So sehen Hamburgs neue S-Bahnzüge aus

Hamburg bekommt 60 neue S-Bahn-Züge: Ab 2016 sollen die ersten Triebwagen der neuentwickelten Baureihe 490 durch die Hansestadt fahren – heute hat die S-Bahn-Hamburg GmbH erstmals ein 1:1-Modell des Fahrzeugs vorgestellt.
Ein Bericht von Christian Hinkelmann
Hamburgs neues Wahrzeichen: Die S-Bahn-Baureihe 490
Hamburgs neues Wahrzeichen: Die S-Bahn-Baureihe 490
Foto: Geheimtipp Media GmbH / Felicia

Auf den ersten Blick sieht er täuschend echt aus, ist aber nur eine Attrappe aus Holz und Kunststoff. Groß und glänzend steht sie  in der Halle des Hamburger S-Bahn-Betriebswerks Ohlsdorf und gewährt Einblicke in den künftigen S-Bahn-Alltag: Große helle Fahrgasträume, breite Übergänge zwischen den Wagen, klare Linien und eine schnittige silber-rote Fahrzeugfront.

Heute haben die S-Bahn Hamburg GmbH, sowie Vertreter von HVV und der Stadt Hamburg ein erstes 1:1-Modell der neuentwickelten S-Bahn-Baureihe 490 der Öffentlichkeit präsentiert.

S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke: “Mit den neuen Fahrzeugen können wir die Attraktivität der S-Bahn in Hamburg für unsere Kunden weiter steigern.”

Bis aus dem Holz-Modell aber Wirklichkeit wird, dauert es noch etwas: Ende 2016 sollen die ersten fertigen Neufahrzeuge von Bombardier ausgeliefert werden. Danach steht ein ausgiebiger Probebetrieb im Hamburger S-Bahn-Netz an. Bis Ende 2018 sollen alle bestellten 60 Triebwagen vom Typ ET 490 in Betrieb sein. Sie werden die bis zu 40 Jahre alten Züge der Baureihe 472 ersetzen.

Die neuen dreiteiligen Elektrotriebzüge haben Übergänge zwischen den Wagen und sind somit durchgängig begehbar. Sie werden in zwei Varianten ausgeliefert: Einsystemzüge für den Betrieb auf reinen S-Bahn-Strecken mit Stromschienenbetrieb und Zweisystemzüge für Linien, auf denen auch Fernbahngleise mit…

Auch interessant

Fahrrad, Fahrradverkehr, Hamburg, Rad, Radfahrer, Radverkehr, Umweltverbund

Neue Infrarot-Radzähler: Krugkoppelbrücke weit vorn

Schnee halbiert den Radverkehr, der Sommer verdoppelt ihn. Erste Beobachtungen zu den Daten von aktuell 78 automatischen Fahrrad-Zählstellen in der Stadt geben eine Tendenz, wo am meisten los ist – und wo am wenigsten.

14 Antworten auf „So sehen Hamburgs neue S-Bahnzüge aus“

Ende 2018 sollen alle neuen 490er rollen? Das wäre dann seit langem der ersten Züge vom Bombardier, die pünktlich ausgeliefert werden. Die Doppelstock-IC-Wagen haben mittlerweile 2 Jahre Verspätung.

Auf jeden Fall ein sportlicher Zeitplan, den die S-Bahn Hamburg da vorlegt, schiefgehen darf dabei nichts. Selbst die Hochbahn hat mit Problemen beim DT5 zu kämpfen (die allerdings der Kunde nicht mitbekommt, außer dass eben noch viele alte DT3s fahren)

Problem ist, dass die Betriebserlaubnis für die 472er der S-Bahn Ende 2018 ausläuft. Wenn die 490er dann nicht pünktlich ausgeliefert sein sollten, haben wir Anfang 2019 Berliner Verhältnisse, wenn alle 472 wegfallen und es statt mehr Züge auf einmal deutlich weniger gibt.

Hoffen wir, dass ich nicht Recht habe 😉

Irgendwie erinnert mich dieser neue Zug eher an die Regionalbahnen der Deutschen Bahn. Schade, eigentlich…. Die Form sagt mir jedenfalls nicht zu, die rote Farbe mochte ich übrigens noch nie! Ich hätte viel lieber das Blau der alten Hamburger S-Bahn, vielleicht wäre dann auch die Form besser zu ertragen. Bei allem, was die Berliner mit ihrer S-Bahn falsch gemacht haben: das Farbkonzept ist beige/ weinrot und setzt sich wohltuend ab vom DB-Einheitsrot!

also, um es kurz zu machen, die Inneneinrichtung sieht scheiße aus. … und erinnert eher an die unattraktiven Regionalzüge. außen rot finde ich auch eher schnöde, warum nicht dunkeblau wie früher?

Meines Wissens zählt die S-Bahn HH zum Geschäftsbereich DB Regio. Somit fügen sich die neuen S-Bahn-Wagen nahtlos ins aktuelle Corporate Design der DB ein. Dunkelblau – schön und gut, kenne ich auch noch und passt irgendwie zum maritimen Charakter Hamburgs, klar. Aber das alte Design fiel auch in die Zeit der alten “Silberlinge”, also der (guten alten?) Bundesbahn-Zeit,wäre somt heutzutage “retro pur”.
Mal ehrlich, welche Farbkombi könnte aber am besten zu Hamburg passen? Na klar, siber-rot, was exakt den Farben des Hamburger Stadtwappens entspricht – ob nun von der DB bewusst gewählt (wohl kaum) oder eher aus o. g. Gründen 😉

Zitat: “Bis Ende 2018 sollen alle bestellten 60 Triebwagen vom Typ ET 490 in Betrieb sein. Sie werden die bis zu 40 Jahre alten Züge der Baureihe 472 ersetzen.”
Der neue Typ ET 490 wird aber garantiert nicht auf der Bergedorfer Strecke eingesetzt, wo bis mindestens Ende 2018 die Baureihe 472 “herumrumpelt”. Wir Bergedorfer erhalten dann die jetzt aktuellen und dann “abgelegten” Züge der heutigen S1, während die “Neuen” auf der Premiumstrecke Wedel – Airport/Poppenbüttel fahren, bzw. Richtung Stade.

@Bingo: nicht ganz. Sie erhalten entweder die neuen Züge in Zweisystemausführung, da die S21 bis Kaltenkirchen verlängert werden soll. Oder es kommen die 474.4 von der S3 nach Stade auf die S21, weil dann mit den neuen Fahrzeugen auf der S3 die Fahrzeit nach Stade verkürzt werden könnte. Auf der S21 ist die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h festgelegt, auf der Stader Strecke könnten die 490er ihre 140 km/h dagegen ausgefahren).

@Bingo:
Die S3, S31 und S4 sollen zuerst die 490er bekommrn, für die S21 sind dann die 474er von der S3(1) vorgesehen, da sie ja auch teils Zweisystemer sind. Die S1 behält ihre 474er.

@Bingo: Also so weit ich weiß sollen die neuen Züge nicht auf der Strecke zwischen Wedel und Poppenbüttel eingesetzt werden, aber auch nicht zwischen Bergedorf und Elbgaustraße und Bergedorf sondern zwischen Stade und Pinneberg und auf der neuen Linie S4.

Ich weiß gar nicht was hier alle haben: Endlich mal ein Fahrzeugdesign das überhaupt so etwas wie eine Frontgestaltung hat. Gerade im Vergleich zur 474 finde ich die Front sehr gelungen und hat durch dieSilbergraue Fläche sogar Gemeinsamkeiten zu den 472ern und damit durchaus etwas für die Hamburger S-Bahn Charakteristisches. Auch der Innenraum wirkt, finde ich, ungewohnt geräumig und mit 140 km/h unter Wechselstrom dürfte der Unterschied zur Regionalbahn, der ja bei der S4 so häufig bemängelt wurde, nur gering ausfallen.

Ich finde die Front auch sehr gelungen. Nur schade dass das Führerhaus recht groß ausgefallen ist, da geht so ein bisschen das urbane verloren. Ist in der Berliner S-Bahn Design Studie besser gelöst wurden.

Nur an WCs hat man bislang nicht gedacht, die nötig sein könnten bei immer länger werdenden Fahrzeiten…. das sollte man noch nachbessern…

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, von den 3-Wagen-Zügen abzurücken und auf 4- oder 5-Wagen-Züge zu setzen? Dann braucht es deutlich weniger Führerstände, das ist 1. billiger und es bleibt 2. mehr Platz für die Fahrgäste. Durch den nicht ausbleibenden Zuwachs an Fahrgästen werden die Bahnsteige dann mit 2 Zugteilen auch voll ausgenutzt (statt wie bisher viel zu selten nur mit 3 Zugteilen)…

Also über die Front lässt sich streiten, ganz schön modisch.
Allerdings wirken die Fensterbänder jetzt viel gedrungener, kleinkarierter. Das Führerhausfenster schweb irgendwo herum, reißt aus und dahinter wirken die Wagen zumindest von außen wesentlich verschlossner – fast schon bisschen wie die Pesa-Links, eben wie ein schicker Regionalzug.
Die riesig wirkenden Fenster fast ohne Gummi ist doch eigentlich das bestechendste an den eigentlich recht schlichen Wagenkästen der in den letzten Jahren beschafften 474er Triebzüge. Diese Aquarien, aus denen heraus die Stadt zum Panorama wird. Ich glaube sogar dass die neuen nicht viel kleiner sind, allerdings kommen sie von außen noch nicht an die schlichte, kastige (ganz selten heutzutage nur noch) Eleganz heran…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.