Bürgermeister Scholz will viele neue U- und S-Bahn-Strecken

Bürgermeister Olaf Scholz will in den kommenden Jahrzehnten zahlreiche neue U- und S-Bahn-Strecken in Hamburg bauen und mehrere Stadtteile erstmals an das Schnellbahnnetz anschließen.
Von Christian Hinkelmann
Ein U-Bahnzug der Baureihe DT5 bei Sonnenuntergang im Hamburger Hafen auf einem Viadukt
Ein U-Bahnzug der Baureihe DT5 bei Sonnenuntergang im Hamburger Hafen auf einem Viadukt

“Wir müssen in der Verkehrspolitik heute das planen, was wir in den 20er- und 30er-Jahren dieses Jahrhunderts tun wollen”, so der SPD-Politiker in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt. Man müsse davon Abstand nehmen, dass man in der Hansestadt keine S-Bahnen und U-Bahnen mehr bauen könne.

Scholz plädiert dafür, dass sich die Stadt wieder große Verkehrsprojekte zutrauen müsse und verweist auf den Bau der U-Bahn-Ringlinie vor über 100 Jahren.

Die Planungen für solche langfristigen Projekte müssten schon jetzt beginnen. Teile davon sollten schon zum Ende dieses Jahrzehnts und Beginn des nächsten Jahrzehnts gebaut werden. Als Zielkorridor nannte der Bürgermeister in dem Abendblatt-Bericht die Zeitspanne 2035 bis 2040.

“Solche langfristigen Planungen stelle ich mir etwa für Lurup und den Osdorfer Born vor. Das betrifft Steilshoop, sicherlich auch Bergedorf sowie den Südosten der Stadt”, so Scholz.

Den Bau einer Stadtbahn lehnt der SPD-Politiker in dem Abendblatt-Interview dagegen weiterhin klar ab. “Man muss sich überlegen, was in den 20er- und 30er-Jahren wichtig sein wird. Dann kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass man besonders leistungsfähige Verkehrsträger für eine weit ausgedehnte Stadt braucht. Und zu denen gehört eine Straßenbahn nicht.”

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40 Antworten auf „Bürgermeister Scholz will viele neue U- und S-Bahn-Strecken“

ich kann mich noch ganz gut an diese Aussage erinnern: … die Stadtbahn ist eine schöne Idee, aber wir können sie uns nicht leisten (Olaf Scholz). Jetzt sollen wir auf einem Geld für drei neue U-Bahnen haben? Das ist doch Blödsinn, man hat sich in den letzten Jahren genau deshalb auf eine Stadtbahn verständigt, da sie wesentlich billiger ist als eine U-Bahn (die wird nämlich seit 30 nicht nach Osdorf, Steilshoop, Kirchdorf-Süd, Lurup gebaut) und auch als das sog. Busbeschleunigungsprogramm und wenn man sie gut macht (eiegne Spur, Ampelbevorrechtigung) fast genauso schnell wie eine U-bahn ist. nebenbei macht sie den öffentl. Raum, insbesondere die großen Einfallstraßen durch Gleisbegrünung etc. attraktiver. … also, wer einmal lügt …. außerdem ist die SPD ja nicht gerade eine Partei, die sich für den Ausbau des ÖPNV einsetzt. Olaf Scholz merkt wohl nur, das ihm alle verkehrsexperten widersprechen und er sucht nach einem Ausweg, das ist nicht leicht, wenn man sich bei der Stadtbahn schon so fetsgelegt hat….

Widerspricht sich Herr Scholz da nicht?
Ein Stadtbahn ist angeblich zu teuer, neue U-Bahnstrecken und S-Bahnstrecken dagegen sind auf lange Sicht kein Problem? Nicht, dass es falsch wäre, neue Strecken zu bauen, im Gegenteil, es wäre schwer zu begrüßen! Fakt ist aber auch – und das kann niemand wegdiskutieren -, dass der Bau neuer U-Bahnen bedeutend teurer ist als ein vollständiges Stadtbahnnetz jemals sein würde. (Und z. B. am Projekt S4 sieht man ja auch, wie lange das alles dauert.)
Leistungsfähig genug für gewisse Strecken ist eine Stadtbahn alle mal: rund 500 Fahrgäste pro Zug sind ohne weiteres möglich, und auf einigen Strecken wären U-Bahnen auch irgendwo übertrieben. Dann läuft’s am Ende wie auf der U2 zwischen Hagenbecks Tierpark und Niendorf.
Die heute verkehrenden Busse sind dagegen teils überfordert – halt das typische Einsatzgebiet für Stadtbahnen.
Herr Scholz möchte es nicht verstehen…

Toll, da werden also weiter Luftschlösser geplant und gebaut und wenn der Realisierungszeitraum näher rückt, stellt man dann ganz erstaunt fest, dass dafür keine Mittel vorhanden sind …

Siehe S4: Da ist jetzt die Vorentwurfsplanung durch, bis 2015 (!) sollen Kosten-Nutzen-Analyse sowie die Entwurfs- und Genehmigungsplanung stehen. Erst dann wollen sich HH & SH entscheiden, ob man die S4 überhaupt baut und ggf. das Planfeststellungsverfahren einleiten. Und wenn man dann baut (Baubeginn 2018 geplant), ist die S4 nicht vor 2023 fertig.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die nächsten 10 Jahre im Hamburger Nahverkehr nichts entscheidend ändern wird. Sollte man sich in 2 Jahren gegen die S4 entscheiden wird es noch länger dauern, bis die Planung für andere Strecken baureif ist.
Bis 2018 könnte man immernoch einen großteil des 50km-Stadtbahnnetzes realisieren – wäre Herr Scholz nicht so verbohrt und würde die Stadtbahn (egal wo in Hamburg) grundsätzlich ablehnen.

Hä???
Die U4 nach Wilhelmsburg bleibt bis auf weiteres an den Elbbrücken stehen.
Die kaufmännische Bilanz für Hamburg sieht absolut nicht gut aus.
Und Herr Scholz träumt von teuren U-Bahn-Linien.
Augenwischerei???
Gut, ich will den U-Bahn-Bau nicht verteufeln, macht die U4 doch erst südlich der Elbe richtig Sinn. Und vielleicht sollte man mal Planungen ansetzen um sie bereit zu haben, sollte man mal die Finanzen wieder in den Griff bekommen und Geld vorhanden sein. Und nach 30 Jahren “hier ein bisschen und da ein bisschen” sollte man auch mal wieder in die Hände spucken. Aber eine Str… nee, zwei Strecken läßt er aussen vor: Den 5er und eine Querstrecke Rahlstedt, Farmsen, Steilshoop, City Nord, Siemersplatz, Stellingen, Osdorf. Gerade auch diese zweite Strecke zu einer “eine weit ausgedehnte”n Stadt.

Es wird Zeit, daß uns Herr Scholz endlich die Herren zeigt, die ihm die Verkehrspolitik einflüstern. Damit stehen wir endlich mal Experten gegenüber, gegen die man anständig diskutieren kann (und dann auch zu Lösungen kommt). Denn von der Stadtbahn immer nur von einer Straßenbahn zu sprechen ist auch nur schlechte Propaganda. Ich denke wenn, dann richtig. Und dann brauchen wir auch eine Stadtbahn. Herr Scholz sehe sich mal folgendes an: http://www.mvg-mobil.de/aktuell/images/MVG-Innenraumnetz-2014.pdf Dicke Linien: U- und S-Bahn, dünne Tram. Und so klein ist München auch nicht.

Na, das ist ja mal ne Aussage. 2035-2040. Herr Scholz dürfte dann mittlerweile abgelebt und erst recht abgeDANKT haben. Wenn HH sich 500-600Mio für eine Stadtbahn nicht leisten kann, wie will man dann U-und S-Bahnen nach Osdorf und Steilshoop bezahlen? Ich bin ja bekanntlich jemand, der die Busbeschleunigung eher weniger kritisiert, als andere, aber die Stadtbahn ablehnen und gleichzeitig über Projekte sprechen, die in knapp 30 Jahren fertig sein sollen bzw mit denen man erst in 10-20 Jahren beginnen will und dazu noch deutlich teurer wären, ohje…das bedeutet sinngemäß, dass es Herrn Scholz am Allerwertesten vorbei geht, was in der Zeit seiner Regierung in Sachen ÖPNV noch getan werden soll. Für mich klingt das schon so, als ob er mit dem Thema abgeschlossen hat und es bei der Busbeschleunigung bleibt und sonst wohl nicht mehr viel passieren wird. Das Interview würde ich mal gern komplett lesen, denn da bleiben viele Fragen offen…

Na endlich -:):-):-),
(ich kann es irgendwie noch garnicht richtig glauben)
das wurde auch mal Zeit das sich jemand zu den U-Bahnen und S-Bahnen dieser Stadt ausdrücklich bekennt.
Und er somit erkennt , das es erst einmal gilt, diese auszubauen und sich danach vllt. um andere neue Verkehrsträger kümmert.
Damit begibt sich Olaf Scholz endlich in die Realität.
Ich bin gespannt welches weitere Netz (Südosten von Hamburg) , neben dem im FNP noch versehenen Strecken, ihm vorschwebt.
Mit diesem Clou und dem außerordentlichen Mut wird er ja das Rad wieder in seine Richtung drehen und ich wünsche ihm eine sehr sehr lange Amtszeit. Er wird damit der beste Bürgermeister seit Paul Nevermann! Toll!

Schön wärs ja, wenn Herr Scholz das ernsthaft meinen würde. Doch das bleibt leider nur abzuwarten. Und die Verschieberitis gibt es nun schon seit über 40 Jahren in Hamburg.

Lieber Herr Scholz, wenn “man besonders leistungsfähige Verkehrsträger für eine weit ausgedehnte Stadt braucht” und nicht die Stadtbahn meint, dann sollte man mit der Vorentwurfsplanung der Strecken Altona – Lurup oder Barmbek – Steilshoop – Bramfeld, auch schleunigst beginnen, da Ihre Legislaturperiode wahrscheinlich zeitlich nicht ausreicht, um ansatzweise irgendetwas für S- und U- Bahnen zu erreichen. Geben Sie doch endlich zu, dass das Thema “Busbeschleunigung” und “car2go” eine höhere Priorität für Hamburg hat. Das permanente Veto gegen eine Stadtbahn kann ich nicht mehr hören. Warum braucht Bergedorf eine zusätzliche S-Bahn. Sind S2 und S21 nicht genug? Oder was meinen Sie damit? Die U 5 von Niendorf bis Stephansplatz muss endlich realisiert werden, ansonsten sind Sie bis 2020 im Individualverkehr untergegangen.
Vielleicht ist weniger Interview Herr Scholz auch mal besser !

Frohe Weihnachten!

Zuerst dachte ich bei der Überschrift: Ja ist denn heute schon der 1. April?
Dann half ein Blick auf den frisch aufgestellten Weihnachtsbaum: Ja ist denn heut schon Weihnachten?

Leider stellte sich dann raus, dass das Richtige zwar erkannt, aber in eine zu weite Zukunft verschoben wird.

Zur U-Bahn vs. Stadtbahn: Man kann auch das eine machen, ohne das andere zu lassen.

Politiker, die alles zukünftigen Generationen überlassen wollen, haben wir schon genug. Und leider war man vor 100 Jahren mutiger, auch wenn man ärmer war!

Endlich mal eine vernünftige zukunftsweisende Vision.
Ob Bus oder Stadtbahn, oberirdisch ist der Platz stark limitiert.
Außerdem erzeugt oberirdischer Verkehr unerwünschten Lärm.

Das ganze gepaart mit einer Stadtentwicklungsplanung, die Arbeit und Wohnen enger verzahnt.
Dann reduziert sich der Verkehrsbedarf von alleine.

Das wird noch enden wie in Paris, keine Stadtbahn aber U-Bahnstationen im Umkreis von 100 Metern. Wenn Scholz es unbedingt teurer will…

Bei der vermuteten Bevölkerungsentwicklung Hamburgs ein vollkommen richtiger Gedanke. Das Konzept Stadt wird in Zukunft gegenüber dem Wohnen in ländlichen Räumen noch viel stärker als das heute bereits der Fall ist von den Bürgern gewählt werden, allein schon aus ökologischen und ökonomischen Zwängen. Leistungsfähige Verkehrsträger sind daher absolut nötig, und zwar leistungsfähigere als Bus und Stadtbahn.

Das Bevölkerungswachstum wird also kommen, und eine Stadtbahn wird daher vermutlich bis sie fertig geplant und gebaut ist den gewachsenen Kapazitäten gar nicht mehr entsprechen können.
Wer billig kauft, kauft zwei Mal, von daher also besser gleich einen Batzen Geld in die Hand nehmen und ein leistungsfähigeres Schnellbahnnetz aufbauen, statt eine Stadtbahn zu bauen, die möglicherweise bereits einige Jahre nach Fertigstellung ein gleiches Kapazitätsproblem hätte wie der Bus heute.

Bleibt zu hoffen, dass den Worten auch Taten folgen – so richtig glauben mag ich es nicht.

Und zu JaCDesings1: Wer glaubt dass in einer 11 Millionen Stadt Stadtbahnen in der Innenstadt das Verkehrsaufkommen bewältigen könnten, war vermutlich noch nie wirklich für mehr als ein paar Tage dort bzw. hat als Tourist nie den Berufsverkehr erlebt. Das ist reinstes Wunschdenken bei den Menschenmassen.

@Wolfgang Kühl: “Endlich mal eine vernünftige zukunftsweisende Vision.” Hä? Was ist daran zukunftsweisend, die U- und S-Bahntrassen des längst veralteten FNP wieder auf den Tisch zu packen und sich einem modernen Verkehrsmittel wie der Stadtbahn bockig zu verschließen? Es sei nochmal daran erinnert, dass es 1974 einen Baustopp für alle weiteren U-Bhn-Ausbauten gab, gleichzeitig aber noch ein gutes Kernnetz an Straßenbahnlinien. Jeder vernünftig denkende Mensch hätte das Straßenbahn-Kernnetz erhalten. Wer hat’s trotzdem abgeschafft? Olafs Partei! Natürlich können wir auch auf U- und S-Bahn setzen. Durchschnittlich eine U-Bahn-Station alle fünf Jahre wie in den letzten Jahrzehnten. Da haben wir dann vielleicht ja sogar schon Mitte des nächsten Jahrhunderts anderthalb bis zwei neue Linien! Na super! Dann doch lieber eine moderne Stadtbahn mit großen Fahrzeugen – die dürfen ja 2,65m breit und bis zu 75m (!) lang sein. Zudem sind sie ohne zusätzliche Betriebskosten für Rolltreppen, Fahrstühle etc. barrierefrei erreichbar, machen den Stadtraum erlebbar, können auf Sicht und damit in sehr viel engerer Taktung verkehren als U-Bahnen. DAS, lieber Olaf, ist ein leistungsfähiges, zukunftsweisendes Verkehrsmittel, das die Stadt braucht! Ein komplettes Netz lässt sich problemlos in 15- 20 Jahren realisieren und ist zudem unter heutigen Prämissen auch noch finanzierbar. Weitere Betonkopf-U-Bahn-Planungen brauchen wir nicht!

Kevin Schmidt Freitag, 20.12.2013: Nee, das widerspricht sich nicht. Neue U- und S-Bahnstrecken werden wohl kaum (von den Kilometern her) einen Umfang haben wie eine Stadtbahn. Bei einem dichten unterirdischen Netz reichen Busse als Zubringer auch völlig aus. Zudem stört eine U-Bahn weder Anwohner, noch andere Verkehrsteilnehmer, und ist viel leistungsstärker als es eine Straßenbahn je sein könnte. Also von den Kapazitäten und Geschwindigkeiten her. Der Verweis auf Hagenbeck erschließt sich mir aber nicht. Ist gemeint, daß die Stationen bis Niendorf Markt eher lang sind? Das wäre die einzige Auffälligkeit dort. Und nun, eine Station mitten im Niendorfer Gehege dürfte von seinem Nutzen überschaubar gewesen sein. Da fährt die Bahn lieber schnell nach Hagendeel zum Tibarg, wo viele Menschen ein- und aussteigen. Außerdem ist Hagenbeck auf ein paar Metern oberirdisch aus Kostengründen; da auf dem Abschnitt auch niemand lebt, ist das weniger dramatisch. Zudem fährt unter der Woche, wenn es einen 5-Minuten-Takt gibt, manch eine Bahn nur bis Hagenbeck und kehrt um, um andere Strecken zu bedienen. Ist nicht so ungewöhnlich, daß Endhaltestellen nicht die selbe Taktung kriegen innerstädtische Lagen.

Mir erschließt sich ebenso nicht, wieso offenbar Stadtbahn-Freunde nun mit aller Macht gegen andere Schienensysteme schießen. Wär es denn den Nörglern lieber, wenn gar nichts käme? Und wer sagt, daß es nicht trotzdem eine Stadtbahn irgendwann geben könnte? Speziell Querverbindungen neuer U-/S-Bahnen bieten sich da an.

Zudem entlastet eine U-Bahn die Straßen deutlich mehr. Man stelle sich vor, auf der M5, die immer gerne als prädestiniert für die Stadtbahn bezeichnet wird, verläuft eine moderne U-Bahnstation, die durch die dichtbesiedelsten Viertel Hamburgs verläuft und vom Startpunkt (z.B. Niendorf) bis zur Innenstadt höchstens zehn bis zwölf Minuten benötigt. Das entlastet die Busse, das entlastet die anderen Ausweich-U-Bahnen und das entlastet den MIV, weil ein solches System nun einmal attraktiver (bzw. schneller, bequemer und zuverlässiger) ist als es die jetzigen, vollgequetschten Busse sind. Das gilt nun natürlich auch für andere Strecken und gilt nur exemplarisch, falls nun der Aufschrei kommt, wieso man sich Gedanken über Strecken fernab von Steilshoop gemacht hat. Da wäre, genau wie ins Reiherstiegviertel, natürlich eine Anbindung auch angemessen; ob nun als Verlängerung der U4 oder Ausfädelung einer bestehenden oder neuen Linie. Geht man davon aus, daß in normalen Lagen ein U-Bahn-Kilometer rund 50 Mio. Euro kostet, sind da auch einige Meter drin für die mindestens 2 Mrd., die ein Stadtbahnsystem gekostet hätte. Nur zum Vergleich: Lurup, Jenfeld, Niendorf und Steilshoop sind alle weniger als 8 Kilometer vom Jungfernstieg entfernt. Von den Elbbrücken ins nördliche Reiherstiegviertel mit Zwischenhalt am Veringkanal und einer Verlängerung zum Inselpark nur rund 7 km.

@Lieschen Müller
Ich bin der Stadtbahn gegenüber positiv eingestellt, das ist wahr, aber ich wettere mit Sicherheit nicht gegen anderen Schienverkehrsmittel (sofern sich diese Ihre Äußerung noch auf meinen Kommentar bezog). Ich finde auch die Busbeschleunigung sinnvoll, kritisieren tue ich daran eher, dass Hamburg sich damit brüstet, als wäre es ein total tolle und hochgradig innovative Hamburger Erfindung – in anderen Städten ist so etwas seit Jahren, teils Jahrzehnten Standard.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass den Worten eines Olaf Scholz auch nur ansatzweise Taten folgen werden. Im Sommerinterview berichtet z. B. auch Herr Horch, dass er sich eine U-Bahn gen Osdorf nicht vorstelle könne, weil diese angeblich zu weit ab vom Rest des Netzes läge. Wobei ich mich diesbezüglich damals gefragt habe, wo in Herrn Horchs Vorstellung Norderstedt & Co. liegen bwz. ob er die U1 als zentrumsnahe Linie sieht…

U-Bahn und Bus reicht eben nicht aus – selbst in New York fahren mittlerweile wieder Straßenbahnen, in Barcelona und Madrid fahren sie bzw. sind geplant, dasselbe in Paris, Berlin, Prag… Und das sind alles keine kleinen Städte.

Was Sie schreiben, klingt für mich wieder arg nach “macht den ÖPNV bloß nicht sichtbar, verfrachtet alles unter die Erde, damit bloß keiner – allen voran die Autofahrer – gestört werden könnten”… das ist für mich ein großer Fehler. Nicht umsonst führte nahezu überall der Bau neuer Stadtbahnen zu teils sehr großen Fahrgastzuwächsen. Hier kommen dann wieder die Vorteile der STADTbahn ins Spiel:
Eine Stadtbahn ist sichtbar, wird wahrgenommen, der Fahrweg und dessen Richtung ist sichtbar. Stadtbahnhaltestellen sind sofort barrierefrei und für jedermann sofort zugänglich, ganz zu schweigen davon, dass der Faktor “unter der Erde” im Falle der U-Bahn auch das Sicherheitsempfinden herabsetzt. Außerdem kann eine U-Bahn keine große Stationsdichte bieten, ohne dass das arg zu Lasten der Durchschnittsgeschwindigkeit geht. Stadtbahnen sind die einzigen Schienenverkehrsmittel, die eine hohe Flächendichte erreichen können und trotzdem Durchschnittsgeschwindigkeiten von weit über 30 km/h bieten können.

Es ist nicht überall die Leistungsfähigkeit einer U-Bahn notwendig (auch in Hamburg nicht), ich verstehe nicht, warum viele immer nur in den beiden Extremen U-Bahn und Bus denken wollen.
Warum nicht ein gesundes Mittelmaß dazwischen?
Moderne Stadtbahnen können annähernd so leistungsfähig wie eine Schnellbahn sein (in Berlin bedienen die M6 und M8 im Osten Berlins sehr dicht besiedeltes Gebiet); hier in Hannover fasst eine Kombination aus drei TW2000 rund 500 Leute, möglich ist sogar eine Traktion aus vier Wagen; in Bremen verkehren Schnell-Linien. Wenn eine Schnellbahn nicht bis an den Endpunkt fährt, hat das damit zu tun, dass dieser Streckenast nicht so stark ausgelastet ist, dass sich mehr Fahrten lohnen. Die U7 in Berlin fährt nur alle 10 Minuten zwischen Osloer Straße und Wittenau, die U2 ebenso nur alle 10 Minuten zwischen Theodor-Heuss-Platz und Ruhleben; die M2 nur alle 20 Minuten zwischen Am Steinberg und Heinersdorf – weil die Strecken weniger stark ausgelastet sind. Die U2 in Hamburg ist nach Hagenbeck auch nicht mehr wirklich stark ausgelastet, nicht umsonst fahren auf der U2 sogar in der Woche Kurzzüge. Wenn die HafenCity eines Tages wirklich die Landungsbrücken als Attraktion ablösen sollte, wird auch die U3 im Hafengebiet immer weniger zu tun haben. Ich weiß nicht, aber ich finde es nicht besonders sinnvoll, leistungsfähige und sehr teure Verkehrsmittel zu bauen, die dann aber nicht entsprechend genutzt werden (können).

Außerdem sind viele Strecken auch gar nicht mehr möglich; die “U4 alt” z.B. könnte so heute nicht mehr gebaut werden, wie’s um den Alsterhalbring besteht, weiß ich nicht. In Deutschland entstehen kaum neue U-Bahnen – die U5 und U55 wieder in Berlin werden grade verbunden, aber das dauert noch Jahre, Hamburg bekommt die U4 zu Elbbrücken. Stadtbahnen dagegen entstehen überall in Europa und der Welt (auch in großen Städten), und überall feiern sie große Erfolge.

(u.a. @ Kevin Schmidt / @ Lieschen Müller)

Die U-Bahn nach Niendorf ist auch nur als Kosteneinsparvariante entstanden. Ursprünglich sollte Niendorf via Grindel mit der U-Bahn angebunden werden. Eigentlich hätte es auch fast keine Hts. Hagendeel gegeben.
Warum ? Aus Kostengründen und weil dort das Nutzerpotential in Hagendeel nicht sehr hoch ist -bis heute-.
Und es ist auch mehr oder minder der FDP zu verdanken, das Hamburg nun eine U-Bahn in Niendorf hat und die Pläne nach Lurup aber dadurch praktisch in Ablage P kamen.
Aber den Niendorfern nützt die U-Bahn schon. Ich weiss noch die Worte von Henning Voscherau als er die Siganalkelle bei der Eröffnungsfahrt nach Niendorf Nord hoch hielt und auf seinem hamburger Dialekt rief:
“Zuuuurück bleiben bidde. So nu kann losgehen.”
Leider war das dann so ziemlich das letzte, mal abgesehen von der Flughafen S-Bahn die ja viele Jahre verspätet kam, was aus meiner Sicht an sinnvollen Schnellbahn-Netzerweiterungen auf Hamburger Gebiet gebaut wurde. Seit dem kochen solche “Visionen” die längst keine mehr sind, weil sie einfach so sehr staubig geworden sind und kaum einer mehr dran glaubt, immer mal wieder auf, meistens zu jedoch zu Wahlen und nicht als Weihnachtsgeschichte.
Genauso wie der Flughafen Kaltenkirchen, der erhebliche Umweltentlstungen (Lärm, Emissionen, etc.) für Hamburg bringen würde. Doch auch daran glaubt heute keiner mehr ernsthaft, so wie bei den Netzerweiterungen.

Mit dem stetig steigenden Verkehr ist es so wie mit dem Frosch im Glas, welches man ganz langsam erhitzt….Der Frosch bleibt natürlich drinn sitzen. An die Staus vor dem Elbtunnel hat man sich ohnehin genauso wie an die innerstätischen gewöhnt. An brechend volle U- und S-Bahnen bei denen zu Stoßzeiten Fahrgäste extra aussteigen müssen, damit andere überhaupt raus kommen ebenso (Trotzdem so schlimm wie in Rom ist es hier noch lange nicht, nur mal so nebenbei gesagt).

Wenn man heute die Strecke der heutigen M5 als U-Bahn realisieren wollte, würde die jedoch niemals Niendorfer Boden erreichen. Strckenende wäre definitiv der Siemersplatz mit anschließender Abstellanlage, vermutlich im Einschnitt ähnlich wie die bei Hagenbeck.
Das Problem was sich aber mit neuen U-Bahnstrcken ergeben würde liegt noch in ganz anderer Natur begründet. Die Hochbahn will in den nächsten Jahren die Zugdichte erhöhen. Zunächst wohl erst auf der Ringstrecke. Aber auch auf der U1 ist es in Stoßzeiten ja schon heute brechend voll. Also auch hier ist wohl davon auszugehen, dass die Taktung irgendwann erhöht werden wird. Das wiederum macht ein Einfädeln der Grindel U-Bahn nicht unbdingt leichter. Letztendlich gehe ich davon aus, dass aus Kapazitätsgründen bei neuen U-Bahnästen auch die Innenstadt weitgehend wieder aufgebuddelt werden müsste. Wie das ausgegangen ist, ist bei der urprünglichen Planung der Hafencity-U-Bahn (U3-Mönkebergstrasse) ist schließlich bekannt. Und Klagen ist ja heute schon für viele offensichtlich ein angenehmes Hobby, mal abgesehen von den Geschäftsleuten in der Innenstadt.
Für eine U-Bahn nach Lurup/Osdorf via Altona (wenn es keine S-Bahn werden würde) fehlt nun im übrigen auch die Bauvorleistung am Jungfernstieg, da diese nun ja von der Hafencity-Ubahn genutzt wird mit dem Querbogen ohne jeglichen Halt praktisch unter der gesammten Innenstadt.
Also auch bei jeglicher weiteren U-Bahn-Erweiterung aus Richtung des Hamburger Westens hieße das Buddeln Buddeln Buddeln in der Innestadt ! (…Naja gut, es gäbe da ja noch viel Platz unter der Binnenalster….aber Dreck und Lärm macht das auch…)

Das Ganze heißt nun aber nicht, dass ich gegen die U-Bahn-Erweiterung bin. Ganz im Gegenteil !
Ich habe nur die vielen Versprechen der Hamburger Politiker in Sachen Verkehrsverbesserung in HH nunmehr seit so vielen Jahren immer wieder miterlebt, und was gab es nicht schon alles an U-Bahn-Planungen, die sich übrigens früher noch in praktisch jedem Jahrzehnt gravierend – wie eine Art Modeerscheinung – geändert hatten, dass ich das Ganze bei einer solchen schlichten und lapidaren Aussage von Herrn Scholz nur noch sehr sehr nüchtern auf der Zuge zergehen lassen kann. Leider !

@ Kevin Schmidt von Samstag, 21.12.2013

Sie schreiben:
“Wobei ich mich diesbezüglich damals gefragt habe, wo in Herrn Horchs Vorstellung Norderstedt & Co. liegen bwz. ob er die U1 als zentrumsnahe Linie sieht…”

–> Die U1 ist in einer ganz anderen Zeit gebaut worden, als die Walddörfer noch zu Hamburg gehörten und nördlich von Kellinghusenstrasse bei weitem noch nicht eine solche Baudichte bestand. Damals konnte man die Trasse sogar noch in Hochlage führen. Heute zu Tage kaum noch denkbar bei neuen Streckenführungen in HH.

Sie schreiben:
“Stadtbahnhaltestellen sind sofort barrierefrei und für jedermann sofort zugänglich, ganz zu schweigen davon, dass der Faktor “unter der Erde” im Falle der U-Bahn auch das Sicherheitsempfinden herabsetzt. ”

–> Mit dem Sicherheitsempfinden hat das glaube ich so gut wie garnichts zu tun. Heutige U-Bahnhaltestellen werden meist stützenfrei errichtet. Also hinter einer Wand oder Stütze kann in neuen Haltestellen kaum noch jemand fremdes einem in der Nacht auflauern. Ausserdem würde eine U-Bahn nach Lurup / Osdorf sogar in großeren Abschnitten in Tieflage erfolgen (Höhe Trabrennbahn, Friedhof Altona und Abstellanlage zwischen Flaßbarg und Böttcherkamp). Die Grindel-U-Bahn ist zwar als Tunnellösung mal vorgeplant worden könnte aus meiner Sicht in weiten Teilen jedoch auch aufgestelzt realisiert werden.

Sie schreiben:
“Die U2 in Hamburg ist nach Hagenbeck auch nicht mehr wirklich stark ausgelastet, nicht umsonst fahren auf der U2 sogar in der Woche Kurzzüge.”

–> Die Züge fahren aber auch südlich von Hagenbeck in der Nebenverkehrszeit teilweise als Kurzzüge. Ich bin der Meinung auf der Strecke läuft das in der Nebenzeit folgendermaßen: 1 Vollzug / 1 Kurzzug / 1 Vollzug / 1 Kurzzug usw. , oder liege ich da jetzt falsch ??

Sie schreiben:
“Wenn die HafenCity eines Tages wirklich die Landungsbrücken als Attraktion ablösen sollte, wird auch die U3 im Hafengebiet immer weniger zu tun haben.”

–> Da liegen Sie wohl deutlich daneben. Die Landungsbrücken also Hafenrundfahrt, Fischmarkt – Sonntag morgens brechend voll-, König der Löwen, St.Pauli (Reeperbahn), Hamburger Dom etc. etc. werden auch weiterhin der Garant sein, das die U3 bei den Landungsbrücken gut ausgelastet sein wird und nicht das die U-Bahn dort bald fast nichts mehr zu tun hat. Gebaut wurde die Strecke dorthin übrigens hauptsächlich wegen dem (alten) Elbtunnel, damit die Arbeiter morgens in den Hafen gelangen konnten. Daher kamen auch die späteren Planungen das Hafengebiet mit diversen U-Bahnstrecken zu versorgen.

Die Hafencity allerdings wird dem Tourismusfaktor demgegenüber zu keiner Konkurrenz werden, selbst wenn das Aquarium, Planetarium, Science Center oder gar ein IMAX dort doch noch kommen sollte.

Sie schreiben:
“Außerdem sind viele Strecken auch gar nicht mehr möglich; die “U4 alt” z.B. könnte so heute nicht mehr gebaut werden, wie’s um den Alsterhalbring besteht, weiß ich nicht. ”

–>Die U4 nach Lurup ist in der Tat schwierig umzusetzen, da 1. die Bauvorleistung am Jungfernstieg nun für die Hafencity U-Bahn genutzt wird (aber wo ein Wille da ist natürlich trotzdem auch ein Weg) und 2. die Taktverdichtung auf bestehenden Linien, wie es wohl in Zukunft kommen wird, ein weiteres Hindernis darstellen werden neue Äste in bestehende Strecken einzufädeln.

Die Alsterhalbring-U-Bahn hatte aber schon immer eine ziemliche geringe Priorität, auch in früheren Jahren. Diese hätte man vielleicht gebaut, wenn man nirgends wo noch mehr sinnvolle U-Bahnlinien hätte bauen können und dennoch zu viel Geld übergehabt hätte. Trotzdem hätte man wohl die Haltestelle im Winterhuder Weg (U-Bahn Richtung Sengelmannstrasse) schon als BVL in zwei Etagen ausgeführt.

Sie schreiben:
“In Deutschland entstehen kaum neue U-Bahnen – die U5 und U55 wieder in Berlin werden grade verbunden, aber das dauert noch Jahre, Hamburg bekommt die U4 zu Elbbrücken.”

–> Dann denken Sie doch bitte mal an Köln. Aber auch in München und in Nürnberg wird es in der Zukunft Streckenerweiterungen geben (dort dauert das aber nicht bis 2035 oder bis 2040 !).

@all
alle ÖPNV-Verkehrsmittel sind sinnvoll. Wir müssen uns aber damit abfinden, dass die Möglichkeiten extrem begrenzt sind. Eine Stadtbahn ist in der Bevölkerung auf massive Widerstände gestoßen (ich wiederhole mich da zum igsten, Male) Die Politiker trauen sich da nicht ran. Lediglich die Grünen sind mehrheitlich bei ihrem Pro für die Stadtbahn geblieben. Bekanntermaßen war es ja die CDU, die die Planungen der Stadtbahn hat stoppen lassen, als die Grünen den Koalitiosvertrag aufkündigten. Die beiden großen Parteien und die Mehrheit der Bevölkerung sind also schon mal gegen die Stadtbahn, auch wenn einige Vehrkehrspolitiker der CDU so täten, als wären sie dafür.
Die Stadtbahn wird aus diesen Gründen gar nicht kommen können. Wer daran noch glaubt ist ein unverbesserlicher Optimist. Für alles Andere, was für den ÖPNV noch zielführender wäre, als die Stadtbahn, ist ohnedies kein Geld da. Die Städte und Gemeinden stehen außerdem wegen der Schuldenbremse vor schier unlösbaren Problemen. Hier kann nur eine Hau-Ruck-Aktion auf bundespolitischer Ebene helfen, den ÖPNV entscheidend auszubauen. Aber auch da ist kein Land in Sicht, im Gegenteil. 2019 läuft das Finanzierungsgesetzt aus und dann ist der (Schnellbahn)zug abgefahren.
Abschließend bleibt noch die Erkenntnis, dass Herr Scholz die U-Bahn gut findet, aber nicht mal Geld für die Stadtbahn ausgeben will. Das wäre in etwa so, als würde man sagen:” Ich hab kein Geld für einen Golf, aber sone Mercedes S-Klasse finde ich echt gut, so ab 2035.

Ob die Träume des Hr. Scholz jemals realisiert werden, bleibt den kommenden Generationen überlassen.
Wie man es aber nicht machen sollte, zeigt die jetzige Planung der S4. Dort werden jetzt viele Anlagen zum Abriß freigegeben, die erst vor wenigen Jahren gebaut wurden.(Bf. Wandsbek / Lütkensallee/ Brücke Holstenhofweg / Fußgängerbrücke Sonnenweg, Unterführung, Bf Rahlstedt beide Unterführungen und der Bahnsteig / weite Teile der Elektrifizierung der Stammstrecke mit vielen Masten) .
Wenn man ca. 1985/90 in weiser Voraussicht die S-Bahn durchgeplant hätte, könnte man heute 1/3 der Baukosten / Bauzeit sparen.
Die Visionen des Herrn Scholz dürfen nicht als Strich M 1:5000 im FNP auftauchen. Die müssen maßhaltig durchgeplant werden. Sonst sind die Trassen verbaut und werden bei der Umsetzung erheblich teuerer.
Auch für Vorleistungen muß manchmal etwas Geld in die Hand genommen werden. Das dabei Fehlplanungen auftreten (2.Bahnsteig Sengelmannstraße) ist leider kaum zu vermeiden.

Damit geht der verkehrspolitische Blindflug von Olaf Scholz und seinem Senat in die Zielgerade.
Bleibt zu hoffen, dass 2015 endlich die Vernunft und Einsicht einkehrt. Man kann die verkehrspolitischen Probleme des Hier und Jetzt nicht mit Luftschlössern für die Zeit nach 2030/-40 lösen. Die Prognosen für Hamburg sagen eine stete Bevölkerungszunahme bis 2030 voraus. Dann leben hier ca. 2 bis 2,1 Millionen Menschen in der Stadt. In der Metropolregion werden es dann etwa 6 Mio. sein. Diese Zahl wird bis 2040 in etwa konstant bleiben um danach zunehmend rückläufig zu werden- dem allgemeinen demografischen Trend entsprechend. Wichtig ist unter diesen Umständen ein leistungsfähiges S-Bahn-System, das das Umland mit dem Zentrum aus allen Himmelsrichtungen verbindet. Im innerhamburgischen Verkehr macht es dagegen wenig Sinn, Bahnverbindungen in Beton zu gießen, die dann keiner mehr nutzen wird. Da müssen flexiblere Lösungen her, die sich leichter an sich verändernde Bevölkerungszahlen anpassen lassen. Neben dem Bus für nachfrageärmere Relationen kann dies nun einmal nur die Straßenbahn sein. Langfristig könnte ich mir sogar vorstellen, im Zeichen rückläufiger Bevölkerungszahlen das bestehende U-Bahn -Netz in ein leistungsfähiges Stadtbahnnetz nach Hannoveraner Vorbild umzuformen.
Wie auch immer= ich finde es jedenfalls wenig zielführend, Straßenbahn gegen U-Bahn ständig ausspielen zu wollen, wie es die hiesige Diskussion auch wieder zeigt und die es so nur in HH gibt und die außerhalb Hamburgs nur auf Kopfschütteln stößt. Beide Verkehrsträger müssen unabhängig voneinander betrachtet werden. Sie haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Ein Entweder/Oder ist völlig fehl am Platze.

Ergänzung zum Kommentar von Mr.C

ich kann bestätigen, dass die Hochbahn in mittelfristiger Zeit den U-Bahn-Takt stark erhöhen wird. Sobald das fahrerlose Fahren (ab DT6 oder eventuell einen quasi DT5.1)) möglich ist, wird man die bestehenden Äste ausnutzen, bis nix mehr geht. (60 Sek-Takt wo möglich) Vorher baut man-abgesen der U4-Verlängerung- keinen Meter neue U-Bahnstrecke. Das scheint, nach allem was ich über den U-Bahnbetrieb mitbekommen habe , als sicher.

@ Busfahrer von Sonntag, 22.12.2013
Das ist leider die bittere Wahrheit, stimme da voll zu ! Und ob nach dem GVFG-Programm noch was kommt bleibt abzuwarten.
Aber hoffen wir doch mal.

@ Nächste Generation
Der 2.Bahnsteig in Hts. Sengelmannstrasse ist durchaus kein Fehlplanung. Das ist auch eine Bauvorleistung für die U-Bahn Hauptbahnhof-St.Georg-Winterhude-City Nord, und Sie schreiben ja selber das für Vorleistungen manchmal etwas Geld in die Hand genommen werden muss. Nur bauen sollte man dann auch mal was, anstatt das Ganze 40 Jahre herumrotten zu lassen. Übrigens dort wo die Stadtbahn nach dem letzten Entwurf den Betriebshof bekommen sollte, wäre die Abstellanlage der U4-OST(ALT) hingekommen.

@Kevin Schmidt Samstag, 21.12.2013: Nein, das Sie meinte ich nicht. Ich fand es nur merkwürdig, wenn Leute den Ausbau von U- bzw. S-Bahn als Angriff auf die Stadtbahn werten. Wovor fürchten die sich? Daß eine Stadtbahn dann kaum noch Vorteile brächte, was jetzt durchaus der Fall wäre (meiner Meinung nach), und sie deshalb nicht kommt? Für mich ist die Stadtbahn kein emotionales Thema. Wenn sie den ÖPNV deutlich verbessert, dann sollte sie kommen. Wenn andere, teils leistungsfähigere Verkehrsträger sie überflüssig machen würde, kann ich aber auch dies begrüßen. Eine gewisse Skepsis gegenüber der Politik habe ich da ebenso. In 25 Jahren wird ein Großteil von Politik und Verwaltung ausgetauscht sein und daher wirkt es gewiß wie ein “Im Jahre X könnte dies kommen, also müssen wir uns jetzt nicht darum kümmern und überlassen es anderen”.

Einen “Klassemkampf” zwischen ÖPNV und MIV wünsche ich auch nicht. Letztendlich sehe ich aber die Vorteile, wenn man den ÖPNV unter die Erde legt. Und da steht nicht im Vordergrund, daß man ihn deshalb nicht mehr “sieht”. Das wäre in Anbetracht der Kosten ein sehr fragwürdiges Argument. Es wäre bloß unabhängiger und deutlich leistungsstärker. Die Entlastung wirkt sich auch auf die überfüllten Busse aus und auch Radfahrer und Fußgänger profitieren davon. Ich hab auch kein Bedürfnis, in einer kleinen, unbedeutenden Kommentarspalte unterschwellig Stimmung zu machen. Ich bin Student und nutze meist mein Fahrrad und gelegentlich den ÖPNV. Ein Auto besitze ich nicht. Daher hätte ich auch keine egoistischen Motive, um für eine Bevorzugung des MIV zu sein, sondern möchte einfach effizient von A nach B kommen. Aber ein “In Europa werden mehr Stadtbahnen gebaut als U-Bahnen” überzeugt mich da auch nicht, da ich in meinem Beitrag ja auch selbst schrieb, daß ich nichts gegen eine Stadtbahn habe. Ich hab mich bloß nicht auf eine solche eingeschossen und möchte bei wechselnden Rahmenbedingungen dogmatisch auf sie beharren. Und wenn ich die Wahl hab, ob auf der Strecke der Linien 5 oder 6 (nur als Beispiel) eine Stadtbahn fährt oder eine U-Bahn plus Busse, dann muss ich nicht lange überlegen, was ich bevorzugen würde als Kunde. Heißt aber nicht, daß die Stadtbahn als günstigere Variante für andere Strecken geeignet wäre, z.B. für neue Ringstrecken. Man kann ja gerne heutzutage versuchen, vom (Nord-)Westen der Stadt in den Nordosten zu kommen. Eine U-Bahn wird es aufgrund der Fahrgastzahlen wohl nie kommen. Eine Stadtbahn könnte das U- und S-Bahn-Netz sinnvoll ergänzen, aber eben nicht ersetzen. Deshalb halte ich nichts von einem “U-Bahn statt Stadtbahn”, falls dies so von Scholz beabsichtigt ist. Und genauso wenig von einem “Stadtbahn statt U-Bahn”, wie es hier teilweise klingt. Speziell beim Beispiel der Linien 5 und 6 bin ich zudem skeptisch, daß eine Stadtbahn dauerhaft ausreicht. Die hat natürlich mehr Kapazitäten und eine höhere Geschwindigkeit als Busse. Darüber müssen wir ja nicht diskutieren. Aber beim jetzigen Wohnungsbau durchlaufen diese Strecken Viertel, in denen der Wohnungsbau fokussiert wird (z.B. Lokstedt). Auch dürfte eine attraktive U-Bahn-Linie mehr Personen vom MIV zum ÖPNV bringen als es eine Stadtbahn könnte.

Und richtig, auch in Berlin fährt nicht jede U-Bahn in jeder Taktung zum selben Endhaltepunkt. Aber das ist kein Argument gegen die U-Bahn. Wenn wir Niendorf nehmen: Es fährt auch nicht jeder 5er bis Burgwedel. Manch einer nur bis Niendorf Markt und manch einer hält in Nedderfeld, eben um die innerstädtischen Lagen besser bedienen zu können. Das wäre mit einer Stadtbahn auch nicht anders. Dadurch entsteht aber nicht automatisch eine Ineffizienz, da dieser Schritt wiederum Kosten spart. Sprich, eine niedrigere Taktung bis zur Endhaltestelle würde für die innerstädtischen Lagen zusätzliche Fahrzeuge benötigen und die Auslastung am Linienende verringern.

@Mr.C: Viele Mutmaßungen, aber ich sehe das meiste davon ähnlich. Bei der U2 nach Niendorf muß man aber auch bedenken, daß sie mit der Einstellung der Straßenbahn zusammenhängt. Fällt letzterer Punkt weg, ist es sicherlich unwahrscheinlicher, daß sie so heute gebaut würde. Ansonsten sehe ich das weniger dramatisch. Sollten die Fahrgastzahlen wider Erwarten stärker steigen, steigt auch automatisch der politische Druck und solche Entscheidungen können zeitlich vorverlegt werden, als man jetzt prognostiziert. Und sollten die Zuwächse des HVV stagnieren, landet manch Option in der Ablage. Das gilt auch für den Flughafen in Kaltenkirchen. Sollte Fuhlsbüttel aus allen Nähten Platzen und eine Erweiterung wäre teurer als der Bau eines Großflughafens, dann wird letzterer wieder attraktiv. Geschieht dies nicht, bleibt man halt in Fuhlsbüttel.

@Busfahrer: Stimmt. Nur ältere Strecken wurden auch ohne Neuverschuldung sowie Bundesförderungen geplant und gebaut. Abgesehen davon, hat sich die neue Bundesregierung laut Koalitionsvertrag dazu verständigt, die Themen Entflechtungsgesetz und Gemeindeverkehrswegeförderung wieder auf die Agenda zu setzen, eben weil es zum Ende des Jahrzehnts ausläuft, aber weiterhin Bedarf besteht. Natürlich weiß man nicht, was konkret dann ausgehandelt wird. Die Annahme, daß gar nichts passiert und es nie wieder Förderungen gibt, ist aber dadurch auch nicht abzuleiten. Zum anderen Beitrag: 60 Sekunden sind aufgrund der Beschleunigung kaum möglich. Weniger als 90 Sekunden geht quasi nicht.

@Michael Reinhard: Größtenteils stimme ich zu. Nicht aber der Annahme, daß durch eine mögliche Schrumpfung in vielen Jahrzehnten keine ÖPNV-Nutzer mehr vorhanden wären. Hamburg wächst auch nicht aufgrund einer hohen Geburtenrate (sie ist eine der niedrigsten in Deutschland und Europa), sondern aufgrund des Zuzuges aus Deutschland und dem Rest der Welt aufgrund der wirtschaftlichen Lage. Und die kann niemand über einen solchen Zeitraum prognostizieren. Eine Verbesserung der Anbindung der Peripherie ist auch eher Denken aus den 60ern bis 80ern. Die meisten Landkreise in Schleswig-Holstein und Niedersachsen schrumpfen. Lediglich einige Gemeinden, die an Hamburg angrenzen, haben noch ein gutes Wachstum. Das liegt aber vor allem an den Mietpreisen in Hamburg. Und sollte die Schrumpfung, wie von Ihnen prognostiziert, tatsächlich eintreffen, werden die Mietpreise in Hamburg auch wieder fallen. Der Trend zum Haus im Grünen ist seit Jahrzehnten geschrumpft, während immer mehr Menschen eher “urban” leben möchten. Eine Verbesserung der Verkehrsnetze im innerstädtischen Bereich erscheint daher sinnvoller als kilometerlange Schienen in den ländlichen Raum herein zu verlegen.

@Lieschen Müller
Ich bin ebenfalls Student und verfüge nicht über ein eigenes Automobil; hier in Hannover bewege ich mich entweder mit dem Fahrrad oder aber mit der Stadt- oder seltener mit der S-Bahn. Ich habe bloß ein Jahr in Hamburg gelebt und bin tagtäglich von Harburg-Heimfeld nach Altona-Othmarschen gependelt. (Dauerte mit dem Nahverkehr rund 45 Minuten, mit dem Kfz 15 – das nur nebenbei.) Ich habe das Jahr recht intensiv genutzt, um Hamburgs Nahverkehr “zu erleben” und kann heute nur Vergleiche zu anderen Städten herstellen – und diese fallen für MICH PERSÖNLICH (es ist nur meine Meinung/mein Empfinden) oft negativ bzw. eher unverständlich aus.

Ich verstehe es nicht, wie ein Olaf Scholz – wenn es um die Stadtbahn geht – immerzu von “zu teuer” und “können wir uns nicht leisten” sprechen kann, dann aber hochtrabend verkündet, er volle viele neue U-Bahn- und S-Bahnstrecken in Hamburg bauen, die kostentechnisch die Stadtbahn um ein Vielfaches toppen würden. Er kann nicht von der Mobilität der Zukunft sprechen, gleichzeitig aber doch primär Bus bleiben. Das beißt sich für mich, und es gibt Herrn Scholz’ Wort contra Stadtbahn einen ziemlichen faden Beigeschmack. Außerdem ist seine “Zukunftsvision” doch arg weit vorausgegriffen – der Mann muss ein ziemlicher Optimist sein, wenn er tatsächlich davon ausgeht, 20XX noch im Amt zu sein… Das alles nervt mich gelinde gesagt, ganz unabhängig davon, dass ich mich pro Stadtbahn ausspreche.

Ich möchte keine anderen Nahverkehrsmittel verteufeln, ganz gleich ob nun U-Bahn, S-Bahn, Bus, E-Bus, O-Bus, Monorail, Seilbahn, meinetwegen auch Teleportation oder auch die Achterbahn am Elbberg… was auch immer. MIR PERSÖNLICH erscheint eine Stadtbahn in Hamburg sinnvoll, und viele Argumente dagegen, die man hier so liest, empfinde ich als nicht mehr zeitgemäß/polemisch/schlicht falsch. Ich finde es ernüchternd, dass man sich von dieser Vorstellung “Straßenbahn = böse” in Hamburg nicht lösen möchte und immer brav runterbetet, dass das in Hamburg weil wegen zu enger Straßen nicht geht, Hamburg keine Stadtbahn braucht, eine Stadtbahn zu teuer ist, nicht leistungsfähig genug ist, U-Bahn und Bus reichen, eine Stadtbahn Autofahrer & Co. behindert… Wenn ich dann hier in Hannover sehe, wie wunderbar man die Stadtbahn ausgebaut hat, wie unglaublich leistungsfähig das System hier ist, wie es Autofahrer & Co. quasi gar nicht negativ tangiert, wie gut es angenommen wird und dann gedanklich wieder nach Hamburg zurückkehre und an diverse Fahrten in mehr als überfüllten Solo- und Gelenkbusse denke, die mehrere Minuten an roten Ampeln standen, kann ich nicht anders, als mich doch ein wenig zu echauffieren. Damit möchte ich nicht die Hochbahn, den HVV oder gar das Fahrpersonal der Busse irgendwie angreifen, vielmehr möchte ich damit einfach sagen, dass mir die Politik in Hamburg in Sachen ÖPNV doch gewaltig gegen den Strich geht. Die Politik ist hier nicht ehrlich und wenig transparent, und sie handelt in meinen Augen nicht im Sinne des Bürger der Stadt.

“Alle Nahverkehrsmittel haben ihre Berechtigung” schreien dann wiederum viele, gleichzeitig heißt es aber auch “Straßenbahn?! Nein, will ich nicht, die ist blöd, Nahverkehr gehört unter die Erde!” – beißt sich für mich auch wieder… Ich bin gespannt, wie es sich in Hamburg entwickeln wird und ob dort in 2040/2050 vielleicht tatsächlich eine U5, U6, U7… existieren wird. Ich glaube nicht daran, aber vielleicht belehrt mich Orakel Scholz ja eines Besseren und chronisch überlastete Busse gehören dank der vielen neuen U-Bahnen und S-Bahnen und dem Busbeschleunigungsprogramm dann der Vergangenheit an.

Man wird sehen, einen guten Rutsch an alle.

@Kevin Schmidt
In HH löst man keine Probleme, in HH sitzt man das aus:-)
Die Hoffnung von Herrn Scholz und seinem Gefolge, ist, dass die Leute von alleine das Auto stehen lassen und das bestehende Angebot nutzten. Im Übrigen ist das auch der Grund, warum man in HH relativ hohe Ticketpreise hat. Die Kundenzuwachsraten erlauben das und sogar die Schnellbuszuschläge gehen weg, wie warme Semmeln. Kurz: den Leuten (außer den Schreihälsen hier in diesem Forum) ist es zu einem großen Teil Latte, was die Karten kosten… Der große ÖPNV-Wurf wird ausbleiben. Letzten Endes auch deshalb, weil in HH jeder die Hand aufhält und was vom Kuchen will, der ohnehin lange nicht für alle reicht.
Auch wenn ich nichts von Wetten halte, so würde ich doch jede Wette eingehen, dass keine Regierung je die Stadtbahn wird bauen lassen. Ist ja nicht mehr lange hin, bis zur nächsten Wahl…
P.S.: Mit dem Auto von Heimfeld nach Othmarschen in 15 Min? :-))) Naaaa? naaa?…Zm Glück ist ja vorm Elbtunnel so gut wie nie Stau:-)

Busfahrer, Sie selbst sagen, dass Hamburg vergleichsweise teure Fahrkartenpreise hat?! 🙂 Was ist passiert über die Feiertage? *zwinker*
Ich bin morgens gegen 05:45 zur Asklepios Klinik gefahren. Um diese Zeit ging’s immer bestens im Bereich des Elbtunnels, länger als 15 Minuten war ich nie unterwegs. Stau genießen durfte ich dort tatsächlich bloß einmal etwas länger (wobei ich auch nur wenige Male mit dem Kfz unterwegs war). Erst nach Neugraben zu gurken und dann z. B. mit dem 250er zu fahren hätte wahrscheinlich noch länger gedauert als die Kombination 10 Minuten zu Fuß + S3/S31 + M1. Was nicht negativ zu verstehen ist – ich hab’s genossen und bin gerne gefahren.

@Kevin Schmidt
ich hab ja nie gesagt, dass es in HH billig ist. Die Aussagen insgesamt gehen mir aber auf den Sack, wenn ich das mal so sagen darf. Auch München ist relativ teuer, ebenso Berlin. Berlin hat sogar im Vergleich zum Verdienst, der den ÖPNV-nutzenden Bevölkerung, die höchsten Preise. Auch das Gejammer über die steigenden Preise nervt. Wenn die Preise nicht steigen würden, würde auch das Angebot nicht gesteigert werden können und dass die Preise politisch und eben nicht marktgerecht entschieden werden, dürfte ja bekannt sein. Wenn man ÖPNV-Nutzer ist, will man natürlich sinkende Preise, ist man aber zB Atofahrer soll man die ÖPNV-Nutzer subventionieren, obwohl man ihn selber gar nicht nutzt. Deswegen nervt mich die Jammerei schon ziemlich. Die Einstellung ist egoistisch, wie ich finde.

Auch wenn Busfahrer das anders sieht: Der öffentliche Nahverkehr verhindert gerade den Verkehrskollaps, während Autofahrer eine Stadt hoch belasten, Gar nicht nur mit Schadstoffen und Lärm, sondern insbesondere auch mit einem hohen Flächenverbrauch – nicht nur an Fahrbahnen, sondern insbesondere für Stellplätze. Dieser Platz steht für keine anderen Nutzungen zur Verfügung, weder für Grünflächen noch für Straßencafes oder Fußgänger.

Von daher ist es durchaus legitim, einen Anreiz für eine Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs statt des eigenen Autos zu schaffen – sei es, über attraktive Fahrpreise, sei es über ein dichtes Angebot oder den Bau von neuen Schienenstrecken – auch wenn ein Teil der Kosten auch von den Autofahrern mit gezahlt werden. Zudem finden die Autofahrer nur dadurch einen Stellplatz bzw. stehen nicht noch mehr im Stau, da viele andere mit U-Bahn, S-Bahn und Bus fahren. Und das ist auf Dauer überhaupt nicht selbstverständlich.

Zum Ausbau des Angebotes: Bei stetig weiter steigenden Fahrgastzahlen kann der Fahrgast sehr wohl erwarten, dass das Angebot im gleichen Maße weiter ausgebaut wird – zumal ja auch die Einnahmen mit steigen.

@ Alle:
Ich lese vielerorts das man sich gerne in Hamburg eine Stadtbahn wünscht, am liebsten auf der Metrobuslinie 5, die mit seinen vielen Busspuren nur noch danach ruft umgebaut zu werden, nur viele denken nicht daran das die Stadtbahn in Hamburg ein gänzlich neues System wäre, abgesehen von der Straßenbahn.
Man muss auch mal bedenken das unser Stadtbahnsystem nicht in der Bevölkerung mit Begeisterung empfangen werden muss, natürlich wäre die Publicity riesengroß, aber jedes Stadtbahnsystem weltweit ist anders auf jede Stadt zurechtgeschnitten worden. Auf der europaweit meistfrequentierten Linie M5 wäre eine Stadtbahn sicherlich ideal, aber wie sieht es mit der Zuverlässigkeit aus, mit der Störanfälligkeit (s. VanHool AGG300) oder sonstigen Störungen aus (auch umweltbedingt). Denn wenn das Stadtbahnsystem gleich von Anfang an daneben gehen soll, können wir gerne ohne vorherige Tests ein 50km Stadtbahnnetz aufbauen und gucken, wie wir so Millionen zerschießen. Dazu kommt noch die große Auswahl an Fahrzeugen. Fast jedes Stadtbahnsystem hat seine eigenen Fahrzeuge. Sollen wir dann einfach Züge aus Berlin nehmen und sehen was passiert?!?

Was ich hier so lese grenzt manchmal wirklich an ähnlicher Prestigegier wie unser Herr Scholz, auch wenn Herr Scholz damit recht hat, das U-Bahnen und S-Bahnen schon nahezu ein Jahrhundert lang perfekt funktionieren und wir sie deshalb weiter ausbauen sollten. Ich habe nichts gegen die Stadtbahn, ich fände sie sogar schön in Hamburg, aber man sollte es schon wie die CDU/Grünen damals machen, nähmlich probeweise Strecken aufbauen und erstmal sehen was da passiert. Und nicht einfach nur irgendetwas hinballern und am Ende feststellen “Ups, das ging daneben”. Denn wenn Schlußendlich die M5 als Stadtbahn zusammenbricht, dann hat Hamburg mal wieder ein neues Millionenloch.

Meine ÖPNV-Haltung: Ich war von Anfang an strick gegen das Busbeschleunigungsprogramm und für die Einführung der Stadtbahn, aber nun muss ich feststellen das Busbeschleunigungsprogramm (ziehmlich langes Wort) nun doch ganz sinnvoll ist, jedenfalls übergangsweise. Auch ein Herr Scholz muss langsam auch mal einsehen, das es auch andere Verkehrsmittel gibt und die auch mal im Kopf durchgehen müsste. Spätestens ein praktischer Test dürfte zeigen, ob sich die Stadtbahn lohnt oder nicht. Und bei Stadtbahnen ist der Vorteil das man die Kapazitäten leicht aufstocken kann. Und übergangweise könnten wir in Hamburg auch mal auf die Göppel Autotram für die M5 setzen oder einen MAN Lion’s City GXL mit Göppel Anhänger ;-D

@TransitPlanner

“Auch wenn Busfahrer das anders sieht: Der öffentliche Nahverkehr verhindert gerade den Verkehrskollaps, während Autofahrer eine Stadt hoch belasten, “… das sehe ich nicht anders, sondern genau so . Was aber eben nicht stimmt, ist, dass Autos an sich insgesamt keine Nutzen haben bzw einen viel größeren Schaden anrichten, als dass sie was nützen würden. (siehe auch meine Metapher mit den Einfamilien/Hochhäusern) Das stimmt schlicht so nicht und gerade in Deutschland sind Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Autoindustrie abhängig und gerade Deutschland profitiert vom Autoexport in andere europ. Länder, wie kein anderes Land, zumal wir einen sehr hohen Eurokurs haben. Was wünschenswert wäre, was aber Realität ist, ist leider ein himmelweiter Unterschied.Von mir aus kann man ab morgen das Autofahren verbieten und den ÖPNV kostenlos machen. Leider Gottes werden wir uns aber damit abfinden müssen, dass der ÖPNV-Ausbau nur schleppend voran gehen wird. Ich hoffe, dass ich Unrecht habe und sich das Blatt alsbald wendet, sehe das zur Zeit aber nicht.

@trungi
Ich glaube nicht, dass man in Hamburg “einfach etwas hingeballert” hätte. Es gab doch schon ein geplantes Netz mit Kosten-Nutzen-Analysen & Co., die geplanten Stadtbahnstrecken verliefen entlang stark belastete Metrobuslinien bzw. sollten dicht besiedelte Gebiete erschließen. Gedanken gemacht hat man sich denke ich schon. Der Punkt mit den Fahrzeugen ist in der Tat interessant, in Hamburg war ja schon mal ein GT8N-1 aus Bremen zu Gast. Es gab glaube ich auch schon Ausschreibungen für zwei verschiedene Fahrzeugtypen (in unterschiedlichen Längen), wenn ich mich nicht täusche…

Das ganze Gerede, ob Hamburg eine Stadtbahn braucht, geht mit schon lange gegen den Strich. Wir dürfen uns auch nicht fragen, kann Hamburg es sich leisten die Stadtbahn endlich zu bauen, sondern können wir es uns leisten, sie nicht zu bauen? Hamburg kann sich wirklich rühmen, praktisch die einzige Metropole zu sein, die keine moderne Straßenbahn hat. Paris hat bald 8 Linien, Wobei man allerdings fairerweise sagen muß, daß 2 Linien Translohr-Busse ( Spurgeführt ) sind. Und das Metronetz, was in Paris vorhanden ist, bestehend aus 14 Linien, Da kann Hamburg nur neidischen werden. Man kann es drehen wie man will, die Stadtbahn wird eines Tages kommen, daß ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Fragt sich bloß wann? So länger Herr Scholz wartet, so teurer wird es werden. Auch muß die Autolobby zurück gedrängt werden. Was übrigens auch in Frankreich klappt. Alle Gegner der Stadtbahn sollten sich einmal Videos aus Youtube Straßenbahnen in Frankreich ansehen, da kann man nur neidisch werden.

@HeinzGoecke…dem kann ich nur zustimmen. Seit 1992 verkehren in Paris 6 Linien, ab 2014 kommen zwei noch dazu, dann hat das Streckennetz ca. 100 km. Auch die in Paris eingeführten Spurbusse könnten in Hamburg eine sinnvolle Alternative zum jetzigen Busverkehr sein. Paris hat hier ganze Arbeit geleistet.
Verkehrspolitisch herrscht in Hamburg auf der ganze Linie Stillstand, wenn man sich die Einfallslosigkeit an Ideen betrachtet. . Nur Busbeschleunigung ist zu wenig für eine Planung bis 2030.
“Scholz will neue U- und S-Bahnen”….das reicht für den innerstädtischen Verkehr nicht aus. Das Gesamtkonzept muss stimmen, Herr Scholz!…die U- und S-Bahnen, wenn sie dann kommen, decken nur einen Teilbereich des ÖPNV ab.

… das ist übrigens der Bgm., der die Einrichtung einer S 32 sowie die Verstärkung der S 2 abgelehnt hat. Alles Luftschlösser, das.

…gibt auch noch die Pro-Straßenbahn-Beispiele Rom: seit 1990 wieder 6 Linien mit 39 km Streckenlänge und Madrid seit 2007 wieder 3 Linien mit 28 km Streckenlänge. Diese Entwicklung und Entscheidung kann doch seit Jahren nicht falsch gewesen sein.
Ob Paris, Rom oder Madrid, der Zuspruch und die Linienerweiterung ist im vollen Gange und was ist mit Hamburg?!
Seit 35 Jahren fährt in Hamburg keine Straßenbahn mehr und es gibt überzeugende Gründe, dieses Vorhaben zu ändern. Lassen wir uns doch nicht länger von der Autolobby an der Nase herumführen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Ahnungslosigkeit einiger Kommentare ist ja schon lustig.

Die S32 oder Verstärkung der S2 scheitern einzig daran, dass die liebe S-Bahn GmbH vor einigen Jahren fröhlich viele Triebwagen der Reihe 472 verschrottet hat anstatt sie noch mal aufzumöbeln. Das ist zwar viel harmloser als wie man die Berliner S-Bahn börsenreif zugerichtet hat, aber der Schaden ist real da. Die Hamburger S-Bahn ist weltweit einzigartig und neue Spezialfahrzeuge gibt es dafür erst ab 2016 selbst wenn Herr Scholz ein paar Goldbarren extra auf den Tisch gelegt hätte.

Herr Scholz hat vorgeschlagen, dass die U-Bahn oder S-Bahn endlich in vier große Stadtteile verlängert wird. Ein Blick auf den Stadtplan reicht und man sieht, dass es schon U-Strecken in der Nähe gibt. Die muss man nur um drei bis fünf Kilometer verlängern und zwar durch Stadtrandbereiche wo auch Platz für die Bauarbeiten ist und man billig mit offenen Baugruben bauen kann. Dadurch wird die im internationalen Vergleich wenig genutzte U-Bahn wenigstens besser ausgelastet.

Würde man eine Stadtbahn nach Lohbrügge bauen, dann müsste diese acht Kilometer oder mehr zusätzlich bis in die Innenstadt verlängert werden, sonst kann man nicht umsteigefrei fahren und dann könnte man auch gleich beim Bus bleiben. Stadtbahn von Lohbrügge bis Jungfernstieg kostet fast genauso viel wie die kurze U-Bahnverlängerung wäre aber im Betrieb viel teurer, weil man bei der U-Bahn nur ein paar zusätzliche Züge braucht bei der Stadtbahn aber eine ganze Flotte. Dafür muss man auch noch acht oder zehn Kilometer lang eine Schnellbahntrasse auf der Oberfläche anlegen damit die Stadtbahn genauso schnell vorankommt wie die U-Bahn. Am besten eingezäunt und alle Linksabbiegespuren beseitigen. Da freuen sich die Anwohner bestimmt sehr drüber. Macht schon nichts, dass es parallel zur U-Bahn keine Strecke gibt, wo man der U2 nicht Fahrgäste abnimmt und neues Fahrgastpotential erschließt oder dass der Betrieb von einem DT5-Langzug auch nicht teurer ist als der Betrieb von zwei bis drei Stadtbahnwagen.

Von Osdorf ist die Stadtbahn auch nicht besser, weil eine Stadtbahn bis in die Innenstadt fahren müsste, sonst ist man nicht viel schneller als heute aber. Ich stelle mir jetzt nur mal so eine Gleisschneise durch die Stresemannstraße vor, auf der alle fünf Minuten eine Stadtbahn mit 50 Sachen durchsausen kann, während die Autos weiter 30 fahren, um Unfälle zu vermeiden. Die Diskussion mit den Anwohnern wird sicher spannend wenn man das genauso macht wie beim Umbau von Siemersplatz oder 2010 mit der Ohlsdorfer Straße.

Auch weiter im Norden werden die Anwohner in der Luruper Hauptstraße bestimmt ganz begeistert sein, wenn man ihnen eine Straßenbahn in die Straße setzt. Hunderte Parkplätze wären weg und der Autoverkehr hätte nur je Richtung eine Spur. Oder soll man alle Bäume abholzen und den Fahrradweg schmaler machen, damit der ADFC was zu meckern hat? Die Grünen wussten schon warum sie diese Strecke nicht vorgeschlagen haben und auch für die Stadtteile weit draußen nichts mehr anbieten. Es ist mit der Stadtbahn eben nicht einfacher zu erschließen, weil die Stadtbahn nicht wie überall sonst in Deutschland auf eine vorhandene Infrastruktur aufbauen kann sondern bei Null anfängt.

Auch von Steilshoop ist der Weg nach Barmbek vielleicht sinnvoll aber südlich wird die Straßenbahn über Jarrestraße fragwürdig. Zu großer Umweg und die U-Bahn verliert Fahrgäste. Mit Straßenbahn nur bis Barmbek und schon wird die Fahrzeit in die Stadt fünf Minuten länger, weil man die Zeit zum Umsteigen braucht. Ob das nun ein attraktives Angebot ist?

Alle reden von der 5 aber niemand sagt, was danach kommen soll, denn dann stößt man überall auf Engstellen an denen die Straßenbahn sich den Platz mit Autos teilen muss und Parkplätze wegfallen, wo heute in zwei Reihen geparkt wird. In London wurde eine Straßenbahnplanung geschreddert, als die Anwohner begriffen, dass der Parkplatzsuchverkehr in den Nebenstraßen den Verkehrskollaps verursacht hätte.

Nur am Stadtrand nimmt der Autoverkehr immer noch zu, aber im Innern von Hamburg schon lange ab. Der Vorschlag von Scholz, in vier Randbereiche U-Bahnstrecken zu bauen, mit denen man in 25 bis 30 Minuten in die Innenstadt fahren kann, ist zur Auto-Reduzierung bisher noch der vernünftigste Ansatz für den Bereich wo man gegensteuern muss. Hamburg muss wie München Verkehrsadern haben auf denen man schnell von einer Seite auf die andere Seite kommt oder in die City. Wenn man sich nicht alles leisten kann, dann muss das Geld dahin wo es wirkt. Bisher haben die anderen Parteien Scholz Vorschlag noch nichts entgegenzusetzen.

Schade, dass leider weder Ole von Beust in seinen Äußerungen noch der Senator Horch in seinen drei Sommer-Interviews im letzten Jahr auch nur mit einem Wort ein anderes Projekt erwähnt haben: Fortführung der S-Bahn zum Flughafen Fuhlsbüttel unterirdisch schräg unter der Nord-Süd-Landebahn Richtung Nordwest bis hinter den Suebenweg, dann oberirdisch ungefähr entlang der Landesgrenze nur noch etwa 8 km oberirdisch, über oder unter der BAB 7 mit Anschluss an die AKN Linie 1 zwischen Burgwedel und Bönningstedt, und zwar nach Süden und nach Norden.
Ersteres ergibt einen S-Bahn-Ring, Fahrzeit eine Stunde wie in Berlin, aber mit Flughafen, Hbf, Oper, Universität und Arenen wichtigere Ziele als Dort. Entfernung und Fahrzeit z.B. von Eidelstedt nach Fuhlsbüttel verringern sich um 2/3.

Letzteres verringert die Entfernung von Neumünster nach Fuhlsbüttel um 33 km gegenüber der über Elmshorn, Hbf, Barmbek und Ohlsdorf.

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