Siemersplatz: neue Busspur, zusätzliche Autospuren

Zusätzliche Abbiegespuren für den Autoverkehr, eine neue Sonderspur für Busse und kürzere Fußwege für Umsteiger. Mit diesen Maßnahmen soll die Metrobuslinie M5 im Bereich des Siemersplatzes schneller werden. Baubeginn ist Anfang kommenden Jahres.
Christian Hinkelmann
XXL-Bus der Hochbahn am Siemersplatz
Ein Doppelgelenkbus der Hochbahn (Hersteller: Van Hool) auf der Metrobuslinie M5 am Siemersplatz in Hamburg

Der Siemersplatz wird im kommenden Jahr komplett umgebaut, um den Busverkehr der Linie M5 zu beschleunigen. Abbiegerverkehr wird aus der Kreuzung herausgenommen und umgeleitet, damit die Schaltprogramme der Ampeln mehr “Luft” bekommen, um den Bussen gezielt Grünlicht geben zu können. Außerdem wird in der Kollaustraße eine neue Busspur angelegt – im südlichen Teil aber nur außerhalb des morgendlichen Berufsverkehrs.

NahverkehrHAMBURG erklärt die Umbaupläne im Detail.

Baubeginn: 15. Mai 2013
Fertigstellung: 4. Quartal 2013

Die aktuelle Situation:

  • Der Siemersplatz ist Knotenpunkt zwei wichtiger Hauptstraßen. In Nord-Süd-Richtung verläuft die Kollaustraße, bzw. der Lokstedter Steindamm. In Ost-West-Richtung kreuzt die Vogt-Wells-Straße, bzw. die Osterfeldstraße.
  • Die Vogt-Wells-Straße/Osterfeldstraße hat im Kreuzungsbereich bis zu sechs Fahrstreifen für den Autoverkehr. Die Kollaustraße/Lokstedt Steindamm hat im Kreuzungsbereich bis zu acht Autospuren. Im Lokstedter Steindamm gibt es direkt vor der Kreuzung eine kurze Busspur in Fahrtrichtung stadtauswärts (Nutzlänge: knapp 50 Meter).
  • In Nord-Süd-Richtung (Kollaustraß /Lokstedter Steindamm) verkehrt die …

    Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Philipp Holz, 51, Sachgebietsleiter Auskunftsmedien bei der Hochbahn.

Der Herr der Umsteigezeiten im HVV

Wer im HVV von einer Linie zur anderen umsteigt, bekommt von der Fahrplanauskunft eine Zeitschätzung für den Fußweg geliefert. Dahinter steckt kein Algorithmus, sondern Herr Holz von der Hochbahn. Zur Berechnung laufen er und sein Team manche Wege direkt vor Ort ab.

Kommt später: Das neue HVV-Any-Ticket.

Verbund verschiebt Start des automatischen Tickets HVV Any

Die Einführung eines neuen HVV-Tickets, das automatisch immer den günstigsten Preis für Fahrten abrechnet, verzögert sich weiter. Der geplante Start noch in diesem Frühjahr wurde verschoben. Das sind die Gründe – und der neue Starttermin.

S-Bahnen am Hamburger Hauptbahnhof

Neues Liniennetz für die Hamburger S-Bahn?

Seit 40 Jahren ist das S-Bahnliniennetz in Hamburg fast unverändert. SPD und Grüne wollen es jetzt auf den Prüfstand stellen. Kommt eine große Reform? Das sind die Hintergründe.

10 Antworten auf „Siemersplatz: neue Busspur, zusätzliche Autospuren“

Gibt es eigentlich irgendwo eine (ausführliche) Beschreibung, wie die Vorangschaltung an den Ampeln im Detail (technisch) funktioniert? Insbesondere: was bedeuten die verschiedene Zustände des zusätzlichen Lichtsignals (“A”)?

@Leidender Verkehrsteilnehmer

ja,ich stand dort schon mittags: Grund. Baustelle vor Siemersplatz (Abschlußarbeiten). Es standen den ganzen Tag Baucontainer und Fahrzeuge in der Rechtsabbiegespur, sodass eine Spur fehlte. Wenn sie da lang gefahren sind, müssten Sie es auch gesehen haben. Warten wir mal ab, bis das alles fertig ist. Außerdem wurden die Ampeln für die Busse noch gar nicht in Betrieb genommen.
Das Linksabbiegen ist in der Tat “nachteiliger” als vorher, weil weniger Fahrzeuge die Kreuzung passieren können. Dafür fallen aber die Linksabbieger, die vom Lokst. Steind. zum Behrmannplatz abbiegen weg und fahren ebenfalls über diese Beziehung. Das hat dazu geführt, dass ein Zeitfenster mehr bereitsteht, für die Abbieger aus der Kollaustr. Insgesamt wird der Verkehr dort recht problemfrei laufen, wenn alles fertig ist. Da bin ich recht zuversichtlich. Im Übrigen gabs am Siemersplatz auch vor dem Umbau erheblichen Stau in der Verkehrsspitze (insbesonder Rig Eppendorf und zurück) Da sind wir morgens und abends mit der 39 immer hoffungslos abgesoffen und den Fahrplan konnte man knicken.
Am Ende ist eh das Wichtigste, dass der Bus der Linie 5 dort schnell durchkommt. Der IV muss halt mal anstehen, wenns nicht anders geht

@ Busfahrer

Also m.E. hat sich auch nachdem die Baustelle am Nedderfeld aufgeboben ist, an der schlimmen Verkehrslage nichts verbessert. Gestern Abend (12. Nov) standen die Fahrzeuge auf der Osterfeldstraße wieder bis zur Tarpenbekstraße und das kann mit der Baustelle einfach nichts zu tun haben. Vor dem Umbau gab es diesen Stau schließlich auch nicht. Der Kausalzusammenhang besteht!
Das der ÖPNV ausgebaut werden soll und darf, daran besteht kein Zweifel, aber das der IV dadurch erhebliche Verzögerungen in Kauf nehmen muss, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Die Osterfeldstraße war vor dem Umbau morgens und abends kein Problem und nun ist daraus anscheinend eine Dauersituation geworden.

Wie bereits o.g. erscheint es äußerst widersinnig, dass man um links abzubiegen erstmal nach rechts fahren muss und damit eine Blockade auf einer anderen Fahrbahn entsteht.

@Leidender Verkehrsteilnehmer
Zur Info: der Stau kommt nicht wegen der neuen Verkehrsführung, sondern wegen einer Baustelle im Nedderfeld. Als diese Baustelle noch nicht war, lief der Verkehr da auch nach der Umgestaltung einwandfrei. Im Übrigen macht es auch überhaupt nichts, wenn der Individualverkehr hinter dem ÖPNV ansteht. Wird höchste Zeit dass die Vorrangschaltung für die Busse in Betrieb geht. Dann ist es endlich umgekehrt und so, wie es sich gehört. Der IV wartet auf die Busse und nicht die Busse auf den IV.

Ich kann mich den obigen Unmutsbekundungen zu der neuen Situation am Siemersplatz nur anschließen. Insbesondere die Idee, die aus der Innenstadt kommenden Linksabbieger zuerst nach rechts fahren zu lassen ist einfach nur absurd! Diese Maßnahme führt morgens zu einem erheblichen Stau auf der Osterfeldstraße, da die Richtung Stellingen fahren Fahrzeuge eine weitere Ampelschaltung verkraften müssen. Als Resultat stauen sich die Kfz bis zum Edeka oder noch weiter zurück – die Situation abends ist noch viel schlimmer, da es sich dann bis über die Tarpenbek hinaus staut.

Herzlichen Glückwunsch und bitte sofortiger Rückbau dieser sinnlosen Aktion.

Ich wohne ebenfalls am Siemersplatz und war und bin sehr verwundert über die Planung und letztendliche Durchführung des Umbaus. Es bestätigt sich der Verdacht, dass hier Schreibtischtäter am Werk waren, die mit Computer und Taschenrechner die Effizienz des 5er Linier steigern wollen, aber die Banalität der realen “Anwendung” der Kreuzung wohl vergessen haben.
Wer kommt denn auf die bescheuerte Idee, die aus dem Lokstedter Steindamm kommenden Linksabbieger erst rechts zu lenken, um sie dann im Halbkreis um den Bus herum Richtung Hagenbecks zu leiten? Kein Mensch wird das in der zügigen Anfahrt auf diesen Knotenpunkt verstehen und sich schnell richtig einordnen können. Wilde Spurwechsel in letzter Minute, regelwidrige Abbiegemanöver und verstopfte Spuren werden die Folge sein!

Ich frage mich nur, wo der Instant-Sanitäter stehen soll, der die, in all dem Chaos umgefahrenden nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer erst versorgen soll!

Ein Hoch auf den LSBG!

Ich wohne seit den 60er Jahren in der Vogt-Wells-Straße, bin hier aufgewachsen. Damals war die Straße 2-spurig! Eine Spur in jede Richtung. Wir konnten morgens ohne zur Ampel zum Siemersplatz zu laufen die Straße überqueren und uns unsere Schulbrötchen bei Haarmeyer holen. Das alte Fachwerkhaus von 1804! haben sie ja jetzt auch abgerissen. Eine Schande ist das! In den 70ern kam die Verbreiterung auf 4/6 Spuren, und damit wurden uns die Vorgärten weggenommen. Vom Fenster bis zur Fahrbahn sind es jetzt 2,5 m, Fußweg und Radweg. Jetzt wird der Radweg abgerissen, die Radwege verlaufen dann im Fahrbahnbereich, die Fahrbahn kommt noch näher ran. Vor dem Blumenladen kann man es schon erkennen, da ist grad noch 1,50 m Platz, maximal. Den Radweg haben die Radfahrer aber schon vorher nicht benutzt, weil es zu gefährlich ist mit den Brummis, Schwerlastverkehr, im gesamten Gebiet des Siemersplatzes. Die Leute, mit denen ich gesprochen habe, wollen auf jeden Fall den Bürgersteig benutzen, weil sie Angst haben, plattgefahren zu werden. Die neue Kreuzung ist der Horror! Und alles weil der Bus 58 sek. an der Ampel steht? Wie schön war es doch früher mit der Straßenbahn!

Also der Herr R. scheint ja recht zu haben. In den ganzen Planungen wird nicht mit einem Wort auf Radfahrer und Fußgänger eingegangen. Benutzer von Bus und Bahn sind so gut wie immer zu Fuß unterwegs – wie sollen die sicher die Straßen queren!? Also ich finde das reichlich absurd und einer Weltstadt wie Hamburg nicht mehr angemessen. Da macht ja selbst New York mehr für Fußgänger und Radfahrer und das in den USA!!!

Dieser Umbau des Siemersplatzes ist in jeder Hinsicht absurd, umweltfeindlich, menschenfeindlich und eine massive Verschwendung von Steuergeldern! Für Fußgänger und Radfahrer ist der Siemersplatz seit jeher die Pest. Nun werden auch noch die Gehwege, die aufgrund ihrer relativ großen Breite wenigstens zurzeit noch einen “gefühlten Abstand” zu den Blechlawinen und den Abgasschwaden bieten, auf Handtuchbreite verkleinert. Hallo…, Herr Scholz…, es gibt in Hamburg auch noch MENSCHEN, die sich bewusst umweltfreundlich (HVV, zu Fuß, Fahrrad) fortbewegen und deshalb weder an den Rand gedrängt werden wollen, noch ständig unter den schädlichen Auswirkungen des immer weiter ausufernden Kraftfahrzeugverkehrs leiden wollen!

Fast die gesamte Fläche wird dem Autoverkehr zur Verfügung gestellt, als gäbe es keine Alternative, keine krank machenden Lärm- und Abgasemissionen und keine anderen Verkehrsteilnehmer. Eine reine Busbeschleunigung hätte man auch mit einfacheren Mitteln wesentlich kostengünstiger und Platz sparender realisieren können. Aber nein, der Senat betreibt eine Verkehrspolitik wie in den 60ern und 70ern des vorherigen Jahrhunderts. Die Betonfraktion lässt grüßen.

Wird es zukünftig auf dem Siemersplatz Radverkehrsführungen auf der Fahrbahn geben? Der Radverkehr gehört nämlich grundsätzlich auf die Fahrbahn, weil er dort wesentlich sicherer fährt als auf Radwegen! Werden die zukünftigen Ampelschaltungen den Interessen der Fußgänger Rechnung tragen? Oder werden sie genauso diskriminierend den Autoverkehr bevorzugen, wie es in Hamburg seit jeher üblich ist?

Warten wir also ab, wie der Siemersplatz nach dem zweiten Umbau (innerhalb von kurzer Zeit, irgendwie müssen die Steuergelder doch zum Fenster rauszuwerfen sein…) aussehen wird. Ich kenne jemanden, der sehr genau die zukünftige Radverkehrsführung auf ihre Einhaltung der Verwaltungsvorschrift hin überprüfen wird. Vielleicht gibt es schon bald einen dritten Umbau…

Wer plant so eine Verkehrsverschlingung?

Linksabbieger aus der Stadt in Richtung Hagenbeck sollen erst rechts und dan links in die aus Eppendorf kommende Osterfeldstrasse geführt werden, i. d. Regel immer verstopft ist.
Und dann noch Platz frei halten, damit die aud Niendorf kommenden Autos hinter (!) der Kreuzung links in Richtung Eppendorf fahren können.
Meine Prognose: Auch mit intelligenter (?) Ampelsteuerung wird die Kreuzung stets von Linksabbiegern blockiert sein.

Ganz zu schweigen von den gefährlichen Radwegen und kaum berücksichtigten Fußgängern.
Haltet schon mal das Geld für den nächsten Umbau/Rückbau bereit.
Nicht zu vergessen: Der Siemersplatz wurde gerade (2011) ertüchtigt für viel Geld.
Na denn.

Wo sind denn unsere Bezirkspolitiker geblieben? Haben die das verschlafen oder einfach nicht verstanden und durchgewinkt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.