
Zusätzlicher S-Bahn-Tunnel sollte mehr Gleiskapazitäten im Hamburger Bahnverkehr schaffen. Doch das Bundesverkehrsministerium will das Milliardenprojekt offenbar um Jahrzehnte verschieben. Das geht aus einem neuen Gutachten hervor. Auch bei der S4 wird auf Probleme hingewiesen.

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-News der Woche in Hamburg: Das Thema Verkehr entwickelt sich zum potenziellen Zankapfel bei rot-grünen Sondierungsgesprächen nach der Bürgerschaftswahl, Ministerium nennt erstmals Zahlen, wie marode das Bahnnetz in Schleswig-Holstein wirklich ist und mehrere Bahnstrecken sind ab sofort wegen Baustellen gesperrt.

LINKE legt Untersuchung für einen 14 Kilometer langen Fernbahntunnel vor, der von Harburg über den Hauptbahnhof bis nach Rothenburgsort führen soll. Der Plan hat Stärken – aber auch Schwächen. Und er erinnert an eine alte Idee aus Berlin.

Das Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts könnte auch Bahnprojekte in Hamburg betreffen. Noch herrscht wenig Klarheit, doch es gibt Befürchtungen, die Auswirkungen auf Projekte wie die U5, den Verbindungsbahnentlastungstunnel und die zusätzliche S-Bahnlinie S6 haben könnten.

Außerdem: Viele Ausfälle auf mehreren Bahnstrecken im Norden, Sorge um Bahn-Sanierung nach Gerichtsurteil, Verkehrsverband kritisiert neue S-Bahnlinie und bei diesem Mobilitätsunternehmen müssen Fahrerinnen und Fahrer angeblich bis zu eine Stunde auf Pinkelpausen warten. Hier sind die wichtigsten Nachrichten der Woche zu Mobilität in Hamburg und Umland.

Bislang unter Verschluss gehaltene Idee des Bundes verspricht eine spektakuläre Lösung für den überfüllten Hamburger Hauptbahnhof und das Bahn-Nadelöhr an den Elbbrücken. So sieht der Plan aus, der großes Potenzial für den Schienenknoten Hamburg hätte.

Zwei Trassen-Favoriten für weiteren S-Bahntunnel in Hamburg stehen fest. Aber keine davon würde der S-Bahn direkt mehr Fahrgäste bringen – im Gegenteil. Das sind die Hintergründe – und acht weitere Fakten über den Tunnel, die Sie bisher nicht kannten.

Außerdem: HVV-Chefin will ihren Verbund auflösen, der Jungfernstieg sieht bald ganz anders aus, der U5-Bau sorgt für eine mehrjährige Straßensperrung und Studierende in Schleswig-Holstein sollten schnell ihr 49-Euro-Ticket kündigen. Das war diese Woche in Hamburg und Umland wichtig.

Außerdem: Das Bezirksamt Altona hat einen Favoriten, wo der geplante Verbindungsbahnentlastungstunnel verlaufen soll, die geplante S-Bahnlinie nach Osdorf soll eine Station weniger bekommen und Bahn-Pendler zwischen Elmshorn und Hamburg dürfen sich bald über Verbesserungen freuen.

Noch gibt es keinen Plan, wie die drohende 6,5 Jahre lange Teilsperrung der S-Bahn-Strecke zwischen Jungfernstieg und Hauptbahnhof aufgefangen werden könnte, falls der geplante zweite S-Bahn-Tunnel in der Innenstadt tatsächlich gebaut wird. Deswegen hält der Senat eine Kostenprognose zum Tunnel unter Verschluss und aus diesem Grund könnte ein hoher Preis auch für die U5 zu einem Problem werden.

Oppositionspolitikerin befragt Hamburger Senat zu drohenden Einschränkungen im S-Bahnverkehr, falls der geplante Verbindungsbahnentlastungstunnel gebaut werden würde. Alternative Anbindung am Hauptbahnhof mit weniger Eingriffen ins bestehende Netz, würde S-Bahn-Betrieb laut Studie langfristig unflexibler machen. Fahrgastverband sieht kaum Mehrwert in dem neuen Tunnel.

S-Bahn-Verbindung zwischen Jungfernstieg und Hauptbahnhof wird 6,5 Jahre lang nur eingleisig befahrbar sein, wenn der geplante Verbindungsbahnentlastungstunnel gebaut wird. Dazu drohen noch weitere Sperrungen bei U- und S-Bahn. Und: Der neue Bahnhof Altona muss schlimmstenfalls teilweise wieder abgerissen werden. Zu den Kosten schweigt die Stadt – obwohl es eine Schätzung gibt.
Außerdem: Landesbedienstete in SH bekommen massiven Rabatt aufs Deutschlandticket, VHH experimentiert mit autonomen Shuttles und die Bahn testet eine neue App gegen Unsicherheitsgefühle im Hauptbahnhof. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor wichtig.

Neue Machbarkeitsstudie nennt fünf mögliche Trassenverläufe für neuen S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Altona, der zusätzliche Verknüpfungen mit der U-Bahn bietet aber zentrale Ziele ohne Halt unterquert. Und die wichtigste Frage blieb bei der Präsentation der Ergebnisse unbeantwortet.

Bund will S-Bahn-Tunnel unter Verbindungsbahn wirklich bauen, neue Fahrradwege an der Alster und mehr Störungsinfos in der S-Bahn. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor los.

In Hamburg wurden Umweltbelastungen durch den Bau von U- und S-Bahn-Strecken für die Verkehrswende bisher kaum betont. Der Klimabeirat will das ändern. Was seine Forderungen mit Helsinki, Berlin, Tübingen und Dänemark zu tun haben.

Die S-Bahn soll zwischen Hauptbahnhof, Dammtor und Altona unter der Erde verschwinden, um an der Oberfläche Platz für mehr Regional- und Fernzüge zu machen. So viele Züge sollen dort in Zukunft fahren – und: Auf die Sternschanze kommt ein gewaltiges Bahn-Bauwerk zu.

Machbarkeitsuntersuchung für neuen S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Altona, neues Projekt fördert nachhaltige Mobilität, Marienthaler müssen weit gehen wegen der S4-Baustellen und ÖPNV in Schleswig-Holstein rechnet mit Zugausfällen wegen Corona. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor los.