Abo

Adieu, DT3: Leiser Abschied von einem Hamburger U-Bahn-Klassiker

Letzter Zug der alten U-Bahn-Baureihe DT3 ging am vergangenen Freitag völlig unbemerkt auf letzte Fahrt. Damit endete eine Ära. Die silber-roten Züge galten in den 1960er-Jahren als hochmodern – aber waren bei ihrem Bau eigentlich schon veraltet. Der Grund war ein Sonderwunsch der Hochbahn. Deswegen kam es jetzt zu dem plötzlichen Ende.

Avatar von Christian Hinkelmann
U-Bahn auf Viaduktstrecke an den Landungsbrücken in Hamburg
Eine U-Bahn der Linie U3 auf der bekannten Viaduktstrecke an den Hamburger Landungsbrücken im Hafen

Am 25. August, ein Freitag, erlebten die Fahrgäste der U1 von der Hamburger Innenstadt nach Ochsenzoll kurz vor der Mittagszeit einen unauffälligen, aber historischen Moment. Sie befanden sich an Bord der letzten offiziellen Fahrt der kultigen rot-silbernen U-Bahn-Züge der Baureihe DT3.

Doch kaum jemand im Zug wird davon gewusst haben, denn die Hochbahn hatte diesen Abschied nicht publik gemacht. Es gab keinen Presserummel, keinen Ansturm von Fans und keinen festlich dekorierten Zug. Es war ein ganz leiser Abschied. Lediglich eine kurze Durchsage des Fahrers an die letzten Fahrgäste des DT3 markierte das Ende, wie später ein Nutzer bei Facebook berichtete.

Die Baureihe DT3 (steht für „Doppeltriebwagen der 3. Generation“), prägte 55 Jahre lang den Hamburger Nahverkehr. Mit ihren markanten silbernen Seitenwänden, orange-roten Fronten und roten Türen verkörperten diese Züge das Flair der 1960er und 70er-Jahre. Sie waren jahrzehntelang das Rückgrat der Hamburger U-Bahn-Flotte. Zu Spitzenzeiten waren 127 Einheiten (jede bestehend aus drei Waggons) im Einsatz – anfangs vorwiegend auf der U1, später hauptsächlich auf der U3. Ab Ende 2012 wurden sie Zug um Zug durch die neue Baureihe DT5 ersetzt, die als kleine Erinnerung immerhin das silber-rote Design der Oldtimer aufgriff.

Alte Züge sollten schon längst verschrottet sein

Eigentlich sollten die alten DT3-Züge bis 2015 komplett vom U-Bahn-Netz verschwunden sein, doch wegen der stark steigenden Fahrgastzahlen verlängerte die Hochbahn den Einsatz. Sie begann erst 2017 mit der großflächigen Verschrottung und ließ sogar zehn Züge zwischen 2015 und 2017 noch einmal rundum erneuern – als eiserne Reserve. Diese letzten zehn Veteranen sind seit Freitag nun auch Geschichte.

Lesen Sie in diesem Hintergrundbericht ausführlich die ganze Geschichte der DT3-Baureihe, warum sie trotz ihrer damals modernen Optik bereits bei ihrer Entwicklung als veraltet galt und welches Feature die Hochbahn unbedingt haben wollte, das später kaum eine Bedeutung hatte.

Um die Geschichte rund um die Baureihe DT3 besser verstehen zu können, müssen wir etwas weiter zurück in die Hamburger Verkehrsgeschichte gehen: in die 1950er-Jahre. Die Jahre des Wiederaufbaus nach…

Mitgliedschaft

NAHVERKEHR HAMBURG unterstützen und weiterlesen

NAHVERKEHR HAMBURG erklärt Mobilität in Hamburg unabhängig, kritisch und aus Sicht der Fahrgäste. Mit Ihrer Mitgliedschaft ermöglichen Sie Recherchen, Hintergründe und Einordnung, die über Meldungen und Pressemitteilungen hinausgehen.

  • Ein personalisierter Zugang zu allen Inhalten.
  • Zugriff auf unser Archiv.
  • Zahlung per Paypal/Kreditkarte/Bankeinzug.
  • Keinen Sammel-Mailadressen erlaubt.
Jetzt Mitglied werden
  • Zwei personalisierte Zugänge zu allen Inhalten.
  • Zugriff auf unser Archiv.
  • Eine Abrechnung für beide Accounts.
  • Zahlung per Paypal/Kreditkarte/Bankeinzug.
  • Keine Sammel-Mailadressen erlaubt.
Jetzt Mitglied werden

Für berufliche Nutzerinnen und Nutzer gibt es gesonderte Unternehmensangebote. Mehr erfahren

Christian Hinkelmann, Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG

Rushhour · der kostenlose Newsletter

Noch nicht überzeugt? Bleiben Sie kostenlos informiert

  • Die wichtigsten Mobilitäts-Schlagzeilen – jeden Morgen um 6:30 Uhr
  • Kuratiert von Herausgeber Christian Hinkelmann

Schon 5.770 Leserinnen und Leser sind dabei

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner