Fahren bald Personenzüge von Uetersen nach Pinneberg?

Bekommt die Stadt Uetersen schon bald eine regelmäßige Bahnverbindung nach Pinneberg? Im kommenden Monat soll es bereits erste Gespräche zwischen der zuständigen Bahngesellschaft NEG und Vertretern der Stadt geben. Das habe Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen überraschend angekündigt, schreiben die Uetersener Nachrichten.
Doppelstock-Sonderzug am Bahnhof Tornesch in Schleswig-Holstein
Doppelstock-Sonderzug am Bahnhof Tornesch in Schleswig-Holstein
Foto: Christian Hinkelmann

Gegenstand der Gespräche sei eine mögliche Aufnahme einer Zug-Verbindung Richtung Hamburg, schreibt das Blatt weiter.

Die NEG betreibt den Güterverkehr auf der 4,5 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Uetersen und Tornesch. Geschäftsführer Ingo Dewald hält einen Personenverkehr Richtung Hamburg laut Zeitungsbericht für verkehrswirtschaftlich rentabel.

Die jetzt angekündigten Gespräche kommen überraschend, weil die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf dieser Strecke nicht im Fokus des Landes Schleswig-Holstein steht.

Die Verbindung wird zwar im aktuellen Nahverkehrsplan des Landes aufgeführt – allerdings nicht als konkretes Projekt, sondern nur als Zukunftsvision. Das bedeutet: Das Vorhaben ist weder durchgeplant noch finanziert aber grundsätzlich realisierbar.

Vorgeschlagen wird demnach ein 20-Minuten-Takt zwischen Uetersen und Pinneberg zu den Hauptverkehrszeiten. Die Betriebskosten sollen laut Nahverkehrsplan zwischen 1 und 2,5 Millionen Euro im Jahr liegen.

Die Bahnverbindung zwischen Uetersen und Tornesch existiert seit 143 Jahren. 1965 wurde der Personenverkehr, der zuletzt mit modernen Schienenbussen durchgeführt wurde, stillgelegt und durch Busse ersetzt. Seitdem ist die Bahnstrecke nur noch für den Güterverkehr in Betrieb.

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7 Antworten auf „Fahren bald Personenzüge von Uetersen nach Pinneberg?“

Die “Uetersener Eisenbahn” ex KBS 112 b kommt zurück ?!
Man käme mit einem Triebwagen im Stundentakt /Umlauf aus. Der Betrieb wäre nicht so teuer.
Das Problem wäre die Trasse zwischen Pinneberg und Tornesch, wo es ständig “hakt”.
Tornesch hat einen engagierten Bürgermeister.
Uetersen : In der Kommunalpolitik ist politische Ideologie unwichtig.
Herr Dewald von der neg ist ein engagierter Mann, der Dinge nachweislich vorangetrieben hat ( Niebüll – Tönder ) und sich für “seine Moin” Eisenbahn(en) so richtig reinhängt.
Zwar hat sich die Stadt Uetersen jenseits der Bahnlinie entwickelt aber man könnte bei Vernachlässigung des Strassenverkehr wieder bis zum ‘Buttermarkt’ ( das heisst da so) fahren.
Man muss aber auch ganz klar sehen daß die Strecke sonst aufgegeben wird.

Auch Richtung Geesthacht tut sich was! Hamburg muss endlich eine richtige Metropolregion werden und darf nicht in Ländergrenzen eingezwängt werden. Und dazu bedarf es der Reaktivierung solcher Strecken.

Ein sehr weise Entscheidung. Diese seit langem stillgelegte Bahnstrecke bietet sich regelrecht an, um Uetersen gut und relativ günstig an das Hamburger S-Bahnnetz anzubinden. Auf der gesamten Strecke zwischen Pinneberg und Tornesch wäre sogar Platz für ein zusätzliches S-Bahngleis, leider steht das Bahnhofsgebäude von Pinneberg im Weg.
Und dann bitte gleich Nägel mit Köpfen machen und auf der anderen Seite die Linie durchbinden nach Geesthacht, eine ebenfalls überfällige Verbindung. Die Situation zur Ausfädelung ist ähnlich wie in Tornesch, Platz ist vorhanden, leider liegen die S-Bahngleise auf der verkehrten Seite. Wenn man bedenkt, daß es bis in die sechziger Jahre (oder siebziger, weiß ich nicht mehr), bereits eine Brücke für die BGE über die S-Bahngleise (damals ebenfalls Fernbahngleise) gegeben hat !

Die Bahnstrecke zwischen Uetersaen und Toornesch ist nicht stillgelegt. Dort wurde 1965 der Personenverkehr eigestellt. Von stillgelegt spricht mann wernn Dort kein Bahnverkehr mehr statt findet. Dieses ist bei der Strecke nicht der Fall. Die Neg und früher die Uee haben bzw führen dort noch immer Güterverkehr durch.. Grundsätzlich macht eine Verbindung zweischen Uetersen und Pinneberg sinn. Ist aber doch sehr unrealistisch, da die Streckenauslastung auf den Streckenabschnitt zwischen Pinneberg und Tornesch sehr hoch ist und somit kein Platz mehr für zusätzliche Zugleistungen ist.

@spam9153 / gonger
Es wird hier über eine Re-Aktivierung der Strecke Uetersen-Tornesch gesprochen; Geesthacht hat hier nichts zu suchen und das sollte man auch nicht vermengen !

Wenn die Strecke für den Personenverkehr reaktiviert werden soll, dann ist einiges zu bedenken.
Wie auf den Bildern zu sehen ist, verlaufen die Schinen teilweise auf Straßenniveau oder darauf. Für die Sicherheit des Straßenverkehrs müssen hier erhebliche Bauvorleistungen getrieben werden.
Um einen “Probebetrieb” durchzuführen sollten erst einmal diesel-elektrische Triebwagen (z.B. wie bei der AKN) zum Zuge kommen, denn die Strecke ist nicht elektrifiziert. Wenn man sich für einen “Mischbetrieb” mit der S-Bahn einigt, können nur 2-Systemzüge (wie in Stade) zum Einsatz kommen; in Pinneberg müßten sich die Wagen auf das (Oberleitungs-elektrifizierte) Ferngleis einfädeln, könnten bis Tornesch die ext. Ferngleise nutzen und müßten dann auf eine elektrifizierte Trasse (O-Leitung) nach Uetersen ausgefädelt werden.
In Pinneberg müßte hierzu eine neue Weiche von der S-Bahn zum Fernverkehr eingebaut werden, da z.Zt. kein Überfädeln möglich ist.

Wie spm9153 es schon andeutet, in Pinneberg ist das historische Bahnhofsgebäude im Weg. Dort in Pinneberg fiel vor gar nicht so langer Zeit die Entscheidung, dass das Bahnhofsgebäude in die Umgestaltung eingebunden wird und AUF JEDEN FALL erhalten bleiben wird ! Der P&R Parkplatz der Umbaumaßnahme ist übrigens bereits fertig. In diesen Tagen beginnen die Arbeiten für den neuen ZOB. Im Anschluss sollen dann die eigentlichen Umbauten des Pinneberger Bahnhofs erfolgen (für Infos siehe z.B shz). Meines Wissens nach hat man sich jetzt für die Brückenlösung entschieden statt einer neuen Fußgängertunnel-Lösung. Auch neue Gewerbeflächen für einen kleinen Supermarkt o.ä. sollen dort neben dem alten Bahnhofsgebäude im Bahnhofsneubau entstehen.

Fakt ist aber, dass die Gleise 1+2 (S-Bahngleise) niemals in Richtung Norden aufgrund der getroffenen Bahnhofsentscheidung verlängert werden, zumindest wohl für die nächsten 100 Jahre nicht.

Neuerdings ist dort allerdings wieder ein weiterer Bahnsteig für ein Gleis 6 im Gespräch. Gleis 3 könnte dementsprechend ggf. ein S-Bahngleis werden, wobei dort natürlich die Höhenproblematik mit dem historischen Bahnhofsgebäude bestehen bleiben würde. Sprich – der Halt einer S-Bahn auf Gl.3 wäre dann im Halte-Bereich der heutigen Gleise 1+2. (ziemlich weit entfernt vom neuen Zugang)

Aber vermutlich bleibt im Kreis Pinneberg alles so wie gehabt. Eher fährt eine (Express-) S4 von Altona-Nord nach Elmshorn und hält in Pinneberg auf Gleis 3, dort natürlich mit Oberleitung, als das eine S-Bahn jemals nach Uetersen fahren wird.
Wenn überhaupt wird das wohl eher eine AKN / EriXX oder sowas im stündlichen Pendelverkehr direkt vom Bhf. Tornesch (dort mit einer neuen kurzen Bahnsteigplattform o.ä.) werden, die auf der alten 4 Km langen Strecke nach Uetersen fahren würde. Aber wirtschaftlich wird das wohl kaum sein. Und sollte man sich tatsächlich doch irgendwann sogar auf eine S-Bahn verständigen, wird das mit der Realisierung wohl erst was nach dem Jahre 2033 werden.

Also ich würde aufgrund der Betriebskosten davon absehen, die Uetersener Strecke zu elektrifizieren. Wozu auch? Eine A4 (sprich eine Beauftragung der AKN) wäre um Längen praktischer. Die Sbahn soll ja später weil dort der Bedarf viel größer ist nach Wrist über Elmshorn (und ja, sie wird dann auf Gleis 3 ankommen, allerdings NICHT die S3, sondern die S4, die von Bad Oldesloe kommt und von HH als Schnellverkehr über die Fernverkehrsgleise geführt würde.)

Die A4 könnte dann dieses Angebot ergänzen. Da die S21 nach Kaltenkirchen ausgebaut wird, wäre das ja auch ein möglicher neuer Verwendungszweck für die Zweisystemwagen der AKN, die dann arbeitslos würden, diese könnten von HH bis Pinneberg als Sbahn und ab Pinneberg als Dieselzug bis Elmshorn fahren.

Zum Sbahn-Gleis: Es ist seit den 1970ern geplant, zwischen Pinneberg und Elmshorn ein drittes Gleis zu bauen. Das Problem sind auch weder die Bahnhöfe an sich (die sind breit genug) oder die Strecken in Elmshorn, Tornesch, Prisdorf oder Pinneberg (auch da ist genug Platz für Gleis 3), das Problem ist, dass zwischen Prisdorf und Tornesch und zwischen Tornesch und Heidgraben es Felder gibt, die NICHT der Bahn gehören und wo sich die Bauern seit ehedem weigern, die Gebiete abzugeben.

Eine Wiedereinführung des Personenverkehrs zwischen Tornesch und Uetersen dürfte sich lohnen. Falls mal eine S-Bahn Richtung Elmshorn (und darüber hinaus) fahren sollte, wäre in Tornesch eine Flügelung möglich, jedoch wäre ein Kurzzug nach Uetersen überdimensioniert. Auch AKN-Züge dürften zu groß sein. Im Raum Karlsruhe haben sich 2-Systemtriebwagen bewährt, die sowohl auf Straßenbahn-, als auch auf Eisenbahnstrecken fahren können. Derartige Züge sind wendiger und sprintstärker als “normale” Eisenbahnen und können daher auch ohne Probleme ins Stadtzentrum von Uetersen fahren. Einerseits wäre ein Betrieb Tornesch-Uetersen möglich, jedoch könnten die “Tramzüge” auch weiter bis Pinneberg (mit Halt in Prisdorf) weiterfahren, wo Anschluß an die Gleichstrom-S-Bahn besteht. Eine Weiterführung nach Altona auf Fernbahngleisen (ohne Halt) wäre nicht sinnvoll, da die Kapazität der Tramzüge zu klein wäre.

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