Wie realistisch ist die Metrobahn der Handelskammer?

Die Handelskammer will die Hamburger U-Bahn künftig auch als Stadtbahn auf der Straße fahren lassen und somit den teuren Aufbau einer klassischen Stadtbahn vermeiden. Doch wie realistisch ist die Idee? NahverkehrHAMBURG analysiert, welche Schwierigkeiten im Detail stecken.
Von Christian Hinkelmann
Stuttgart
In Stuttgart fahren die Stadtbahnen außerhalb der City meist im Straßenraum und halten an eigenen Hochbahnsteigen
Foto: Christian Hinkelmann / NahverkehrHAMBURG.de

Hamburgs Verkehrsplanung ist seit einigen Tagen um einen Begriff reicher: Metrobahn. Darunter versteht die Handelskammer Züge, die sowohl im Hamburger U-Bahn-System als auch im Straßenraum als Stadtbahn fahren können. Somit soll der teure Aufbau eines eigenständigen Stadtbahnnetzes vermieden werden, denn die Metrobahnzüge könnten die bestehende Infrastruktur der U-Bahn mitnutzen.

Damit greift die Kammer im Grunde eine Idee von Hochbahn-Chef Günter Elste aus dem Jahr 2008 auf. Er warb damals kurzzeitig für eine ganz ähnliche U-Stadtbahn.

Doch wie realistisch ist diese Idee überhaupt? Welche Schwierigkeiten stecken im Detail? NahverkehrHAMBURG analysiert die fünf wichtigsten Punkte:

Die Stromversorgung:
Normale U-Bahn-Fahrzeuge in Hamburg beziehen ihren Strom aus seitlichen Stromschienen. Diese können aus Sicherheitsgründen nicht im Straßenraum verwendet werden. Deswegen brauchen U-Bahn-Fahrzeuge, die als Metrobahn auf der Straße fahren sollen, einen zweiten Stromabnehmer auf dem Dach (Oberleitung) oder unter dem Fahrzeug (Unterleitung). Die bisherigen U-Bahnzüge der Hochbahn – einschließlich der neuen Baureihe DT5 – sind dafür voraussichtlich nicht zu gebrauchen. Nötig wäre eine Neuentwicklung von technisch aufwändigen Zweisystemzügen.

Das Fahrzeuggewicht:
Hamburgs U-Bahnen haben ein Gewichtsproblem: Die vielen alten Brücken und Viadukte im Netz setzen enge Grenzen für das maximale Gewicht von U-Bahn-Fahrzeugen.

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