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Geplante S4: Bodenuntersuchungen haben begonnen

Die geplante neue S-Bahnlinie zwischen Hamburg und Bad Oldesloe (S4) geht in die nächste Phase. Diese Woche haben Bodenuntersuchungen entlang der Trasse begonnen. Außerdem will der Hamburger Senat eine Werbekampagne für das Projekt starten. Sicher ist der Bau aber noch nicht.
Christian Hinkelmann
S4-Sonderfahrt in Ahrensburg
Sonderfahrt auf geplanter Linie S4 im Herbst 2011 in Ahrensburg
Foto: Christian Hinkelmann

Die Planungen für eine neue S-Bahnlinie zwischen Hamburg und Bad Oldesloe werden erstmals an der Strecke sichtbar. In dieser Woche haben in der Hansestadt Boden- und Grundwasseruntersuchungen begonnen. Davon sind bahneigene, städtische und 130 private Grundstücke entlang der Trasse betroffen.

Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage des SPD-Verkehrspolitikers Ole Thorben Buschhüter hervor, die NahverkehrHAMBURG vorliegt.

Demnach gehört diese so genannte Baugrundsondierung, die bis Mitte 2015 gehen soll, zur laufenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung, die im Frühjahr gestartet war und rund 32 Millionen Euro kostet.

„Die Planung der S4 macht gute Fortschritte. Ziel ist es, bis Ende nächsten Jahres die Planfeststellungsunterlagen für einen ersten Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt zu haben“, so Buschhüter. Weitere Untersuchungen zu Schall und Erschütterungen sowie zur Umweltverträglichkeit sollen folgen.

Bis Ende 2015 soll laut Senat die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die S4 fertig sein – inklusive Trassierungsentwurf, der auch die Übersichtspläne, die Lagerpläne, das Bauwerksverzeichnis, das Grunderwerbsverzeichnis, die Grunderwerbspläne, Übersichtpläne von Brücken sowie den Erläuterungsbericht beinhalten soll.

Erst dann wollen Hamburg und Schleswig-Holstein endgültig entscheiden, ob die neue S-Bahnlinie tatsächlich gebaut werden soll oder nicht.

Gibt es grünes Licht, könnt…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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Weil die Schienenersatzverkehrsflotten von Hochbahn und VHH nicht ausreichen, kommen in Hamburg oft Subunternehmer zum Einsatz - wie das tschechische Unternehmen Umbrella.

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7 Antworten auf „Geplante S4: Bodenuntersuchungen haben begonnen“

Es ist unglaublich. Wichtige U-Bahnlinien, die zum Teil seit 60 Jahren geplant sind, werden nicht gebaut. Große Umlandgemeinden wie Uetersen, Trittau oder Geesthacht haben nach wie vor keinen Schnellbahnanschluss. Straßenbahnlinien wurden durch Bus(!)linien ersetzt. Der Ersatz der Metrolinie 5 durch eine U-Bahn ist überfällig. Die Millionenstadt Hamburg will ihre Verkehrsprobleme durch ein Busbeschleunigungsprogramm(!) lösen. Das hat das Niveau einer Kleinstadt im mittleren Westen der USA. Jedesmal wenn man nach München oder Frankfurt kommt, staunt man, was es wieder an neuen U- und S-Bahnlinien gibt, während in Hamburg der U- und S-Bahnbau mehr oder weniger seit 30 Jahren stagniert (bis auf ein paar Ministrecken).

In dieser Situation will Hamburg (und Schleswig-Holstein) Hunderte von Millionen zum Fenster hinausweren, um eine R-Linie, die hervorragend funktionieren könnte, moderne und komfortable Doppelstockwagen mit 1. Klasse besitzt und im Vergleich zu anderen Linien an den Hamburger Stadtrand extrem schnell ist, durch eine langsame, unkomfortable S-Bahn zu ersetzen. Weiß der Teufel, wessen Interessen da wieder bedient werden, sicherlich jedoch nicht die der Fahrgäste.

Warnendes Beispiel sei die S3 nach Pinneberg, auf der die Fahrgastzahlen stark zurück gegangen sind und die in der Nebenverkerhszeit nur noch im 20 Minutentakt fährt, weil die meisten Fahrgäste lieber mit der schnellen und bequemen R70 nach Pinneberg fahren als mit der langsamen S3.

Den meisten Fahrgästen ist eine kurze Fahrzeit nämlich wichtiger als eine hohe Taktfrequenz.

es gibt unseres erachtens überhaupt keine alternative zur s4 !
wandsbek, tonndorf, rahlstedt, bad oldesloe, ahrenburg leiden unter der schlechten taktung der jetzigen anbindung, das trifft v.a. pendler, aber auch gelegenheitsfahrer. ständiges warten vor verschlossenen schranken führt an vielen stellen in hh zum verkehrschaos, anständige über- oder unterführungen i.r. des baus der s4 helfen hier enorm.
die kosten für den bau müssen als investition gesehen werden in eine bessere infrastruktur und attraktivitätssteigerung für hamburg und schleswig-holstein als arbeitsplatz und wohnraum.
ein ganz klares „ja“ zum möglichst schnellen baubeginn der s4!
vg

Das Beste – und Ehrlichste – ist wohl doch, die S4 nicht zu bauen.
Was soll man denn von einer S-Bahn halten, die nur in der Hauptverkehrszeit im Hamburger Stadtgebiet alle 10 Minuten verkehrt, ansonsten außerhalb dieser Zeit, also z.B. an den Wochenenden, nur maximal alle 20 Minuten. Das scheint den Wenigsten bewusst zu sein, kommt ja auch nicht so direkt in den Medien vor…
20-Minutentakt ist vollkommen unattraktiv und unzeitgemäß. Da kann es auch bei der R10 bleiben, denn man muss sich in beiden Fällen festlegen und kann nicht einfach losgehen und abfahren, zumindest nicht ohne lange Wartezeiten.
Und die Hauptverkehrszeit ist auch relativ, denn – ich beziehe mich mal beispielsweise auf die Früh-HVZ – bei der R10 endet diese bereits 8:07 in Rahlstedt und 8:11 in Tonndorf mit dem letzten Verstärkerzug. Beim Bus (Linie 9) gibt es in Rahlstedt gar keinen HVZ-Verstärker, ab Tonndorf zwar einen Zwischenkurs, sodass ein 5-Minutentakt entsteht, dieser verkehrt aber auch nur bis 7:50. Danach, bis gegen 9:00, wird es so richtig voll, sowohl im Bus als auch auf der Straße.
Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, dass die Hauptverkehrszeit bei einer S4 anders wäre. Also kann man davon ausgehen, dass dann gegen 8:00 der 20-Minutentakt einsetzt.
So ist sie eben, die berühmte Hamburger Verkehrspolitik mit ihrer autogerechten Stadt, besonders im Bezirk Wandsbek. Da kann man z.B. offiziell mit 60 Sachen (d.h. real mit 70+) auf der B75 am Tonndorfer Bahnhof vorbeidonnern.

Welch ein Tempo II: im Jahre 2008 schlug Holstein Hamburg vor, die S4 schnell zu verwirklichen. Eine grüne Senatorin hat dieses Angebot drei Jahre lang in der Ablage unbeantwortet liegen lassen, weil sie unbedingt eine Straßenbahn haben wollte. Die CDU hat dazu drei Jahre lang geschwiegen. Das ist der eigentliche Skandal.

Der neue Senat hat seit 2011 wurde schon eine komplette Vorplanung durchgeführt und eine Kostenrechnung erstellt. So ist es üblich. Die Kostenrechnung wurde veröffentlicht (ca. 630 Mio). Erst nach der teuren Genehmigungsplanung, die jetzt schon läuft, weiss man was das alles genau kosten wird – weil man in dieser Detailplanung noch einige Maßnahmen herausstreichen kann und wird. Auch das ist der übliche Weg.

Diese Genehmigungsplanung läuft jetzt und wird von einem der besten Planungsteams der DB gemacht. Die Kosten von 32 Mio. Euro dafür sind tw. von der EU finanziert und das heisst auch, dass Ende 2015 die Planung fertig sein muss und in die Planfeststellung gehen kann. Es gibt absolut nichts zu meckern über den Zeitplan, außer dass in Deutschland solche Bauprojekte immer viel zu lange dauern.

Die S4 entlastet den Hauptbahnhof und damit den Fernverkehr so stark, wie kein anderes deutsches Nahverkehrsprojekt. Dafür gibt es bisher keine Präzedenzfälle und es ist logisch dass der Bund sich mit Händen und Füßen sträubt, das Projekt als Fernverkehr zu finanzieren. Denn dann kämen sofort noch zehn andere Städte und würden das auch versuchen. Die Mittel des Bundes reichen außerdem schon nicht, um nur die unverzichtbaren Ausbaumaßnahmen in Deutschland zu finanzieren. Was in der S4 verbaut wird, fehlt bei der Brenner-Zulaufstrecke oder am Oberrhein für die Magistrale Genua – Rotterdam. Auch das ist ein Bundesproblem, dass der Verkehr völlig unterfinanziert ist.

Was für ein Tempo!
Erinnern wir uns: Noch 2011 verkündete Verkehrssenator Horch, dass 2012 klar sein soll, was die S4 kostet und welche Anteile Bund und Länder tragen. Und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jost de Jager verkündete, das alles getan wird, damit die S4 bis 2018 Wirklichkeit wird.
Und jetzt, knapp Jahre später? Wir wissen weder was die S4 kostet, noch welche Anteile Bund und Länder tragen werden (nichtmal, ob der Bund überhaupt einen Euro beiträgt) und anstatt einer Betriebsaufnahme 2018 reden wir von einem möglichen Baubeginn in 2018.

@Planlos in Altona:

Das ist im Prinzip richtig. Allerdings fährt auf der Strecke City-Tunnel – Altona – Diebsteich bereits die S3. Die meisten Züge, die in Diebsteich halten, lassen sich von der S4 bereits am Hauptbahnhof erreichen. Es geht also nur um wenige Züge, die in Diebsteich beginnen. Und die Frage, ob man Umsteigern eine Alternative zum an der Überlastungsgrenze stehenden Hauptbahnhof gibt.

„Schöner“ wäre es natürlich, wenn ein Fernbahnhof Diebsteich auch adäquat in das Nahverkehrsnetz eingebunden wäre und so zu einem Knoten ausgebaut würde. Das ist aber gar nicht vorgesehen. Diebsteich wird mehr eine Art erweiterter Betriebshalt. Entsprechend ist der Ausbauzustand. Für die S-Bahn sind lediglich zwei Bahnsteigkanten vorgesehen. Selbst mit einem Kehrgleis könnte man dort nur sehr sportlich eine S4 zusätzlich wenden lassen, da womöglich drei Züge/10 Minuten (S3, S32, S21) auch noch diese Anlagen nutzen müssen.

Warum soll eigentlich die S4 nur bis Altona fahren? Sinnvolle wäre es, sie direkt bis Diebsteich zu planen, damit der künftige Anschluss an die Fern- und Regionalzüge Richtung Norden sichergestellt wird.

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