U4 ist Hamburgs erste komplett barrierefreie U-Bahnlinie

Die U4 ist die erste komplett barrierefrei ausgebaute U-Bahnlinie in Hamburg. Seit heute ist die letzte Station der Strecke – "Rauhes Haus" – entsprechend umgebaut und ohne Treppensteigen erreichbar. Bis Anfang der 20er Jahre sollen alle weiteren U-Bahn-Haltestellen behindertengerecht ausgebaut werden. Aber das wird teuer und kompliziert.
Von Christian Hinkelmann

Die U4 ist die erste Hamburger U-Bahnlinie, die durchgehend barrierefrei erreichbar ist. Seit heute ist auch die letzte Station auf der Strecke – Rauhes Haus – ohne Treppensteigen erreichbar.

Damit hat die Hochbahn in den vergangenen drei Jahren 19 U-Bahn-Haltestellen behindertengerecht ausgebaut, zwei weitere (Klosterstern, Stephansplatz) folgen noch im kommenden Jahr. Dann ist die erste Ausbau-Phase abgeschlossen.

Allerdings geht der Ausbau danach direkt weiter. Bis Anfang des kommenden Jahrzehnts sollen in der so genannten Phase II alle restlichen U-Bahnstationen barrierefrei ausgebaut werden – immerhin 33 Stück. Laut Hochbahn wird diese Phase II deutlich komplexer als der bisherige Ausbau, denn darin befinden sich Haltestellen wie Landungsbrücken und Sternschanze, die unter anderem wegen Denkmalschutz und Kurvenlage als sehr schwierige Umbaukandidaten gelten.

Ein Blick auf die eingeplanten Gelder bestätigt dies. In Phase I wurden, bzw. werden 21 Haltestellen für insgesamt 32 Millionen Euro ausgebaut, was rund 1,5 Millionen pro Station entspricht. In Phase II liegt das Budget dagegen bei 180 Millionen für 33 Bahnhöfe – also knapp 5,5 Millionen pro Haltestelle.

Und so sieht der weitere Fahrplan beim barrierefreien Ausbau aus:

Im kommenden Jahr will die Hochbahn den U1-Abschnitt zwischen Volksdorf und Großhansdorf für knapp vier Monate (2.7. bis 20.10.) komplett sperren und in der Zeitspanne  die Stationen B…

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10 Antworten auf „U4 ist Hamburgs erste komplett barrierefreie U-Bahnlinie“

Auf Hamburgs kürzeste U-Bahnlinie sind alle Haltestellen barrierefrei ausgebaut. Dass die Haltestellen Überseequartier und Hafencity Universität die reine U4 gilt weiß ich schon seit der Eröffnung. Aber wenn ich hier lese ,,U4 ist Hamburgs erste komplett barrierefreie U-Bahnlinie” dann denke ich mir hä? Schon vergessen dass die U4 im östlichen Bereich gemeinsam mit der U2 von Hauptbahnhof Nord bis Billstedt fährt? Vielleicht haben U2 und U4 verschiedene Ein- und Ausgänge kann auch sein.
Würde gerne wissen wie das gemeint ist.!

Jungfernstieg, Landungsbrücken und Sternschanze werden nicht barrierefrei werden – zu teuer! An dieser Stelle ein Dank an die Olympiagegner, denn mit den paralympischen Sommerspielen, wären auch diese drei zentralen Stationen ausgebaut worden. Schade!

“Jungfernstieg, Landungsbrücken und Sternschanze werden nicht barrierefrei werden – zu teuer! An dieser Stelle ein Dank an die Olympiagegner, denn mit den paralympischen Sommerspielen, wären auch diese drei zentralen Stationen ausgebaut worden. Schade!”

Bittesehr. Für die gesparten 1,2 Milliarden + x könnte man 48 U Sternschanzen neu bauen. Ansonsten empfehle ich einen Trip nach Wien – die hatten zwar nie Olympia, dafür schon lange eine 100 % barrierefreie U-Bahn. Und deren U4/U6-Stationen sind teilweise noch älter als der Hochbahnring.

Alles eine Frage des Wollens, nech!

Gruß
ein Olympiagegner

@Hamburger

Bitte.
Mit dem gesparten Geld kann man alle Stationen sofort umbauen !!!!
Allein das Sicherheitskonzept wäre ca. 1 Milliarde teurer geworden als im Entwurf des Senats.

Das ist ja richtig genial!

Da wird im kommenden Jahr der Verkehr auf der RB81 extrem eingeschränkt und der HOCHBAHN fällt nichts Besseres ein, als den einzigen SPNV-Notnagel für die Ahrensburger mal so für vier Monate “dicht” zu machen! Die dürfen sich dann zusätzlich in die Halbstundentakt-Züge quetschen, die ganz sicher um keinen einzigen Wagen verlängert werden, damit der Umlauf nach Büchen ja auch klappt. Denn das ist sicher das Wichtigste.

Vielleicht konnte es die HOCHBAHN ja nicht wissen, aber der HVV hätte zumindest bei der Koordination ein Auge drauf haben und diese Doppeleinschränkung verhindern können. Aber die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Menschen an dieser Verkehrsachse sind ja dem HVV offensichtlich herzlich egal.

Als Entschädigung könnte doch dafür die U3 die ganze Nacht durch im 5-Minutentakt fahren. Das wäre doch gerecht, oder?

@Lütt Matten: Das ist ja Problem: die Nolympia Initiativen glauben ja tatsächlich, dass Geld gespart wurde und nun an anderer Stelle eingesetzt werden kann. Dem ist leider nicht so. Es wird wie immer alles unter Finanzierungsvorbehalt gestellt und die teuren Vorhaben werden eben sehr viel später oder nie realisiert werden. Meiner Meinung nach gehört auch die U5 dazu, die – so wage ich es vorherzusagen – max. zwischen Bramfeld und CityNord gebaut wird. Der Rest der Linie wird sich als zu teuer herausstellen und wir fahren auch in 30 Jahren noch in übervollen Bussen der Linien M5 und M6. Olympia wäre aus meiner Sicht der Katalysator gewesen. Ein Verkehrsprojekt wird wohl noch kommen, von dem ich übrigens tatsächlich nichts halte: die S21 nach Kaltenkirchen. Die AKN ist so leistungsfähig, dass sie diese
Strecke häufiger befahren könnte. Hier werden meiner Meinung nach wirklich Steuergelder zum Fenster rausgeworfen, ohne dass ein einziger Anwohner zusätzlich angeschlossen wird

Die Ausweichroute U1 zwischen Volksdorf, Ahrensburg-Süd und Großhansdorf wird 2016 für vier Monate komplett gesperrt. Der Regionalverkehr von Hamburg nach Ahrensbug wegen den Bauarbeiten am Berliner Tor ausgedünnt. Ach, was ist das im HV V wieder originell koordniert.

@ifra
Auch ich wundere mich über die mangelnde Koordination, nicht nur hier sondern auch in anderen Fällen.
Dann bleibt hier die Frage: Wer hätte seine Arbeiten zuerst hinterher ausführen bzw. verschieben sollem? HHA oder DB?

Na endlich. Wieder einmal wird im HVV Unhaltbares, ja menschenunwürdiges (Schienenersatzverkehr) begangen. Zwei Bahnstrecken werden instandgehalten, welch ein Fauxpas.. Und die üblichen Verdächtigen haben es mal wieder erkannt. Dass dabei Stationen barreiereifrei ausgebaut werden (der Wert einer Gesellschaft misst sich immer daran, wie sie mit Schwächeren umgeht), dass umfangreiche Brückenbauarbeiten OHNEHIN notwendig sind und es sogar noch verknüpft wird, dass es DB Netz/Bau sowas von egal ist, welche Befindlichkeiten gerade in der norddeutschen Provinz existieren. Alles egal. Der HVV hat wieder versagt. Typisch. Wie immer… Wie heißt es so schön: Haters gonna hate. Da kann man nix machen. Nur gut, dass es Leute gibt, die an Lösungen interessiert sind.

“2018 soll dann der Ausbau der U1-Haltestellen Lohmühlenstraße, Lübecker Straße, Ritterstraße, Wandsbeker Chaussee, Straßburger Straße und Alter Teichweg folgen.”

Ich befürchte, dass es auch hier zu einer längeren Streckensperrung zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Hauptbahnhof Süd kommen wird. Hoffentlich geht dann die HOCHBAHN wenigstens mal einen “alternativen Weg” und lässt die U1 trotzdem durchgängig fahren. Das ist nämlich auch mit einem Vollzug DT4 möglich: von Wandsbek-Gartenstadt (Gleise 2/3) über Barmbek, den Ostring und das Verbindungsgleis 20 (Berliner Tor – Hauptbahnhof Süd (U1)). Die U3 müsste während dieser Zeit als reine Ringlinie verkehren. Somit wäre auch für den Bereich Rahlstedt/Tonndorf über den U1-Zugang Farmsen ein relativ guter SPNV realisierbar, als Ersatz für den Ausfall von Wandsbek Markt.

“Danach wollen die Planer die größten Knackpunkte anpacken: Landungsbrücken, Jungfernstieg und Sternschanze.”

Da ist es wieder, das Problem, dass ich umschrieben habe mit: “In Hamburg werden zwar immer wieder große Pläne (z.B. die “kurvende, Eier legende Wollmilchsau U5”) gemacht, die dann irgend wann wieder in der Schublade landen, aber eben leider keine “großen Würfe”.”
Der “größte Wurf” wäre: den barrierefreien Ausbau mit der längst überfälligen Verlängerung der Haltestellen auf dem Süd-, West- und Nordring auf 120m (DT4-Vollzug) zu verbinden, auch gegen den Widerstand der berühmten “Geschäftsleute der Mö”. (davon kann man leider nur träumen)
Zumindes wäre ein “großer Wurf” der Neubau der Hst. Sternschanze mit breitem und nach Süden auf 120m verlängertem Bahnsteig mit kürzest möglichem Übergang zur S-Bahn, sowohl als Treppe als auch über Fahrstühle. Aber es wird wohl leider so sein, dass der U3-Fahrstuhl irgendwo vor dem Schanzenpark raus kommt und man von dort bis zum anderen Ende des S-Bahnsteiges mit dem dortigen Fahrstuhl muss.
Auch für Landungsbrücken und Jungfernstieg (U1) könnte es einen “großen Wurf” geben, wenn man wollte: wo es möglich ist, gemeinsame Fahrstühle, die U- und S-Bahnsteig miteinander verbinden. Oder zumindest mit Zwischenebene und engst möglicher Lage zueinander. Aber es wird wohl z.B. an den Landungsbrücken so werden, dass es den demnächst fertigen S-Bahn-Aufzug am abgelegenen Ostende (hinter der “Hafentor-Galerie”) gibt, und die U-Bahn-Fahrstühle irgendwo in der Halle (wegen dem Denkmalschutz) mit notwendigem zusätzlichem Fahrstuhl, versteckt unter der “Touri-Brücke”. Das bedeutet dann einen richtig langen Weg an dieser zentralen Umsteigestelle.

Hamburg – die Stadt mit großen Plänen, aber keinen Visionen

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