Wochenrückblick: Zusätzlicher S-Bahn-Tunnel in der City wird konkreter und Carsharing-Dienst erhöht seine Preise

Machbarkeitsuntersuchung für neuen S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Altona, neues Projekt fördert nachhaltige Mobilität, Marienthaler müssen weit gehen wegen der S4-Baustellen und ÖPNV in Schleswig-Holstein rechnet mit Zugausfällen wegen Corona. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor los.
Katrin Wienefeld
Die S-Bahn-Gleise auf der Verbindungsbahn (links im Bild) sollen künftig unter die Erde verschwinden und dem Fernverkehr mehr Platz machen.
Die S-Bahn-Gleise auf der Verbindungsbahn (links im Bild) sollen künftig unter die Erde verschwinden und dem Fernverkehr mehr Platz machen.
Foto: Christian Hinkelmann

Sie wollen über alles, was im HVV, beim Radverkehr und im Bereich der neuen Mobilitätsdienste passiert immer auf dem Laufen sein, aber haben wenig Zeit? Kein Problem. Hier fassen wir jeden Freitag für Sie alle wichtigen Mobilitäts-News der Woche für Hamburg zusammen – kurz, knapp und kompetent.

Nächster Schritt für neuen S-Bahn-Tunnel in der Innenstadt

Vor gut zwei Jahren überraschte der Bund mit seinem Wunsch, in Hamburg einen zusätzlichen S-Bahn-Tunnel bauen zu wollen – neben der Strecke Hauptbahnhof – Dammtor – Altona. Ziel: Die S-Bahn soll dort unter die Erde verschwinden, damit oben mehr Platz für zusätzliche Fern- und Regionalzüge entsteht. Bisher war das nur eine grobe Idee – jetzt wird es konkreter: Die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn haben gestern im Verkehrsausschuss der Bürgerschaft beschlossen, eine Machbarkeitsuntersuchung anzuschieben.

Besonders interessant: Bei der Suche nach der perfekten Tunneltrasse wird sowohl nördlich als auch südlich und mitten unter der heutigen Strecke Hbf – Dammtor – Altona gesucht.

In einer ersten Konzeption, die das Bundesverkehrsministerium im Herbst 2020 präsentiert hatte, war nur von einer nördlichen Trasse die Rede, mit der unter anderem die Sternschanze ihre direkte S-Bahn-Anbindung verl…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Katrin Wienefeld arbeitet als freiberufliche Journalistin in Hamburg. Sie kennt ihre Heimatstadt als Autorin von Stadtführern aus dem Effeff, schreibt außer über Mobilität und Stadtplanung viel für evangelische Medien und würde nur aus einem Grund auf ihr geliebtes Fahrrad als Fortbewegungsmittel verzichten: Wenn es möglich wäre, durch Alster, Elbe und Bille von A nach B zu schwimmen.

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6 Antworten auf „Wochenrückblick: Zusätzlicher S-Bahn-Tunnel in der City wird konkreter und Carsharing-Dienst erhöht seine Preise“

Zum S Bahn Tunnel: Gut ist, daß er an Diebsteich angeschlossen werden wird und hoffentlich damit das Kapazitätsproblem der S Bahnen effektiv lösen kann. Weiterhin werden die bisherigen S-Bahnstationen geographisch berücksichtigt. Schön wäre es, wenn es mit der U5 am Stephansplatz oder auch an der Edmund Siemers Allee einen bahnsteiggleichen Übergangsbahnhof geben würde (das würde den Hbf entnorm entlasten und vielleicht auch die unsinnige Haltestelle U5 Jungfernstieg obsolet machen.) Was ich aber nicht verstehe, ist, warum die Machbarkeitsstudie erst jetzt in Auftrag gegeben wird. Immerhin ist der Ferlemanntunnel erst 2 Jahre im Gespräch. Diese Art von Planungsverschleppung seitens der handelnden Institutionen macht solche Vorhaben so langwierig.

Leider zur geplanten Studie zum Verbindungsbahn-Entlastungstunnel (VET) wieder nur ein völlig unkritischer, deskriptiver Artikel. Denn sollte der Tunnel kommen, ist er ein Game Changer für viele andere SPNV-Projekte, die dann neu überdacht, geändert abgesagt abgesagt werden müssten. Abgesehen davon, dass der VET die Hamburger Innenstadt, besonders die Gegend um den Hauptbahnhof für mindestens ein Jahrzehnt in eine gigantische Großbaustelle verwandeln würde, passt er nicht zu anderen Projekten, die hoch auf der politischen Agenda (GUB, S32, U5 usw.) stehen. Er würde z.B,. einen viergleisigen unterirdischen S-Bahnhof unter dem geplanten neuen Fernbahnhof am Diebsteich erzwingen. Das hätte zur Folge, dass der neue Bahnhof am Diebsteich sofort nach Fertigstellung faktisch weider abgerissen werden müsste. Daher ist die logische Konsequenz, das Diebsteich-Projekt sofort zu stoppen, zumindest bis die Ergebnisse der VET-Machbarkeitsstudie vorliegen. Ferner kollidiert der VET mit der geplante U5 – wenn sie denn überhaupt kommt. Die Vorfestlegung der Studie auf einen S-Bahntunnel hat zur Konsequenz, dass die S-Bahnhöfe Dammtor, Sternschanze und Holstenstraße aufgegeben order zumindest verlagert werden müssen. Ferner ist die Studie nicht mit der zeitgleich laufenden Untersuchung zu einer 2. Eisenbahn-Elbquerung in Tunnellage im Hamburger Westen abgestimmt. Denn käme ein solcher Tunnel für die Fern- und Regionalbahn, dann wäre der VET überflüssig, da dann wesentliche Verkehre aus Schleswig-Holstein, die ja nicht alle zum Hauptbahnhof wollen, an diesem vorbeigeleitet werden und diesen entlasten könnten. Also der jubel ist verfrüht, gleichwohl ist es wichtig, dass dieses Projekt -aber bitte Ergebnis offen – untersucht wird. Kurzfristig viel wichtiger und sofort umsetzbar ist die Durchbindung von RE/RB-Linien am Hbf. um diesen zu entlasten, Umsteigevorgänge zu vermeiden und Fahrtzeitersparnisse zu realisieren. Leider hört man von Aktivitäten des Hamburger Senats in dieser Richtung nichts! Eine angeblich an die DB zu diesem Thema vergebene Studie liegt bisher noch immer nicht vor!

“Denn käme ein solcher Tunnel für die Fern- und Regionalbahn, dann wäre der VET überflüssig.” Zum wiederholten Male die Frage: Für welche Linien (ICE und Regionalverkehr) aus Niedersachsen kommend, sollte es sinnvoll sein am HBF vorbeizufahren?

Sie verwechseln Artikel und Kommentar. Ist Ihnen mal aufgefallen, dass alle Zeitungsartikel (mehr oder weniger) neutral und deskriptiv geschrieben werden, da Informationen verbreitet und keine Meinungen vorgekaut werden sollen? Wenn tatsächlich mal jemand Emotionen und Meinungen aufschreibt, nennt sich das Kommentar. Darum geht es hier aber nicht. Wenn sie NH so doof finden, müssen Sie hier ja nichts mehr lesen, aber es ist sehr schade, dass Sie nur meckern und schlechte Laune verbreiten, statt auch maldie ziemlich außergewöhnlichen Leistungen dieser kleinen, feinen Redaktion würdigen können…

Warum fordern Sie angesichts des Anwohner:innenunmuts in Marienthal eigentlich nicht die sofortige Einstellung sämtlicher Bauarbeiten zur S4?
Übrigens habe ich die komplette Prellbock-Stellungnahme auf Lok Report gelesen. Wieder mal hoch interessant. 🙄

schon einmal darüber nachgedacht, daß beim Bau des Tunnels ein unterirdischer Bahnhof in Diebsteich für die S-Bahn entsteht. Wenn man diesen viergleisig – 2 Bahnsteige – ausrichtet, dann ist der jetzige Oberridische überflüssig und die Fern und Regionalbahn hat 5 Bahnsteige. Damit sind die Kapazitätsherausforderungen in Diebsteich dann wohl selbst in Ihrer Welt erledigt?! In der Tat kann der Tunnel ja nicht nur die Probleme auf der Vebindungsbahn lösen, sondern auch die Kapazitätsherausforderungen der S-Bahn. übrigens: Woher nehmen Sie eigentlich immer die Eingebungen, daß die von Ihnen nicht gewollten S- und U Bahn Strecken nicht gebaut werden z.b. aus finanziellen Gründen. Selbst eine oberflächliche Sichtprüfung in Diebsteich aber auch im Gleisdreieck vor Ohlsdorf sprechen eine ganz andere Sprache.
Im übrigen versteht sich “Nahverkehr” als Informationsmedium und nicht als Sprachrohr für Prellbock. (Davon abgesehen: wenn Sie einmal etwas zwischen den Zeilen lesen würden, dann hätten Sie auch gemerkt, daß “Nahverkehr” der U5 durchaus kritisch gegenübersteht.)

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