Der neue Fernbahnhof in Hamburg-Altona wird möglicherweise erst viele Jahre später fertig als bisher geplant. Diese Schlagzeile, die Kritikerinnen und Kritiker des neuen Verkehrsknotens schon lange befürchten, verbreitete sich Anfang dieser Woche wie ein Lauffeuer in der Hansestadt – angefacht durch mehrere Berichte des Hamburger Abendblatts.
Konkret geht es um das geplante imposante Empfangsgebäude am künftigen Verkehrsknoten am S-Bahnhof Diebsteich: Es kann offenbar noch nicht gebaut werden, weil bis heute nicht genau feststeht, wie der S-Bahn-Verkehr dort in Zukunft verlaufen soll. Knackpunkt ist der geplante zweite S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Altona, der den umständlichen Namen „Verbindungsbahnentlastungstunnel“ (kurz: VET) trägt. Er wurde Ende 2019 völlig überraschend vom Bundesverkehrsministerium ins Spiel gebracht – nur wenige Monate vor dem Anrücken der ersten Bagger am künftigen Bahnhof Altona.

Neuer S-Bahn-Tunnel rasselt in bestehende Pläne
Der VET rasselte damit unglücklich in die fertige Bahnhofsplanung in Altona, denn er soll direkt unter dem künftigen Empfangsgebäude mit einer neuen unterirdischen Station enden, wofür das Gebäude umgeplant werden müsste. Darauf wies der rot-grüne Senat die Bürgerschaft im September vergangenen Jahres explizit hin: „Im Konkreten geht es darum, die unterirdische Tunnelstation mit dem geplanten Empfangsgebäude (…) abzustimmen und sie dergestalt anzupassen, dass die bauliche Machbarkeit der unterirdischen Tunnelstation auch nach der Inbetriebnahme des Bahnhofs Hamburg-Altona (Neu) 2027 gewährleistet bleibt“, heißt es in einer entsprechenden Drucksache.
Diese Umplanung scheint wiederum schwierig, weil der Bau des neuen S-Bahn-Tunnels bis heute nicht endgültig politisch beschlossen ist. Selbst der Trassenverlauf steht noch nicht einmal genau fest und soll erst bis Jahresende geklärt werden.
Somit ist absehbar, dass sich der Bau des Empfangsgebäudes noch hinziehen könnte und der neue Fernbahnhof notfalls provisorisch ohne den Glasbau eröffnet werden müsste.
Doch das ist nicht das einzige Problem, das den neuen Fernbahnhof Altona umgibt. Der neue Verkehrsknoten im Hamburger Westen krankt weiterhin an dem grundsätzlichen Webfehler, dass er wesentlich schlechter…
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