Der erste fabrikneue AKN-Zug ist da

Großzügig, modern und sehr lang: Der erste fabrikneue Zug der AKN ist da. Der Dieseltriebwagen vom Typ LINT absolviert seit vorgestern erste Testfahrten auf dem AKN-Streckennetz. Heute wurde er offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Mitfahren darf man aber erst ab dem Herbst.
Von Christian Hinkelmann
Triebwagen der AKN in Bönningstedt

Die AKN startet in eine neue Epoche: Der erste von insgesamt 14 bestellten modernen Dieselzügen ist da. Nach zwei Tagen Testbetrieb auf dem AKN-Streckennetz wurde das fabrikneue Fahrzeug heute in Kaltenkirchen der Öffentlichkeit präsentiert.

Die weiteren Fahrzeuge werden laut AKN ab dem Spätsommer nach und nach in Kaltenkirchen eintreffen.

Bis Fahrgäste mit den neuen Zügen mitfahren können, wird es aber noch etwas dauern. Erst ab dem Herbst wird die AKN im Vorlaufbetrieb einzelne öffentliche Fahrten machen. Der offizielle Start ist erst zum Fahrplanwechsel im Dezember vorgesehen.

Richtig bewerben will die AKN ihre neuen Bahnen allerdings erst im kommenden Frühjahr. “Wir rechnen zwar nicht damit, aber es ist trotz all der sorgsamen Vorbereitung und der engen Abstimmung mit dem Fahrzeughersteller Alstom möglich, dass es zu Beginn des Einsatzes vereinzelt noch zu Verzögerungen kommt”, so AKN-Vorstand Wolfgang Seyb. Man wolle erst einen stabilen und zuverlässigen Betrieb sicherstellen und dann in die Offensive gehen, um neue Fahrgäste zu gewinnen.

Die neuen Triebwagen sind mit 54 Metern Länge fast doppelt so lang, wie die bisherigen Dieselfahrzeuge der AKN. Sie sind bis zu 120 Km/h schnell, verfügen über vier Türen pro Fahrzeugseite, zwei große Mehrzweckbereiche, ein modernes Fahrgastinformationssystem und Klimaanlage. Kostenpunkt…

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21 Antworten auf „Der erste fabrikneue AKN-Zug ist da“

Und haben diese neuen AKN-Fahrzeuge endlich auch mal eine Toilette? Eine Fahrt von Neumünster bis ins Hamburger Umland dauert ganz schön lange. Schlecht für die Fahrgäste, wenn da kein WC vorhanden ist. Sowas gehört bei solchen Strecken eigentlich zur Standardausrüstung.

@ Enrico: Herr Seyb von der AKN sieht das anders:

http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Segeberg/News-Aktuelle-Nachrichten-Segeberg/AKN-will-auf-A7-Ausbau-reagieren-und-wartet-auf-neue-Zuege

Die durchschnittliche Fahrtstrecke von nur 10 km als Argument gegen Toiletten hervorzubringen ist dreist, denn 1) ist die Durchschnittsgeschwindigkeit der AKN wegen der vielen Halte relativ gering und 2) dürfte die Standardabweichung um diesen Wert 10 km sehr hoch sein: Es wird einige Fahrgäste mit langen Strecken (insb. nördlich von Kaltenkirchen) geben, der Durchschnitt wird aber von vielen Fahrgäste mit sehr kurzen Strecken (von Schnelsen nach Eidelstedt, innerhalb Norderstedts) heruntergezogen. Den Fahrgast mit der langen Strecke interessieren aber diese Kurzpendler überhaupt nicht, sondern nur sein Bedürfnis!

Nein, Wurde ohne WC bestellt und wird auch nicht nachgerüstet. Es bleibt beim Status Quo. Froh’ sein, dass die AKN mal neues Material bekommt’. Schon einmal in der S-Bahn gesessen? Stade-Pinneberg? In den REs gibt es Toiletten…

Schöne Fahrzeuge! Die haben in Hannover alte Dieseltriebwagen mit Neigetechnik ersetzt. Erixx fährt damit von Hannover über Hildesheim und Goslar nach Bad Harzburg (RE10). Mir persönlich gefallen die richtig gut, und was man so hört kommen die auch bei den Fahrgästen super an. Zumindest sind selbst die Dreifachtraktionen morgens und nachmittags sehr gut besetzt.
Dass man bei der AKN auf eine Toilette verzichtet hat… nun gut, wenn die Entscheider meinen, dass das nicht sein muss… Aus Sicht des Fahrgasts wäre ein Toilette mit Sicherheit ein großer Pluspunkt gewesen! Aber wo kämen wir hin, würde man Entscheidungen aus dieser Perspektive heraus fällen… 😉

“1) ist die Durchschnittsgeschwindigkeit der AKN wegen der vielen Halte relativ gering”

Neumünster-Kaltenkirchen 54,0 km/h
Kaltenkirchen-Eidelstedt 46,2 km/h

Macht für 10 km eine Fahrtzeit von 11-13 Minuten.

“2) dürfte die Standardabweichung um diesen Wert 10 km sehr hoch sein”

Rechne mal kurz nach, wie hoch die Standardabweichung sein muss, damit bei max. 6.000 Fahrgästen/Tag Querschnittsbelastung auf der gesamten A1 eine nennenswerte Zahl an Menschen über 45 Minuten im Zug sitzt….

Zitat: Die neuen Triebwagen sind mit 54 Metern Länge fast doppelt so lang, wie die bisherigen Dieselfahrzeuge der AKN. ……verfügen über vier Türen pro Fahrzeugseite.

Bekommen wir dann längere Wartezeiten beim Ein- und Aussteigen, wenn nur noch die Hälfte der Türen zur Verfügung stehen?
Fast doppelt so lang…. 4 Türen (vorher bei gleicher Länge 8 Türen je Seite)

Neue Züge sind bei der AKN sicher überfällig. Gut die neuen Multi-Funktionsbereiche für Gepäck, Kinderwagen, Fahrräder etc.
Aber Achtung: Ein LINT 54 mit 176 Sitzplätzen wird einen AKN-Zug mit heute 2 Triebwagen (=192 Sitzplätze) ersetzen. Da wird es in der Hauptverkehrszeit dann noch enger !

JoeLoe

@Jogi: Ja, die Standzeit wird sich wohl verlängern. Dass ganze 4 Türen fehlen, finde ich auch sehr bedenklich bezüglich des Fahrgaswechsels oder des Einsteigens in Eidelstedt. Seyb oder Schimrock argumentierten damit, dass der Stauraum in den Mehrzweckabteilen einen schnelleren Fahrgastwechsel zuließen, da sich die Fahrgäste dort sammeln und durch zwei Türen gehen können…. halte ich, als täglicher Fahrgast für Blödsinn…

(An den Autor des Berichts: Dieser VT hat eine höchste zugelassene Geschwindigkeit von 140 km/h, nicht 120 km/h)

@Tim S.:
Der Hersteller Alstom gibt in seinem Typenblatt zum AKN-LINT54 eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Km/h an.

Sehr schick, ein tolles Fahrzeug. Meine Bedenken sind: dass die Klappsitze immer von Fahrräder blockiert werden wenn der Zug in den HV Zeiten fährt, dass heißt viele Plätze sind besetzt Leute stehen in den Gängen das kenne ich schon von der S-Bahn. Im Großen und Ganzen finde ich ihn ganz toll.

Das gibt bestimmt ein ähnliches Chaos wie im Kölner Dieselnetz(VAREO). Dort sind immer noch Verspätungen und Ausfälle an der Tagesordnung und die Türen brauchen ewig bis die mal offen sind.

Und die Tatsache, das auf gleicher Länge nur die hälfte der Türen existieren, wird bei starkem Fahrgastwechsel auch nicht wirklich zur pünktlichkeit beitragen. Dazu noch weniger Sitzplätze als vorher und immer noch keine Toilette. Tja, da werd ich die A1 zukünftig eher meiden.

Eindeutig zu wenig Türen! Das mag in der provinz funktionieren, aber nicht im Umland von HH.

WC: Braucht niemand. Ich denke jeder sollte in der Lage sein, alles für ein zwei Stunden anzuhalten. Nachteil wär eh nur Demomolierung.

Die Multifunktionsbereiche sind Unsinn. Ein einziger Fahrradfahrer belegt 3 oder 4 Plätze und er kann das Rad auch noch schlecht festhalten. Sitzposition dort “Affe auf dem Schleifstein”. Die SItzpolster sehen überall viel zu dünn aus, so wie in den Bussen, wo nach 5 Minuten der Hintern schmerzt, nach 7 der Rücken. Oder wie in den unseligen S3-Zügen (wirklich bretthart). Ja, es gibt Leute, die von Bad Bramstedt nach Eidelstedt fahren, morgens und abends zurück: jeweils 1 Std und 2 Minuten laut Fahrplan, dann weiter mit der S-Bahn. Die bisherigen Sitze sind aber auch nicht optimal: in dem weichen Polster ohne Struktur sackt man weg und nimmt eine rückenschädigende Position ein.
Ein gutes Beispiel für gelungene Sitze wären die neuen Nordbahn-Züge gewesen! Nicht die S-Bahn.

Wieso weniger Sitzplätze als zuvor? Die AKN sollte es sich wenigstens in der Hauptverkehrszeit leisten, in Doppeltraktion zu fahren. Die Anordnung der Türen ermöglicht den Halt auch an Bahnsteigen, die weniger als 110 Meter lang sind.

Ansonsten sieht der Zug wirklich frischer und freundlicher aus. Wenn er jetzt noch wesentlich leiser läuft, besser beschleunigt und wie eine Feder über die Schiene schwebt… 😉

Hauptsächlich blockieren normale “Sitzer” die Großraumbereiche. So ist es jedenfalls oft in den Bussen zu erleben. Grad neulich in einem knackevollen SEV-Bus sitzen zwei dämliche Damen breit und doof auf den Klappsitzen. Wenn sie gestanden hätten, wäre noch Platz für drei weitere Mitfahrer gewesen.

Es ist echt schwierig, angesichts soviel Ignoranz sachlich zu bleiben.

Je mehr ich mir das ansehe, desto mehr regt mich die Sitzanordnung auf. Abgesehen von den viel zu großen Multifunktionsbereichen (die Taunusbahn gibt hier ein besseres Beispiel: http://de.academic.ru/pictures/dewiki/76/LINT-41_TSB_Innen.jpg ) ist auch die übrige Anordnung schlimm. Immer 3 Plätze auf einen Fahrzeugseite und 1 Platz auf der anderen, vorn im Zug fast alle in die eine Richtung blickend, hinten in die andere Richtung. Das zwingt zum Rückwärtsfahren und das zwingt dazu, sich nebeneinanderzuquetschen.

Anstatt wie normal, dass jeder Fahrgast in seinem eigenen Mini-4er-Abteil sitzt und vorwärts fahren kann. Will der Fahrgast am Fenster aussteigen, müssen die anderen 2 aufstehen, oder wie? Man hätte es garnicht schlechter machen können. Das muss für die weiteren Fahrzeuge dringend noch geändert werden!

Gestern am Donnerstag (13.08.) stand ein zweiter Lint 54 Zug auf der AKN Abstellgleis in Kaltenkirchen. Es wurde also jetzt der 2. Zug geliefert.

Heute am Freitag (28.08) standen zwei weitere Lint 54 Züge auf den AKN Abstellgleis in Kaltenkirchen. Ich hatte die zwei neuen gelieferten Züge heute morgen aus der AKN gesehen. Es wurden wohl jetzt der 3. und 4. Zug geliefert. Laut dem Artikel sollen die restlichen 10 Züge noch im Bau sein.

Am Freitag habe ich von der Straße Werner-von-Siemens-Straße auf dem neu gebauten Abstellgleis (ehemals Güterverbindung zur Nordfrost) zwei weitere Lint54 Züge (also Zug Nummer 5 und 6) bei der AKN gesehen. Die restlichen 4 Züge stehen auf dem normalen Abstellplatz bei der AKN.

Der LINT wird bereits regulär eingesetzt, höre und sehe ihn mehrmals täglich mit Fahrgästen.
Die AKN kündigt den Betrieb in den Infokästen ab Fahrplanwechsel am 13. Dezember an.

Leider quietscht der LINT beim Bremsen am Bönningstedter Bahnhof sehr stark und wirklich störend.

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