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Vor 100 Jahren startete die Hochbahn ins Bus-Zeitalter

Am 5. Dezember 1921 nahm die Hochbahn ihre erste Hamburger Buslinie in Betrieb. Der Takt war dicht, die Fahrzeuge unbequem und nach nur zehn Monaten war das Experiment auch schon wieder beendet. Erst zwei Jahre später kam es zum Comeback.
Frank Muth
So sahen die allerersten Busse 1926 nach Umrüstung auf Luftreifen und mit Wagennummer aus.
So sahen die allerersten Busse 1926 nach Umrüstung auf Luftreifen und mit Wagennummer aus.
Foto: Archiv Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn

119 Buslinien betreibt die Hochbahn heute auf Hamburgs Straßen. Jeden Tag steuern die mehr als 1.000 Fahrzeuge über 1.400 Haltestellen an und legen jährlich rund 50 Millionen Kilometer zurück.

Solche gigantischen Zahlen hatten die Verantwortlichen sicher nicht im Kopf, als sie vor genau 100 Jahren, am 4. Dezember 1921, mit einer großen Präsentation die erste Hochbahn-Buslinie geladenen Journalisten und Bezirkspolitikern auf einer Fahrt vom Jungfernstieg nach Niendorf vorstellten.

Die neuartigen Busse sollten das Verkehrsunternehmen moderner und innovativer erscheinen lassen. Das Angebot konnte sich sehen lassen: Von Anfang an fuhren die Omnibusse in einem dichten 10-Minuten-Takt – unter anderem durch die repräsentativen Villenviertel an der Alster. Öffentlichkeitsarbeit konnte die Hochbahn schon immer.

Doch am Ende blieb die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück: Nach nur zehn Monaten wurde der Betrieb wieder eingestellt.

Das waren die Gründe für das Scheitern, das ist aus den Fahrzeugen geworden und deswegen startete der Autobus in Hamburg erst Jahre später so richtig durch.

Neue Linien füllte Lücke im dichten Straßenbahnnetz

Es war ein eiskalter Sonntag mit Minustemperaturen, als Hochbahn-Direktor Wilhelm Stein am 4. Dezember 1921 die Hamburger Presse und Politiker ins Ausflugslokal Waldesruh einlud, um sich ihr bei Kaffee und Kuchen als modernes Nahverkehrsunternehmen zu präsentieren.

Zehn neuartige Autobusse sollten die Öffis in ein neues Zeitalter fahren – unabhängig von Oberleitungen und Schienen und in einem flotten Zehn-Minuten-Takt auf einer 6,7 Kilometer langen Strecke zwischen den Bahnhöfen Landwehr und Schlump. Die neue Linie führt also einmal halb um die Außenalster herum von Landwehr über Wartenau — Lerchenfeld — Averhoffstraße — Adolphstraße — Sierichstraße — Gellertstraße — Fernsicht — Krugkoppelbrücke — Mittelweg und Hallerstraße.

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Frank Muth erlebte als Fahrgast in mehreren Städten mit, wie sich die Straßenbahn zur Stadtbahn oder Niederflurtram weiterentwickelte. Das weckte in ihm die Frage, wie Bahnsysteme funktionieren, woran sie im Alltag oft scheitern — und wie sich das ändern ließe. Frank Muth schreibt seit vielen Jahren für die Fachpresse über Verkehrsmittel, ihre Geschichte und über die Zukunft der Mobilität.

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