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Wochenrückblick: 49-Euro-Ticket kommt und U1-Baustelle Hauptbahnhof geht ins achte Jahr

Verkehrsminister beschließen „Klimaticket Deutschland”, U Hauptbahnhof Süd wird einfach nicht fertig und die Stadtreinigung darf nun auch noch E-Roller umsetzen. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor los.
Thomas Röbke
Das 9-Euro-Ticket sorgte in ganz Deutschland für große Fahrgastzuwächse im ÖPNV - und immer wieder auch für volle Züge.
Das 9-Euro-Ticket sorgte in ganz Deutschland für große Fahrgastzuwächse im ÖPNV - und immer wieder auch für volle Züge.
Foto: Christian Hinkelmann

Jeden Freitag fassen wir Ihnen hier alle wichtigen Mobilitäts-News der Woche für Hamburg zusammen – kurz, knapp und kompetent. Außerdem finden Sie hier die wichtigsten Baustellen und Fahrplaneinschränkungen für die kommenden Tage im HVV, damit Sie Ihre nächsten Fahrten besser vorplanen können.

Grünes Licht für 49-Euro-Ticket

Gestern haben die Verkehrsminister von Bund und Ländern in Bremerhaven das 49-Euro-Ticket aka „Klimaticket Deutschland“ beschlossen. Der Weg für ein einfaches, deutschlandweit gültiges, papierloses Ticket sei geebnet, freute sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing auf Twitter. Es sei die größte Reform für den ÖPNV überhaupt, sie soll möglichst noch zum Jahreswechsel eingeführt werden. Allerdings: Ganz sicher ist die Finanzierung noch nicht.

Diese gelte es jetzt noch zu klären, schrieb Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) gestern Abend bei Twitter. „Hamburg wird sich daran beteiligen“. Das 49-Euro-Ticket solle „niedrigschwellig digital erhältlich und bundesweit im Nahverkehr gültig sein“, erklärte Tjarks im Abendblatt (Bezahlschranke) . „Damit würden auch dauerhaft die Tarifgrenzen wegfallen.“

Der Kopf hinter diesem Artikel

Thomas Röbke ist freier Redakteur in Hamburg und schaut bei der Arbeit direkt auf den ZOB. Nach Aussage seiner Mutter war sein erstes Wort „Bus”. Vorm Einschlafen schaut er gerne bei Youtube Videos mit Hamburger Straßenbahnen. Wenn er wach ist, schreibt er über alles außer Sport.

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3 Antworten auf „Wochenrückblick: 49-Euro-Ticket kommt und U1-Baustelle Hauptbahnhof geht ins achte Jahr“

Ich lache ja mittlerweile über Pro Bahn. „Man wird einige neue Kunden gewinnen, aber die Revolution wird es nicht sein“ könnte nicht falscher sein. Das 49€-Ticket ist nun wirklich die allergrößte Maßnahme zugunsten des ÖPNV die Fahrgäste jemals gesehen hat. Ebenso Verkehrswissenschaftler Knie: „Wenn man einen richtigen Effekt erzielen will, muss man klotzen, nicht kleckern“ – stimmt ja, aber wenn man 3 Milliarden als kleckern bezeichnet stimmt da doch bei dem nicht.

Naja, jeder blamiert sich wie er will. Dass die Hälfte der Bevölkerung in ländlichen Regionen ohne gute ÖPNV-Anbindung lebe ist auch einfach falsch und da hätte mich schon gewünscht has Nahverkehr Hamburg das nicht einfach so kommentarlos übernimmt. Und vielleicht auch Herrn Dedy einfach ignorieren? Der sagt „Das Ticket darf wichtige Investitionen in den Nahverkehr nicht ausbremsen, etwa weil es zu Lasten der Grundfinanzierung oder des Angebotsausbaus geht“ – da klar ist dass die Finanzierung das nicht tut ist der Kommentar einfach nur substanzlos.

Das ist die Tage tatsächlich unangenehm. Zum Beispiel Hüskens, Verkehrsministerin aus Sachsen-Anhalt, die mindestens 69 Euro wollte — und zudem eine Gültigkeit von 15 Tagen im Monat. Aber auch die linke Bubble tut sich schwer mit dem Thema. Die einen wollen 9 Euro für alle, da es Leute gibt, die zwar einen Sozialrabatt beantragen können, aber nicht zum Amt gehen möchten. Und die nächsten beklagen, dass nun auch Leute mit hohem Einkommen nur 49 Euro zahlen müssen, obwohl sie die Entlastung nicht brauchen. Da fragt man sich schon, ob die Leute überhaupt regelmäßig den ÖPNV nutzen oder nur notorisch unzufrieden sind. Oder Frau Diehl, die einen Tag vorher das Klimaticket in Österreich für 1095 bejubelt hat, das ein ganzes Jahr gilt. Also umgerechnet über 90 Euro im Monat. Und in Deutschland beklagt man die soziale Kälte bei 49 Euro (ohne Sozialrabatt), die monatlich kündbar sein sollen. Gehört wohl zum Geschäftsmodell. Genau wie zu ignorieren, dass fast 80% der Deutschen in Städten wohnen und auch nicht jeder ländliche Raum ein weißes Loch im Nahverkehr ist.

Wie dem auch sei: vor einem Jahr hätte ich jeden für verrückt gehalten, der das Heilige Römische Reich deutscher Verkehrsverbünde für bezwungen erklärt und mir mitteilt, dass ich zukünftig für 49 Euro im Monat den gesamten Nahverkehr, inklusive Regionalbahn, in Deutschland nutzen kann. Im Schnitt zahlen Abonnenten in Deutschland ja doppelt so viel. In einigen Fällen, zum Beispiel Gesamtbereich vom HVV, das Vier- (Abo) bzw. Fünffache (ohne). Und das nur für ein Tarifgebiet. Wie man sowas nun zerredet, weil es nicht perfekt für jeden einzelnen Bürger ist, erschließt sich mir nicht. Als Politiker würde ich bei so viel Widerstand und Gemecker wohl denken: OK, dann halt nicht.

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