Verspätungen, Ausfälle, überfüllte Züge: Die Qualität der Hamburger S-Bahn ist seit Jahren ein Dauerbrenner.
Aktuelles Beispiel: Gestern Nachmittag war die S-Bahn-Strecke zwischen Elbgaustraße und Eidelstedt wegen einer kaputten Weiche rund vier Stunden lang voll gesperrt. Die Folge: ausgefallene Fahrten, verkürzte Linien und Ersatzverkehr mit Bussen. Am späten Nachmittag kam es dann noch zu einer Vollsperrung in Hammerbrook wegen einer „betriebsfremden Person im Gleisbereich“, was für Rückstaus und Verspätungen auf allen S-Bahnlinien sorgte.
Solche Tage sind kein Einzelfall. Erst Anfang dieser Woche hat eine Langzeit-Analyse von NahverkehrHAMBURG ergeben, dass die Zahl der Verspätungen und ausgefallenen Fahrten bei der Hamburger S-Bahn im vergangenen Jahr so hoch war wie seit mindestens acht Jahren nicht (Zahlen und Diagramme hier).
Und weil diese Probleme eben schon lange drängen, hatten die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn bereits vor vier Jahren eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die den Betrieb stabiler machen sollten.
Neue Weichen sollen Betrieb flexibler machen
Dazu gehörten beispielsweise einige neue Weichenverbindungen und Signale auf den S-Bahnstrecken nach Bergedorf und Harburg, um bei Störungen und Streckensperrungen flexibler fahren zu können, sowie Schutzzäune an den Gleisen, um zu verhindern, dass Menschen auf die Schienen laufen.
Allerdings kamen die Arbeiten nur sehr schleppend voran: Immer wieder wurden die Pläne umgeworfen, neu gruppiert und priorisiert (eine Chronik dieser Geschichte lesen Sie hier ausführlich).
Und inzwischen ist klar, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis alle Punkte komplett realisiert sein werden. Zwar sind bereits einige Maßnahmen erfolgreich umgesetzt und zeigen beispielsweise bei Streckensperrungen auch schon erste Wirkungen, allerdings werden die letzten geplanten Weichen und Signale, die nötig sind, damit das Modernisierungsprogramm seine volle Wirkung entfalten kann, voraussichtlich erst Ende 2025 verlegt, bzw. aufgestellt sein – wenn bis dahin überhaupt eine Finanzierung steht. Von der ersten Planung bis zur Realisierung werden dann knapp zehn Jahre vergangen sein.
Diese etwas durchwachsene Erkenntnis geht aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage des SPD-Verkehrsexperten Ole Thorben Buschhüter und seines Amtskollegen Gerrit Fuß von den Grünen hervor.
Wir erklären Ihnen in diesem Artikel anhand der Senatsangaben, welche Maßnahmen insgesamt geplant sind, was davon bis jetzt schon realisiert wurde, welche Vorteile sich daraus ergeben und welche Maßnahmen…
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