S-Bahn: Rot-Grün will 5-Minuten-Takt nach Bergedorf verlängern

SPD und Grüne wollen den 5-Minuten-Takt auf der S-Bahnstrecke nach Bergedorf morgens und abends um jeweils eine Stunde verlängern. Start könnte im Dezember sein.
Von Christian Hinkelmann
Ein S-Bahnzug der Baureihe 472 auf der Hamburger Verbindungsbahn
Ein S-Bahnzug der Baureihe 472 auf der Hamburger Verbindungsbahn

Die rot-grüne Regierungskoalition will den S-Bahn-Fahrplan zwischen der Innenstadt und Bergedorf verbessern. Schon ab dem kommenden Dezember soll die Verstärkerlinie S2 morgens und abends jeweils eine Stunde länger fahren, fordern die beiden Parteien in einem gemeinsamen Bürgerschaftsantrag. Damit würde sich der 5-Minuten-Takt auf der Strecke morgens ab Bergedorf bis 9 Uhr und abends ab Bergedorf bis 18.10 Uhr verlängern.

Derzeit fährt die S2 morgens in Bergedorf nur neun Mal Richtung Innenstadt, abends sogar nur sieben Mal. Zum Vergleich: Die Verstärkerlinie S11 fährt morgens Richtung Ohlsdorf neun und abends 25 Mal.

Züge der S2 sollen künftig doppelt so lang werden

Dazu kommt die schon länger geplante Verbesserung, dass die S2 in Zukunft vollständig mit sechs-Wagen-Zügen (Vollzug) und nicht mehr mit Kurzzügen fahren soll. Damit verdoppelt sich die Platzkapazität pro Zug.

Außerdem sollen die neusten S-Bahn-Züge der Baureihe 490 ab Dezember insbesondere auf der S-Bahnstrecke nach Bergedorf eingesetzt werden und die alten Züge aus den 1970er und 1980er Jahren ersetzen.

Maßnahme soll den Nahverkehr kurzfristig verbessern

“Wir investieren massiv in den Ausbau des ÖPNV”, so Grünen-Verkehrsexperte Martin Bill. “Maßnahmen wie der Bau der U5, der Bau der S4 nach Bad Oldesloe und die Verlängerung der S21 nach Kaltenkirchen sind langfristige Projekte. Und ist es aber wichtig, heute schon spürbare Verbesserungen zu erzielen. Deshalb haben wir umfangreiche Maßnahmen für eine bessere Anbindung Harburgs in der letzten Bürgerschaftssitzung beschlossen und bringen nun weitere wichtige Maßna…

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2 Antworten auf „S-Bahn: Rot-Grün will 5-Minuten-Takt nach Bergedorf verlängern“

Na, das ist ja wunderbar, dass sich die Verkehrsexperten der regierenden Parteien so um Bergedorf und Harburg kümmern. Leider geschieht dergleichen bezüglich Wandsbek nicht. Dass immer öfter die RB81 “wegen Störungen im Betriebsablauf, wir bitten um Entschuldigung” ausfällt, ist ja schon fast normal. Jetzt trifft es auch schon den RE8, wie mir ein Kollege versicherte. Und am Pfingstmontag hatte ich dann die Krönung erlebt: Eine RB81 am Nachmittag Richtung Hbf bestand aus 4 Wagen, wobei nur der Steuerwagen zwei 2.-Klasse-Bereiche hatte. Die drei anderen Wagen hatten alle einen gelben Streifen. Wenigstens wurde einer der drei Oberdecks vom Personal mit einem kleinen angeklebten Zettel zur 2. Klasse runtergestuft.
Vielleicht sollte doch mal wieder ein größeres Augenmerk auf Wandsbek gerichtet werden, vor allem, wenn man Rahlstedt und nicht in Bergedorf oder Harburg gewählt werden will.

Übrigens: Gibt es schon einen “Plan B”, wenn die standardisierte Bewertung der S4 einen Wert kleiner 1 liefert?

Hallo Herr Hinkelmann,

ich vermisse in letzter Zeit Ihre vielen guten kritischen Berichte über die Hamburger Verkehrspolitik. Wenn ich die “Erfolge” und Politikersprüche, die nach “gutem, unaufgeregtem Regieren mit ruhiger Hand” klingen, lesen will, kann ich auch andere Medien konsumieren.
Nicht nur bezüglich des Radverkehrs gibt es genug Kritisches. So ist seit längerer Zeit die Situation auf der Linie RB81 katastrofal:
– dauernde Zugausfälle, z.B. letzten Freitag früh allein 3 auf Display angekündigte Ausfälle: 7:48 Tonndorf > Hbf, 7:21 Tonndorf > Bargteheide, 9:30 Tonndorf > Hbf
– meistens nur noch 4 Wagen, oft mit 2 Wagen mit 1.-Klasse-Anteilen, die fast leer durch die Gegend fährt; sogar schon mehrmals einen Zug mit Steuerwagen + 3 Wagen mit 1.-Klasse-Anteilen erlebt (wobei ein Wagen innen umklassifiziert wurde)
– Verspätungen werden schon gar nicht mehr von mir registriert, sonst bin ich nur noch am Registrieren

Ich frage mich nur: Wenn Wagenmangel bei DB Regio wegen z.B. schadhaften Twindexx-Zügen nach Kiel und Flensburg bestehen sollte und deshalb Wagen von der RB81 abgezogen werden, warum kann man nicht einfach sagen: “Wir können den Verstärkerbetrieb auf der RB81 nicht mehr aufrecht erhalten und kehren zum 30-Minuten-Grundtakt wie in den letzten beiden Jahren zurück.” Das wären die Fahrgäste ja gewöhnt und können sich darauf einstellen. Aber der Verkehr wäre verlässlicher als jetzt.

Es wäre schön, wenn Sie da wieder den Finger auf die Wunde legen könnten, auch wenn Rahlstedt und Tonndorf nicht so szenig-kultig wie Eimsbüttel sind. Aber auch dort leben Menschen mit Nahverkehrsbedürfnissen.

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