StadtRAD-Probleme: Drohen dem Betreiber Konsequenzen?

Nach den großflächigen Ausfällen bei StadtRAD steht die Frage im Raum, welche Konsequenzen dem Betreiber drohen. Die zuständige Behörde hält sich bedeckt.
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Ein StadtRAD an einer Mietstation in Hamburg-Eimsbüttel

Seit dem vergangenen Sommer leidet das beliebte Fahrrad-Mietsystem StadtRAD in Hamburg unter technischen Problemen und einer hohen Ausfallrate. Im September war rund ein Drittel der 2.728 Räder nicht einsatzbereit (siehe hier) – obwohl die gesamte Flotte erst zu Jahresbeginn ausgetauscht und durch fabrikneue Räder ersetzt wurde (siehe hier).

Sowohl die Bahn, die StadtRAD betreibt, als auch die Verkehrsbehörde haben gegenüber NahverkehrHAMBURG bestätigt, dass die vertraglich vereinbarte  Mindest-Verfügbarkeit von 95 Prozent in den Monaten Mai, Juni, Juli, August und September nicht erreicht wurde.

Behörde lässt Frage nach möglichen Strafen offen

Ob und welche Konsequenzen dies nun für die Deutsche Bahn hat, ließ die Verkehrsbehörde auf NahverkehrHAMBURG-Nachfrage unbeantwortet. Auch die Frage nach möglichen Strafzahlungen blieb offen.

Auf die Frage nach konkreten Maßnahmen antwortete die Deutsche Bahn: “Das StadtRAD Hamburg-Team arbeitet mit Hochdruck daran, die gewohnt hohe Verfügbarkeit wieder herzustellen. Alle Mitarbeiter arbeiten an einer schnellen Lösung. Die DB steht im engen Kontakt mit dem Hersteller, um die Fehlfunktionen nachhaltig zu beseitigen”. Zudem verwies das Unternehmen bei Problemen auf den telefonischen Kundenservice.

Leserinnen und Leser berichten im Netz von Problemen

Unterdessen haben sich gestern, nach unserem Bericht über die StadtRAD-Probleme, viele Leserinnen und Leser gemeldet, die Fehlfunktionen und Ausfälle bestätigen. “Selbst die verfügbaren Räder konnten oft nicht gebucht werden”, kommentierte gestern ein Leser auf unserer…

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7 Antworten auf „StadtRAD-Probleme: Drohen dem Betreiber Konsequenzen?“

Manchmal fragt man sich, wer und vor allem warum die bewährte vorherige Ausleihtechnik (nur darum geht es, die Räder selbst sind robust) im Zuge der Flottenmodernisierung unbedingt verändern musste.

Irgendein ein Gremium vielleicht, in dem regelmäßig ein paar mittlere Manager sitzen, die ein paar Cent vermeintliche Einsparungen in ihrer unendlichen, in einem BWL- und/oder Wirtschaftsing.-Studium erlernt geglaubten (Nicht-)Kompetenz?
Und mit einem auf digitalen Folien richtig gut dargestelltem Business case einem Entscheidungsmanager unter die Nase gerieben haben?
Kann es sein?

Wer trägt für diese absolute Fehlentscheidung die Konsequenz?
Es gibt eindeutige Namen dafür.

ps. Diese Entscheidung ist nicht durch sog. “unternehmischeres Risiko” abgedeckt. Nur durch Inkompetenz.

Nun warum wurde die Flotte “Ausleihtechnik” verändert? Dazu hilft ein Blick über den Rand Hamburg hinaus. Die Bahn als Betreiber ist in noch andern Städten vertreten, so ca. 40 und in den meisten Städten waren eben diese Räder am Start. Hamburg war also eine Insellösung und die sind teuer.

Dass Problem liegt meines erachtens in der Software die lief allerdings vorher auch schon nicht sauber, auch bei den alten Rädern nicht. Ach und vergessen wir unser Scheissnetz hier nicht.
Dass Räder die da sind, nicht auszuleihen sind, ist sehr ärgerlich und für mich auch unverständlich, das Räder auszuleihen sind die defekt sind, hängt aber nicht nur an der Software, sondern auch am Menschen. Schaden melden! Das machen wohl die wenigsten, weil Sie Angst haben dafür zur Verantwortung gezogen zu werden.

“StadtRAD-Probleme: Drohen dem Betreiber Konsequenzen?”

Kaum zu erwarten bei den zuständigen verschnarchten SPD geführten Behörden. Haben sie eigentlich mal bei der S Bahn etwas in Abzug gebracht?
Schleswig Holstein hat ja bei der DB schon mal kräftig zugeschlagen.

War früher regelmäßiger Benutzer der vorherigen Stadtrad Version. Immer völlig problemlose Entleihe u. Rückgabe. Jetzt im Sommer das neue Stadtrad ausprobiert: Was für eine bescheuerte Software! Nachdem das Ausleihen dann beim 2.Versuch geklappt hat, geriet die Rückgabe zum kompletten Desaster. Das Rad an der Station abgegeben und verriegelt, aber der Zähler zählte unbeeindruckt weiter. 45 min Entleihe haben mich letztendlich 15 EUR gekostet und wie ich von der Servicehotline später erfuhr, ergeht es vielen Nutzern so. Testen Programmierer und Softwareentwickler eigentlich ihre eigenen Produkte? Von einem User Acceptance Test wage ich erst gar nicht zu träumen.
Einfache u. robuste Räder ohne Schnickschnack und ein idiotensicheres Entleihe- u. Rückgabesystem und die Nutzerzahlen würden durch die Decke gehen. Aber so, einfach schade!!!

Ich wohne hier unweit einer Station, die angeblich auch ein Lastenrad zu verleihen hat. Ich habe dieses Rad hier noch nie gesehen und entsprechend noch nie ausleihen können.
Die alten Räder waren deutlich schwerer, als die jetzigen. Für mich war das i.O., weil sie dann zu mir passen. Für andere Menschen waren die aber eher zu schwer. Dafür waren sie wirklich grundsolide und die Schließtechnik wurde damals vom Heise-Verlag, soweit ich erinnere der C’T Redaktion, untersucht. Fazit war, wer die Dinger aufbekommt ohne mechanisch ganz grob zu werden, verdient anderswo viel leichter Geld als mit Fahrrad klauen. Die jetzigen Schlösser sind schon mechanisch so billig, dass es oftmals Kraft und Fingerspitzengefühl braucht, damit diese verriegeln. Wichtig zu wissen: Erst das Fahrrad in sich abschließen und danach den Stift vom Poller einstecken.

@
>Wichtig zu wissen: Erst das Fahrrad in sich abschließen und danach den Stift vom Poller einstecken.

Jo. Das hat mich auch mal nachts an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht, weil ich das Rad partout nicht zurück geben konnte, obwohl ich es immer und immer wieder an die Station schloss…. die dann ausgegebene Fehlermeldung ist auch noch alles andere als hilfreih. Das man das Rad quasi doppelt abschließen muss, ist zudem in der Tat nicht wirklich selbsterklärend.

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