eine besch…. Anschlussqualität ein 15-Minutentakt auf der S4 in einem S-Bahnnetz mit 20-Minuten-Grundtakt bedeutet? Der User HVV-Kritiker hat die teils abstrusen Behauptungen der S4-Gegner und sogenannter Eisenbahnfreunde sehr treffend entlarvt. Da werden Alternativ-Trassen erfunden, die noch mehr Natur zerstören und nur andere Menschen belasten würden, die noch gar nicht davon wissen, dass die Wandsbeker ihnen das vor die Füße kippen wollen. Und die vor allem die Realisierung um mindestens 15 bis 20 Jahre zurückwerfen würden (mal ganz abgesehen davon, dass viele Millionen Euro Steuergeld schon für die Planung ausgegeben wurden). Dass die Verkehrswende mit der Eisenbahn misslingen wird, wird selten so deutlich wie an der S4.

Leider zeigt sich wieder das geringe Nahverkehrsengagement im Wandsbeker Osten. Sonst wären hier mehr Leute, die die S4 gegen Angriffe verteidigen würden. Wenn ich nicht meinen Kommentar in den betreffenden Bezirkswahl-Thread geschrieben hätte, dann stände dort nur ein Hinweis auf eine falsche Busliniennummer. (Und aus „Altonaer Bahnhofssicht“ ist Wandsbek vermutlich hinterste Provinz.)
Ich frage mich immer wieder, wo bei diesen Themen eigentlich die „S4-Initiative“ bleibt.

Für Altonaer ist schon ein Kilometer Entfernung (Luftlinie) bzw. eine S-Bahnstation von drei Minuten Entfernung irgendwo in Hintertupfingen, wo keine Menschen mehr anwesend sind, während sie sich im pulsierenden Mittelpunkt des Universums befinden.

Und naja, wenn Ihr da oben in Euren Walddörfern lieber drei SUV in der Garage parkt, kann man es wohl mit keinem ÖPNV-Angebot irgendwem recht machen.

Ich kann die Wandsbeker gut verstehen, Aber was sollen die Osdorfer und Luruper eigentlich sagen ? Die warten nun schon seit über 40 Jahren darauf, dass überhaupt mal ne U- oder S-Bahn kommt. Und ob die aktuellen Pläne umgesetzt werden, steht noch nicht mal in den Sternen.

Wurde nach den Chaos im letzten Sommer nicht mal angekündigt, den HBF durch „Schnellmassnahmen“ zu entlasten? Hat sich da irgendwas getan, ich kann da nichts feststellen.

Bin sehr skeptisch was solche Versprechen angeht. Finanzierung nicht geklärt, aber es soll trotzdem gebaut werden?

Schon heute sind die die S-Bahn Bahnsteige am Hamburger HBF zu Spitzenzeiten durch S1, S11, S2, S21, S3 und S31 völlig überlastet. Jetzt soll dort auch noch der S4 Verkehr dazu kommen??
Wenn dem so ist, ist dies wirklich unfassbar.
Die Bahnsteige 1-4 sind teilweise so voll, dass die Menschen an der Bahnsteigkante stehen und sich lebensgefährlichen Situationen aussetzen müssen.

Um zu beurteilen, ob es an den Bahnsteigen voller wird, muss man die Fahrgastströme kennen. Bisher müssen alle, die aus Richtung Bad Oldesloe kommen und dann mit der S-Bahn weiter wollen, z.B. Richtung Jungfernstieg, Dammtor usw, umsteigen und belasten die Bahnsteige. In Zukunft bleiben die Richtung Jungfernstieg einfach sitzen, die Richtung Dammtor queren einmal den Bahnsteig. Das könnte auch zu einer Entlastung führen.

Genau meine Meinung, täglich (nachmittags) erlebe ich, wie das Personal auf Gleis 3+4 (in Doppelbesetzung !) verzweifelt versucht, die Züge zügig (;-) durch das Chaos zu lotsen … und wo die zusätzlichen Fahrgäste für die S4 stehen sollen, muss mir auch mal jemand erklären. Und dann wird noch über, eigentlich begrüssenswerte, Taktverdichtungen gesprochen. Kann das alles wirklich mit moderner Technik realisiert werden?
Wenn man den Hbf entlasten will, sollte man dafür sorgen, dass die Regionalbahnen aus und in die Provinz durch den Hbf DURCHFAHREN, und sich nicht halbstundenweise im „Sackbahnhof-Modus“ die Achsen krumm stehen!

„eigentlich begrüssenswerte, Taktverdichtungen“
Ach ja, wieviel soll’s denn sein? Ein 1-Minuten-Takt, damit man wie ins Auto einstigen und losfahren kann? Zu jeder Zeit, rund um die Uhr? Aber uns Wandsbekern endlich mal einen 10-Minuten-Takt gönnen (mehr wollen und bekommen wir auch nicht), das geht dann gar nicht.

Außerdem noch der Hinweis auf die bereits bis zum Abwinken hier durchgeführte Bahnsteigdiskussion. Dass die trotz aller logischen Gegenargumente immer wieder aufgewärmt wird, zeigt nur, dass es nur um „Keine S4!“ geht. Bei den eigenen Taktverdichtungen oder der Einführung der S32 werden eigenartiger Weise diese Behauptungen nie angeführt. Da müsste der Bahnsteig doch dann auch überlastet werden.

Wir aus dem Osten Wandsbeks (und sicher auch die Stormarner) wollen eben „halbstundenweise“ weder im “Sackbahnhof-Modus” noch im Durchfahrtsmodus bedient werden, sondern endlich öfter!

Prinzipiell war ich früher ein großer Verfechter der S4, um den Hbf zu entlasten. Bis dahin hatte mein sorgenfreies Leben aber noch nie Kontakt mit Personen aus Wandsbek. Wie sagte Schopenhauer schon: „Seit ich die Wandsbeker kenne, liebe ich die Tiere“. Daher kann es folgerichtig nur eine Parole geben und die lautet: „Abriss Ost“. Na gut, nehmen wir eine zweite dazu: „Hamburg first!“.

Und wenn ich das Abendblatt zitieren darf: „Es lässt sich nicht verschweigen, dass Wandsbek […] in den Augen eines ehrbaren hanseatischen Kaufmanns einen zweifelhaften Ruf hatte. Bankrotteuren, Spielschuldnern, zweifelhaften Geschäftemachern und gescheiterten Existenzen soll dort Aufenthalt gewährt worden sein, so dass Wandsbecker Recht das bedeutete, was anderswo als Unrecht angesehen wurde. „Dat gelt to Wandsbeck“, sagte man abfällig, und Straßenjungen begannen noch jede Prügelei mit dem Schrei „Kille, kille Wandsbek“ (https://www.abendblatt.de/ratgeber/specials/article106957881/Wandsbecker-Recht-Nicht-ganz-ehrbar.html)

Im Sinne des Fortschritts und der Moderne plädiere ich deshalb heute dafür, die S4-Planung ersatzlos einzustampfen und die Mittel lieber in anständigen Vierteln auszugeben. Und nein, damit meine ich nicht mein schnuckeliges Lokstedt, das gefälligst mit langem O auszusprechen ist. Wir sind ja bereits bestens versorgt, ob mit Schnellbahnen aus dem Premiumsegment, ob mit der begehrtesten Buslinie Deutschlands oder dem wahrgewordenen Traum von erstklassigen Fahrradwegen. Das Leben kann schön sein.

„dass die Menschen an der Bahnsteigkante stehen und sich lebensgefährlichen Situationen aussetzen müssen.“
Um Himmels Willen!!!
(Ist mir nur noch gar nicht aufgefallen.)
Aber was mir gerade wieder auffällt: Welche Register alle gezogen werden, nur um gegen die S4 zu schießen, nur um uns Wandsbekern (und Stormarnern) keine bessere Bahnanbindung zu gönnen.
Das ist wirklich unfassbar!
Vermutlich sind es genau die Leute, die alle paar Minuten eine U- oder S-Bahn vor der Tür haben, aber für uns nicht mal einen 10-Minuten-Takt übrig haben. Ja nichts vom eigenen Komfort hergeben!
Übrigens wurde das Thema mit der Bahnsteigbelastung, und was wirklich daran ist, hier schon x-mal durchgekaut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert