S-Bahnhof Ottensen: Ab Mai fahren die ersten Züge über die neuen Gleise

Im November starten am künftigen S-Bahnhof Ottensen die Gleisbauarbeiten. Ab Mai sollen die ersten Züge über ein neues Gleis fahren. Wie wird die Station in den engen Fahrplan eingetaktet?
Ortsbesuch: Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (mitte), Bahn-Konzernbevollmächtigte Manuela Herbort (links) und Projektleiter Gordon Guevara besichtigen die Baustelle des neuen S-Bahnhofs Ottensen.
Ortsbesuch: Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (mitte), Bahn-Konzernbevollmächtigte Manuela Herbort (links) und Projektleiter Gordon Guevara besichtigen die Baustelle des neuen S-Bahnhofs Ottensen.
Foto: Christian Hinkelmann

Vor gut einem Monat sind die Bauarbeiten am neuen S-Bahnhof Ottensen so richtig angelaufen, gestern hat sich Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bei einem Ortsbesuch nun selbst ein Bild davon gemacht.

Auf dem Fahrrad kam der Leiter der Verkehrsbehörde am Mittag zur Baustelle an der Bahrenfelder Straße gerauscht, wo bereits die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Manuela Herbort, der Projektleiter Gordon Guevara und eine Schar von Journalistinnen und Journalisten warteten.

In den vergangenen Wochen wurden am Bahndamm Spundwände in den Boden gerammt. Sie sind nötig, damit der Bahndamm und die Brücke über die Bahrenfelder Straße verbreitert werden können.
Christian Hinkelmann In den vergangenen Wochen wurden am Bahndamm Spundwände in den Boden gerammt. Sie sind nötig, damit der Bahndamm und die Brücke über die Bahrenfelder Straße verbreitert werden können.

Das Zeichen war deutlich: Der neue S-Bahnhof Ottensen ist in Hamburg inzwischen Chefsache! Das ist bemerkenswert, denn die Deutsche Bahn und die Hansestadt hatten sich bei diesem Nahverkehrsprojekt bisher wahrlich nicht immer mit Ruhm bekleckert: Rund 15 Jahre haben die Planungen für den neuen Zwischenhalt gedauert (siehe hier), nachträgliche Umplanungen haben die Bauarbeiten ein Jahr lang unterbrochen (siehe hier), die geplante Eröffnung wurde mehrfach verschoben und soll nun Ende kommenden Jahres stattfinden – voraussichtlich. Die Kosten sind derweil von ursprünglich 16 auf inzwischen 27 Millionen Euro gestiegen (siehe hier und hier).

Stichprobe: In der Nacht zum 24. September 2020 ruhten die Bauarbeiten.
Christian Hinkelmann Am neuen S-Bahnhof Ottensen soll laut NDR auch nachts gebaut werden. Stichprobe von NahverkehrHAMBURG heute Früh um 2:00 Uhr: Keine Bauaktivitäten.

5.000 Fahrgäste täglich direkt nach Eröffnung erwartet

Doch diese Probleme der Vergangenheit spielten beim Ortstermin gestern keine Rolle. Dort wurde nach vorn geschaut: 11.000 Anwohner sollen mit dem neuen S-Bahnhof Ottensen erstmals einen direkten Anschluss an das Hamburger Schnellbahnnetz bekommen, voraussichtlich 5.000 Fahrgäste täglich werden die Station direkt nach der Eröffnung nutzen, erklärte Tjarks. In den Jahren danach könnte die Fahrgastzahl sogar auf täglich 11.000 ansteigen. Doch bis es soweit kommt, müssen erst noch einige Arbeiten erledigt werden.

Lesen Sie hier, was in den kommenden Monaten angepackt wird, wieso keine Seitenbahnsteige gebaut werden und ob der neue Halt bereits in den Fahrplänen berücksichtig ist.

Seit gut einem Monat laufen nun die Haupt-Bauarbeiten entlang des Bahndamms parallel zur Thomasstraße zwischen der Bahrenfelder Straße. Bisher wurden Spundwände in den Boden gerammt, um den Bahndamm auf der Nordseite um einige Meter zu verbreitern. Das ist nötig, um Platz für den künftigen 140 Meter langen und über sechs Meter breiten Mittelbahnsteig zwischen den beiden S-Bahn-Gleisen zu schaffen.

Sobald der Bahndamm breit genug ist, soll das nördliche S-Bahn-Gleis, auf dem die Züge der Linien S1 und S11 Richtung Blankenese fahren, um einige Meter nach Norden verschoben werden. Auch die S-Bahn-Brücke über die Bahrenfelder Straße muss dafür verbreitert werden.

Im November sollen die Arbeiten für die Gleisverschwenkung beginnen. Das bedeutet: Auf dem Planum des neu aufgeschütteten Bahndamms wird erst einmal das neu…

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3 Antworten auf „S-Bahnhof Ottensen: Ab Mai fahren die ersten Züge über die neuen Gleise“

Es ist traurig, dass Nahverkehr die Schutzbehauptungen und das Presseneusprech der Deutschen Bahn unkommentiert abdruckt. Was haben die Fahrgäste davon, dass die S-Bahn ab Mai 2021 über neue Gleise fahren? Rein gar nichts, außer zwei umfangreichen Sperrpausen. Und mit ziemlicher Sicherheit ist damit zu rechnen, dass nach den Erfahrungen beim Bau der S-Bahn-Brücke Lessingtunnel dieser Termin nicht eingehalten wird, denn bis dahin muss aufwendig die erst weniger als 20 Jahre alte Eisenbahnbrücke über den Bahrenfelder Steindamm verbreitert werden. Die Aussagen von Frau Herbort sind auch schlichtweg falsch, dass für zwei Außenbahnsteige, die einen ebenerdigen Zugang ermöglichkt hätten, beide Gleise verschwenkt werden müssen. Sondern diese könnten ohne Veränderung der Gleislage gebaut werden. Und wenn die DB Regularien so antiquiert sind, dass angeblich die Außenbahnsteige nicht überdacht werden können, dann muss die Stadt Hamburg als Financier des ganzen Projektes dafür sorgen, dass eine fahrgastfreundliche Variante zur Ausführung kommt. Dafür zeigt die Bebilderung in der Meldung dankenswerter Weise noch einmal deutlich, wie absolut idiotisch und absolut nicht barierefrei der westliche Zugang mit einer Brücke, die noch nicht einmal überdacht ist (Gefahr bei Schnee und Eis!!!), gestaltet wird.
Mit keinem Wort wird erwähnt, dass die verkorkste Bahnhofskonstruktion in Ottensen nur gewählt wird, weil die DB zwischen den S-Bahnstationen Ottensen und Bahrenfeld 2 Abstellgleise für die S4 unterbringen will, die eigenltich nach Altona oder Diebsteich gehörten. Dies ist ein Ausfluss der völlig vermurksten Planung für den Fern- und Regionalbahnhof Diebsteich mit nur 2 S-Bahngleisen, womit eine Erweiterung des Hamburger S-Bahnnetztes nach Westen auf Jahrzehnte verbaut wird. Eine etwas kritischere Berichterstattung würde Nahverkehr nichts schaden. Und mit ziemlicher Sicherheit werden sich die Kosten der neuen Station (siehe S-Bahnstation Elbrücken) bis zur Fertigstellung auch noch einmal fett erhöhen.

der Grund für den Mittelbahnsteig liegt vor allem darin, daß die Bahn die Renovierung der Brücke über die Bahrenfelder Chaussee nicht selbst bezahlen muss. Diese Kosten werden zunächst der Stadt Hamburg auferlegt, die die Kosten vorstreckt und sich die beim Bund dann zurückholen.

Prellbock-Altona hat immer 2 Themen bei diesem Projekt in den Vordergrund gestellt:
1.Kosten und die Alternative eines Bahnhofs mit zwei Seitenbahnsteigen.
2.Das Thema Barrierefreiheit.
Hier schweigen die Verantwortlichen aus Sozialbehörde und aus der Politik.
Die Argumentationen seitens Frau Herbort zum Thema Kosten sind nicht nachvollziehbar.
Schade, dass Hamburg Nahverkehr so unkritisch berichtet.

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