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Wochenrückblick: Haushaltskrise und S4-Zeitplan

Außerdem: Sicherheitsbedenken bei Hamburger Radwegen, neue Funktion in HVV-App, viele Zugausfälle im Dezember, Hacker-Angriff auf Verkehrsbetrieb und deswegen zeigen viele Displays bei Bus und Bahn verwirrende Infos an. Hier sind die wichtigsten Nachrichten der Woche zu Mobilität in Hamburg und Umland.
Christian Hinkelmann
Bauarbeiten für die U5 südlich der Haltestelle Sengemannstraße: Die beiden Gleise der U5 werden zwischen den bestehenden Gleisen der U1 liegen und schwenken dann auf Höhe der Kräne Richtung City Nord aus.
Bauarbeiten für die U5 südlich der Haltestelle Sengemannstraße: Die beiden Gleise der U5 werden zwischen den bestehenden Gleisen der U1 liegen und schwenken dann auf Höhe der Kräne Richtung City Nord aus.

Jeden Freitag fassen wir Ihnen hier alle wichtigen Mobilitätsnews der Woche für die Region Hamburg zusammen – kurz und knapp.

Haushaltskrise und Auswirkungen auf U5, Hauptbahnhof & Co

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts und der Haushaltskrise im Bund ist noch immer unklar, wie stark auch Hamburger Verkehrsprojekte betroffen sein könnten. Die Hamburger Verkehrsbehörde bleibt auf NAHVERKEHR HAMBURG-Nachfrage bei ihrer Einschätzung, dass der Bund bereits bestehende Fördergeldzusagen (z.B. für die S4 nach Bad Oldesloe und die S21 nach Kaltenkirchen, sowie die laufende U4-Verlängerung) weiter einhalten wird. Doch es gibt noch viele weitere geplante Verkehrsprojekte in Hamburg, die derzeit noch keine Fördergeldzusagen haben (wie die U5) und obendrauf darauf angewiesen sind, dass die Deutsche Bahn sich erheblich an den Kosten beteiligt (z.B. Ausbau des Hamburger Hauptbahnhofs und Verbindungsbahnentlastungstunnel). Doch die DB kämpft gerade mit einem plötzlich aufgetretenen 25-Milliarden-Euro-Loch. Hamburgs SPD-Verkehrsexperte Ole Thorben Buschhüter befürchtet deswegen in der Hamburger Morgenpost, dass das Geld im Haushalt des Bundes offenbar nicht für alle Schienenprojekte reichen werde. Und U…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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13 Antworten auf „Wochenrückblick: Haushaltskrise und S4-Zeitplan“

Ganz frisch auf Lok Report online:
https://www.lok-report.de/news/deutschland/aus-den-laendern/item/45708-mecklenburg-vorpommern-db-regio-ag-erhaelt-teilnetz-ostsee-alster-osta.html
Die Elektrifizierung Lübeck-Bad Kleinen kommt Jahre zu spät. Die wird nicht erst Ende 2029 gebraucht, sondern spätestens im Jahr 2025 für eine Umleitung des Fernverkehrs nach Stralsund. Eigentlich hätte sie schon längst vollzogen sein müssen.
Und dann kein Wort dazu, ob das MV-Ticket endlich einmal auch über Lübeck nach Hamburg gilt (und dabei in allen Zügen, auch der RB81), um diese besch… Lücke zwischen Reinfeld und Lübeck zu schließen. Nicht jede*r will sich das 49-69-89-99-usw.-Euro-Ticket abonnieren (vor allem, wenn man es monatlich gar nicht braucht) oder das überteuerte SH-Ticket kaufen.
Aber dafür wieder viele schöne Reden.

Die Haushaltsnotlage sollte Hamburg endlich zwingen sich einmal ehrlich zu machen. Die völlig überzogenen Verkehrsprojekte im Schienenbereich sind nicht finanzierbar und werden es auch zukünftig nicht, wenn man das Programm streckt. Sie sollten entweder gänzlich abgesagt werden (U5, VET, Bahnhofsverlegung nach Diebsteich, Mantelbebauung Hauptbahnhof) oder schlanker aufgestellt werden (S4 nur bis nach Rahlstedt, von und bis Bad Oldesloe Taktverdichtung im RE/RB-Verkehr), S6/S32 nach Lurup/Osdorf/Schenefeld als Straßenbahn und nicht als S-Bahn, Hbf. nur Zugangsverbesserung und ein neuer Bahnsteig, keine neuen Glaspaläste usw.. Hamburg sollte sich nicht dauernd selber Stolpersteine in den Weg legen, sondern wirklich darauf konzentrieren, was ist im Interesse der Fahrgäste und Pendler essentiell, und auf was kann verzichtet werden. Diese ehrliche Diskussion muss der Senat jetzt, und zwar wirklich jetzt, mit den Umwelt- und Fahrgastverbänden in einem echten Dialogforum beginnen und sich nicht von den Wünschen einzelner Poltiiker oder der DB treiben lassen.

Die Bemerkung, dass der Großhansdorfer Zweig die am wenigsten benutzte Hochbahnstrecke ist, und dazu noch eine Anekdote von vor 100 Jahren finde ich – mit Verlaub – überflüssig.

Diese Strecke hat wesentlich mehr Fahrgäste als die Ostholsteinische Bäderbahn, dessen Schicksal hier bereits beklagt worden ist. Und auch im Vergleich zu vielen anderen ländlichen Bahnlinien schneidet der Großhandorfer Zweig geradezu grandios ab.

Klar, Großhansdorf ist nicht Berliner Tor, aber das wollen wir auch gar nicht sein!

Finde ich gar nicht! Vielmehr sehr richtig, sich ehrlich zu machen und laut auszusprechen: 7 Fahrgäste in einem Zug! Warum sollte man sich da noch über SUV-Fahrer aufregen, die sich auf 2,5 t beschränken? Der heutige ÖPNV mit Bus&Bahn ist nicht DIE Lösung, sondern idR Teil des Problems, u.a. wegen des zu hohen Energieverbrauchs. Der Neubau von SPNV-Strecken ist der Versuch die Probleme des 21. Jahrhunderts mit der Technik des 19. Jahrhunderts zu lösen. Die U5 soll 8,5 Mrd. kosten. Die Summe ist irre! Sie reicht aus, um jedem Hamburger 3,4 E-Bikes zum Stückpreis von 2.500,- Euro vor die Tür zu stellen! Die Dimensionen sind völlig verrutscht.

Die Geldprobleme zwingen bald zur Ehrlichkeit. Die Hälfte der Bevölkerung will beim Klimaschutz sparen und das wird man merken. Derzeit weiss nicht einmal das Wissing-Ministerium wie viel Geld wirklich für den ÖPNV ausgegeben wird oder was die Einsparung einer Tonne CO2 durch ÖPNV kostet! Das wird sich ändern.

Die Bahn muss mehr strategisch ausgerichtet werden. Viele Nebenstrecken könnten für die NATO wichtig werden und dann wird aus einer militärischen Ausrichtung mit einer Optimierung für den SPNV ein guter Business Case. Die Strecke über Dannenberg – Dömitz zum Beispiel wäre ein Kandidat, weil die Strecke in einem guten Zustand ist und mit der Brücke auch einen echten Verkehrswert bekäme und eine Umfahrung von Hamburg ermöglichen würde. Auch eine Elbbrücke bei Geesthacht könnte sich rechnen, wenn man eine Verbindung mit Dreieck an die Strecke Lauenburg – Lüneburg schaffen würde. Das würde die Diskussion über eine Reaktivierung nach Geesthacht völlig verändern.

Vorbild könnten die USA sein, die das Eisenbahnnetz zu den Verteidigungsausgaben zählen. Das wird ab 2025 wichtig, wenn die USA höhere Verteidigungsausgaben einfordern werden, egal wer nächster Präsident wird.

Die Bahn schreibt auf ihrer Homepage zur S4:
„Dafür setzen wir die S4 jetzt im wahrsten Sinne des Wortes unter Strom: 30 neue Strommasten und rund 5 Kilometer Leitung müssen dafür verlegt werden.“
Für die Strecke von Hasselbrook bis Rahlstedt oder Ahrensburg erscheinen mir 30 Masten und 5km Draht doch etwas knapp bemessen?
Wissen die Experten hier mehr?

Hallo DirkHamburg,
ja, der Beitrag ist an dieser Stelle leider etwas unglücklich. Es handelt sich um den Wiederaufbau der Ferngleise in alter, teilweise korrigierter Lage mit der neuen Weichenverbindung zur GUB zwischen Hasselbrook und ex Wandsbek. Dafür wurden neue Oberleitungsmaste gesetzt, teilweise in Doppelauslegerform. Das ist dann mit 30 Masten schon richtig angegeben, hat aber mit der S4 nur indirekt zu tun. Nur damit, dass jetzt wieder der Planumbereich für den Bau der S4-Gleise frei ist. Die S4 bekommt in diesem Abschnitt noch Stromschiene.
Auf dem Foto mit der Projektleitung und Herrn Tjarks (die stehen genau auf dem wieder aufgebauten Fernbahngleisfeld) kann man auch erkennen, dass links zwar Weichen eingebaut wurden, aber das zweite Gleis der Verbindungskurve noch nicht liegt. Rechts sind auch die temporären Oberleitungsmaste noch nicht zurück gebaut worden. (Die stehen nur auf Stahlkonsolen und nicht auf gegossenen Betonfundamenten.) Auf beiden Seiten sind noch Warnabsperrungen.

Wenn ich so den lächelnden Herrn Tjarks sehe, muss leider sagen: Hätte seine Partei in der „schwarz-grünen“ Koalition nicht die Stadtbahn gegen die S4 ausgespielt, dann wäre alles schon weiter, und wir hätten nicht den Konflikt mit der Streckensperrung 2027. Gut, dass konnte man damals nicht wissen, aber ist effektiv nun so.

Danke für den Hinweis auf Senatshandeln, das schon damals als ideologisch aufgeladen daher kam und nicht nur der Idee einer Stadtbahn geschadet sondern dem S-Bahnausbau eine weitere Verzögerung aufgebürdet hatte. Denn wenn das politische Ziel wirklich der Klimaschutz gewesen wäre, hätte man zuerst die Anbindung des Umlands massiv stärken müssen, weil die Pendler die längsten Strecken zurücklegen und somit auch die größten Mengen an CO2-Emission verursachen. Damals hat die S4 drei bis vier Jahre verloren.

Noch ärgerlicher finde ich, dass das jetzt auch so im S-Bahn Online-Magazin steht, obwohl die Bilder dort eindeutig die GUB-Verbindungskurve und die Ferngleise zeigen.
https://s-bahn.hamburg/magazin/s-bahn/unter-strom-neue-s-bahnlinie-s4-bekommt-die-ersten-leitungsmasten.html
Übrigens ist bisher keines der beiden neu gebauten Ferngleise an das Streckennetz in Hasselbrook angebundenen. Habe es heute früh gesehen. Die RB81 fährt immer noch auf den Umgehungsgleisen.

„Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) kündigte am Donnerstag an, dass die geplanten Generalsanierungen bei der Deutschen Bahn pünktlich durchgezogen werden sollen.“
Also dann doch die Variante „Wandsbeker, fahrt Auto!“ War ja nicht anders zu erwarten. 😩 Ob die dann alle wieder zurück kommen, wenn dann Mitte Dezember 2027 die S4 nach Rahlstedt fährt?

Ich glaube jetzt wirklich, dass diese Regierung alles falsch macht, was nur falsch zu machen geht.

Natürlich, aber es kann auch mal berücksichtigt werden, dass die S4 zu diesem Zeitpunkt eben noch nicht fährt. Man kann es auch um ein halbes Jahr nach hinten verschieben, wenn die S4 bis Rahlstedt in Betrieb ist.
Wie schon einmal geschrieben, es wohnt nicht jeder in Altona oder Eimsbüttel. Schauen Sie mal bitte nach, welche Regionalbahn in Berlin oder München gezwungen ist, IN der Stadt Erschließungsaufgaben zu erfüllen. Sie werden keine finden. Das ist aber bei uns nie anders gewesen. Und diese Regionalbahn wird dann für ein halbes Jahr eingestellt.
Wir können ja auch mal für ein halbes Jahr den gesamten S-Bahn-Verkehr in Altona dicht machen. Mal sehen wie dann die Betroffenen, die mit etwa alle 2 Minuten mit irgendeiner S-Bahn-Fahrt irgendwo hin gerade zu verwöhnt werden, reagieren würden. Ja, wenn es mehr ÖPNV-Interessierte in meiner Wohngegend geben würde, dann bekämen wir auch mehr Gehör in dieser Stadt.

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