Wochenrückblick: Autonomer Busverkehr ab 2025 und Rückschlag für Verkehrswende-Experiment

Außerdem: Hochbahn lässt in den Sommerferien weniger Busse fahren, HVV treibt bargeldlose Busse voran, norddeutsches Bundesland ist Schlusslicht bei ÖPNV-Finanzierung und deswegen gibt es so viele Elterntaxis. Diese Mobilitäts-News waren diese Woche in Hamburg und Umland wichtig.
Christian Hinkelmann
Prototy-Präsentation: So sollen die selbstfahrenden Kleinbusse der Hochbahn in Hamburg aussehen.
Prototy-Präsentation: So sollen die selbstfahrenden Kleinbusse der Hochbahn in Hamburg aussehen.

Jeden Freitag fassen wir Ihnen hier alle wichtigen Mobilitäts-News der Woche für Hamburg zusammen – kurz, knapp, launig.

Hochbahn präsentiert selbstfahrenden Shuttlebus

Bis 2030 soll es in jedem Winkel der Stadt Hamburg innerhalb von 5 Minuten ein öffentliches Mobilitätsangebot geben. Das wird gerade am dünnbesiedelten Stadtrand nur mit selbstfahrenden Shuttlebussen funktionieren, sind sich der Senat und die Hochbahn sicher. Am Donnerstag präsentierte das Verkehrsunternehmen zusammen mit Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks das erste Fahrzeug für diese künftige Aufgabe:  Eine glänzende kleine Kiste auf Rädern, vollgestopft mit modernsten Sensoren, Platz für 15 Leute, hochwertige Inneneinrichtung, 60 Km/h schnell, 290 Kilometer Reichweite und gebaut vom deutschen Unternehmen Holon. Ende kommenden Jahres sollen die ersten zehn Fahrzeuge testweise fahren, Mitte 2025 dann der Fahrgastbetrieb beginnen. Gebucht werden die Shut…

Alle Rechte vorbehalten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie gern den Link.

Ihr Zugang ist persönlich und darf nicht geteilt werden. Sie dürfen Artikel oder wesentliche Teile davon nicht vervielfältigen, veröffentlichen oder weiterleiten (z. B. in Pressespiegeln, per E-Mail, Messenger oder als PDF). Für diese Nutzungen ist eine gesonderte Lizenz nötig.

Lizenzinformationen: info@nahverkehrhamburg.de

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Barrierefreie Bushaltestelle in Hamburg (Foto: Christian Hinkelmann)

Barrierefreie Bushaltestellen: Hamburg kommt nur minimal voran

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-Nachrichten der Woche für Hamburg und Umland: Behörde prüft innovative Idee, um barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen zu beschleunigen, ein unabgestimmter Alleingang sorgt bei der MAX-App für neuen Ärger und die Serienproduktion für Moia-Robotaxis startet.

Dichtes Gedränge am Hamburger Hauptbahnhof. Gerade der Regionalverkehr Richtung Süden ist für HVV-Fahrgäste oft ein Ärgernis.

Öffentlicher Nahverkehr: „Fahrgäste sind für die Anbieter eher Störfaktoren“

Warum selbst massiver Frust im Nahverkehr folgenlos bleibt, weshalb Beschwerden systematisch verpuffen und Fahrgäste im heutigen System kaum zählen: Mobilitätsforscher Andreas Knie erklärt im Interview, warum Kundenorientierung für Verkehrsunternehmen keinen Anreiz hat – und an welchen Stellen Fahrgäste dennoch Macht entfalten können.

8 Antworten auf „Wochenrückblick: Autonomer Busverkehr ab 2025 und Rückschlag für Verkehrswende-Experiment“

Der ruralen Bevölkerung fehlt wahrscheinlich das richtige Mindset. Daher ist ÖPNV im ländlichen Raum aus kulturellen Gründen kaum umsetzbar. Kenne ich auch aus der Verwandtschaft. Beim D-Ticket jammerten sie, dass sie nichts davon haben, weil bei ihnen kaum was fährt. Und sobald das Angebot verbessert wird, ist der ÖPNV wieder was für Alte, Schüler, Kranke und Arme. Ein echter Kerl muss eine ordentliche Karre haben!

Wenn die Optionen Fahrrad oder „alle 2 Std ein Bus zwischen 6-23 Uhr“ ist, ist ÖPNV im ländlichen Raum kein Mindset/Kulturproblem.

Und zumindest aus meinem Dunstkreis kann ich berichten, dass seit Ioki (zukünftig wohl hvv hop) / Moia auch im Speckgürtel von HH unterwegs sind und das D-Ticket die Kosten deutlich reduziert hat. Leute dies auch nutzen, da der ÖPNV nun flexibel und erschwinglich genug wurde, autonome Shuttles sollten hier noch mehr Löcher in der Flächendeckung und Fahrzeiten stopfen können.

Zu „Rückschlag für Verkehrswende-Experiment im Norden“. Ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht reicht einfach mehr Angebote zu machen. Zudem waren die Angebote im Vergleich zur Großstadt sicherlich immer noch nicht gut. Warum sollten die Autofahrenden denn umsteigen? Wo ist der Anlass, der Druck?

Mit der Plastikkarte, die nicht mal im Bus erhältlich ist, geht Hamburg in die falsche Richtung. Hier wird unnötigerweise eine Barriere geschaffen. Warum schaut man nicht mal über den Tellerrand, z.B. nach Schweden oder Barcelona? Dort ist es überhaupt kein Problem, Fahrausweise per Bank-/Debit-/Kreditkarte zu erwerben. Hätte man auf den hvv-Fahrgastbeirat und den Fahrgastverband PRO BAHN gehört, würde man nicht jetzt so einen Rückschritt machen.

Mit einem großen Vertriebsnetz (Supermärkte und Kioske) würde alles besser aussehen.
Fahrscheinverkauf oder Fahrberechtigungen im Fahrzeug zu erwerben ist nicht mehr zeitgemäß und kostet einfach zu viel Zeit.
Das Smartphone mit all seinen Möglichkeiten sollte (nach ca. 20 Jahren) mittlerweile zum Leben gehören.

Wo ist der Rückschritt, wenn das nervige Klimpergeld entfällt und die Betriebsqualität steigt? Die Karte ist halt anonym, was vielen (meist älteren) Fahrgästen aus irgendwelchen Gründen sehr wichtig ist. Wer mit seiner Kreditkarte zahlen möchte, kann dies übers Smartphone tun.

Bis jetzt kenne ich keinen autonomen Verkehr der flächendeckend ist. Selbst kleine Projekte wurden schon wieder beendet, ohne Folgeprojekt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner